Katoku V