Devout Mecha Exodus Chapter 3 – Farbwellen

Während Yoru mit dem seltsamen Jungen mitrennt, hört er hinter sich ein lautes Geräusch. Es klingt wie eine hoher, welliger Lasersound. Als er und der Junge sich umdrehen, sieht er, was es war. Ein steinernes Kreuz, welches vom Himmel geflogen kam, ist direkt neben der Schule gelandet.

„Oh Gott. Es ist schlimmer, als gedacht. Komm mit!“ Er rennt noch schneller, als vorhin. Für grob fünf Minuten rennen sie. Yorus Beine schmerzen, doch er muss es aushalten. Oder muss er? Das ist nicht wichtig. Das wichtige ist, was es mit diesem Jungen auf sich hat. Und wieso sollte er Yoru zur J.A.E.O.-Zentrale bringen? Es macht keinen Sinn, doch gerade deswegen will Yoru mitmachen und gibt sein bestes.

„Dort vorne steht ein Auto. Mit dem können wir fahren. Weiter zu Fuß zu gehen, das wäre dumm.“ Er rennt hin, klopft gegen die Tür und steigt auf den hinteren, rechten Sitz. Yoru setzt sich neben ihm hin, auf den linken Sitz, das Auto beginnt zu fahren und er fragt: „Was machen wir jetzt überhaupt?“ „Das wirst du noch sehen. Aber nichts, was dir nicht gefallen wird. Vertrau mir.“

Sie fahren los, über die teils löchrigen Straßen, durch das unterirdische System von Straßen und Wegen, bis sie an einer Stelle rechts abbiegen und einen Berg hochfahren. Auf den Straßen blickt Yoru an dem Jungen vorbei, dessen Namen er noch immer nicht kennt und sieht die Schule, neben welcher der Apostel steht. Mindestens doppelt so groß, wie sie. Plötzlich rennt an ihnen der blaue Ambassador vorbei und der rote Rast durch die Lüfte. „Wie haben sie… Huh. Seltsam.“ Der Junge wirkt nachdenklich.

Auch ein Helikopter der Armee kommt aus der Ferne hergeflogen und hat als Ziel diesen Berg. Stimmt es also und ist dort oben die Basis?

Sie fahren über eine kleine Brücke und bleiben auf einem Parkplatz stehen. Dort oben befindet sich nicht ein einziges Auto und auch keine Personen. „Ist es hier?“ fragt Yoru und schaut sich um. Das einzige, was er hier findet ist eine kleine Hütte auf der Spitze des Berges. „Noch nicht ganz. warte.“ Der Junge läuft zu einer steilen Wand aus Erde und Stein, an welcher sich eine metallische Platte mit Zahlen und einem Scanner befindet. Er gibt eine zehnstellige Zahlenkombination ein und drückt anschließend seinen Daumen auf eine kleine, grüne Fläche.

Plötzlich spaltet sich ein teil des restlichen Berges und der Wand und zum Vorschein kommt ein langer, metallischer Gang, welcher vor einer Tür aufhört, bei welcher eine Karte eingescannt werden muss. Yoru folgt ihm, doch hört mitten im Gang ein Geräusch hinter ihm. Und als er sich umdreht sieht er, wie der kleine Parkplatz runtergefahren wird und vermutlich das J.A.E.O.-Fahrzeug abgelagert wird.

Der Junge scannt seine Karte und die Tür öffnet sich. Zum Vorschein kommt ein großer Raum mit drei Etagen. Man kann bis nach ganz oben schauen und jede einzelne der Etagen sehen. Geländer trennen Personen sie von der hohen Tiefe und schützen sie vor einem tödlichen Fall.

„Ist das-… Ist das die J.A.E.O.-Zentrale?“ fragt Yoru und der Junge lacht. „Das hier ist ein Raum von hunderten. Aber das ist nicht das wichtige. Wir haben mehrere Gründe. Du da! Shiro, du kennst doch den Plan vom Chef. Bring Yoru bitte zu ihm. Okay?“ Der Soldat, der gerade eben erst mit ein paar anderen gelandet und durch den Landeplatz hereingekommen ist, atmet tief ein und meint: „Okay.“ Es ist der selbe Soldat, den Yoru vorhin mit seinen Freunden sah. Der nette, mit der Narbe im Gesicht.

Der Junge rennt in einen anderen Raum und Yoru und der Soldat, der ‚Shino‘ heißt, stehen alleine dort, im Eingangsraum. An einer Ecke stehen mehrere Automaten, auf den oberen Etagen sitzen mehrere Menschen an Computern, links von Yoru und Shiro eine leere Couch, davor ein Fernseher, rechte mehrere Monitore und daneben ein Raum, in welchem Yoru eine reihe an Spints sehen kann.

„Der Chef also. Dann bist du der, den er seit kurzem sucht. Huh?“ „Er sucht mich?“ Wieso sollte der Chef von JAEO mich suchen? Ich habe nichts getan. Oder? „Ich bin mir nicht sicher. Rede am besten mit ihm selbst. Ich bringe dich zu ihm. Folge mir.“ Er läuft die Treppen hoch, auf die dritte Etage und von dort in einen von vielen Nebenräumen. In diesem steht eine große Türe, welche er öffnet. Und ein gigantischer Hohlraum kommt zum Vorschein, durch welchen abertausende Gleise mit kleinen Plattformen führen.

In der Mitte ist ein quadratischer Pfeiler, welcher aus den Tiefen emporschaut, zu welchem all diese Gleise führen. „Steig auf“ sagt Shiro und stellt sich in eines der lohrenähnlichen Fortbewegungsmittel. Yoru kommt dazu und sie fahren in die Mitte. Überall um sie herum sind abertausende Lichter von Fenstern zu erkennen. Selbst unter ihnen leuchten sie schwach auf.

Als sie in der Mitte ankommen, steigt Shiro aus, guckt sich um und steigt in ein anderes ein. „Wie heißen die Teile eigentlich?“ fragt Yoru und deutet auf das, auf was sie gerade stehen. „Sie haben keine wirklichen Begriffe. Am ehesten könnte man vielleicht… Aufzug dazu sagen? Eine Lohre ist es ist. Wobei. Es ist auch kein üblicher Aufzug. Sagen wir einfach ein ‚A Aufzug‘.“

Sie fahren über den nächsten A Aufzug nach oben, in einen kleineren Raum und laufen von dort aus über eine Treppe nach unten, wo sie mit einem normalen Aufzug auf die unterste Etage, über 100 Meter unter dem Boden, fahren. Die Türen öffnen sich und sie stehen vor einem großen Raum, dessen Wände aus Monitoren bestehen, auf welchen beruhigende blau-pinke Farbwellen angezeigt werden, die miteinander verschmelzen und sich wieder lösen.

Ganz am Ende das langen Raumes ist ein Pult, hinter welchen ein Mann sitzt. Er schaut auf seine Papiere und fragt: „Was?“, als er sich langsam aufrichtet und zu mir schaut. „Laut Tenshi wollten sie diesen Jungen sprechen“ sagt Shiro. „Wie heißt du, junger Mann?“ „Y-Yoru.“ „Gut. Shiro, warte du bitte oben auf ihn. Ich wünsche mir ein privates Gespräch unter vier Augen.“ „Verstanden.“ Er steigt zurück in den Aufzug und fährt hoch.

Der Chef, Ryozuki, trägt eine rote Jacke, ein schwarzes Shirt und hat kürzere, grau-braune Haare.

„Komm ruhig näher.“ Yoru tritt fünf Schritte nach vorne. „Du bist also Yoru. Yoru Sazuki. Stimmt das?“ „Das stimmt, ja.“ „Zweiter Sohn, adoptiert, von Hiroto Sakurai und Sayo Namaku.“ „Richtig.“ „Gut. Die Dinge, die ich mit dir besprechen will, sie müssen bis morgen Abend warten. Aber solange sollst du bei Shiro leben. Verständlicherweise nur, wenn du für JAEO Arbeiten willst.“

„Will ich. Keine Frage.“ Er lacht. „Perfekt.“ „Aber wieso soll ich bei Shiro leben?“ „Du solltest irgendwo leben, wo du schnell hierher kommen kannst. Und als ihr beide gerade gemeinsam runtergefahren seid und den Raum betreten habt, habe ich mich dafür entschieden. Bis morgen Abend.“

Er richtet sich wieder seinen Papieren zu und lässt Yoru ohne Worte zurück. Dieser läuft zurück zum Aufzug und fährt hoch. Im Aufzug ist es laut und kalt. Es spielt keine Musik und die Lichter scheinen so hell, dass man beinahe seine Augen zusammendrücken muss. Doch es ist auch ein guter Ort um zu überlegen. Yoru hat nichts dagegen, bei jemand anderem zu wohnen. Im Gegenteil. Er würde sich darüber freuen. Aber so schnell, so spontan und dafür, dass er bei einer der wichtigsten Stellen der Welt arbeiten darf? Wieso er? Wieso nicht irgend jemand anderes? Aber das sind die Fragen, die er morgen Abend stellen kann.

Die Türen des Aufzugs öffnen sich. Sofort läuft Shiro zu ihm und fragt, wie es verlaufen ist. „Ganz gut… Denke ich. Er sagte, er will morgen Abend über genaueres sprechen und ich soll.. bei dir leben.“ Shiro erhebt eine Augenbraue und meint: „Huh. Das ist seltsam. Aber er weiß wahrscheinlich, dass ich noch einen freien Platz bei mir habe. Ich passe schon auf ein Kind auf. Aber zwei?“

Er läuft zurück zu den Treppen. Yoru neben ihm. „Aber dann ist es so. Willst du sofort mitkommen? Oder willst du erst noch Sachen von deinem zu Hause packen und mitnehmen?“ „Ich hab nicht wirklich viel Zeug. Wenig Kleidung, keine Wertgegenstände, außer einen alten Fernseher. Aber das ist auch schon alles. Also können wir gleich zu dir fahren. Wo wohnst du eigentlich?“

„In einem Devout-Komplex.“ Devout-Komplexe sind eine Ort breite Hochhäuser, in denen bis zu 10.000 Menschen leben können. Es gibt von ihnen seit der Apostelsituation eine ganze Menge. Sie werden besser geschützt, als normale Häuser, gelten als der sicherste Ort, an welchem man sich während einem Apostel-Angriff befinden kann und haben Platz für eine große Anzahl an Menschen. Jede Wohnung hat einen eigenen Balkon, mindestens ein Schlafzimmer, eine kleine Küche, die mit dem Wohnzimmer verbunden ist und ein Badezimmer. Wohlhabendere Personen haben das Glück, für ihr Geld einen Balkon, drei Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer, eine getrennte Küche und zwei Badezimmer zu bekommen.

Während ihrem Gespräch sind sie mit dem A Aufzug zurück gefahren, die Treppen runtergelaufen und befinden sich nun am Ausgang des Verstecks und zurück beim Parkplatz. „Verstehe. Dort hinten?“ fragt Yoru und zeigt auf ein Devout-Komplex, welcher nicht weit von der Schule entfernt steht. „Ja, dort. Aber wir sollten-“ Ein lautes Geräusch unterbricht ihn. Es ist eine Gruppe an Helikoptern, die die Leiche des Apostels transportieren. Ein weiterer Helikopter, alleine, kommt angeflogen, der ein Netz mit über 100 Engeln in diesem trägt.

„Ich hab-.. Ich hab mal gehört, dass die Kreuze, die vom Himmel fliegen, oft dann gesehen worden, bevor ein Angriff von Engeln geschah. Aber woher kommen die? Und wie genau haben die was damit zu tun?“ Shiro schaut in den Himmel. „Manchmal lösen sich kleine Teile vom Mond. Sie waren von der Erde angezogen und verformen sich bei ihrem Fall so, dass sie die Form eines Kreuzes annehmen. Und überall, wo solch ein Kreuz bislang einschlug, flogen eine Gruppe an Engeln hin.“

Er läuft zu einem Parkticketautomaten und scheibt eine Art Karte in diesen Hinein. Der Parkplatz verschwindet erneut im Boden. Als er sich wieder hochfährt, steht ein Auto auf ihm drauf. Ein 98 Holiday Coupe in rot. „Wie?“ „Jeder, der ein Auto besitzt, kann sich eine besondere Karte abholen. Wenn man hier parkt und die Karte scannt, merkt sich der Automat, welches Auto du geparkt hast, er lagert es unterirdisch ab und es wird dir zugeschrieben. Wenn du die Karte später wieder scannst, bekommst du das geparkte Auto zurück und kannst damit wegfahren.“

„Aber gibt es nicht Probleme, wenn mehrere Leute gleichzeitig ihr Auto abholen wollen?“ „Das ist das Problem“ antwortet Shiro. „Aber dafür wird es vielleicht bald eine Lösung geben. Aber wie gesagt nur vielleicht.“

Yoru hört, dass sich die Türe öffnet und sieht ein Mädchen aus dem Zentrale, dem HQ, laufen. Jemand, welchen er erst vor wenigen Stunden gesehen hat – Himari.

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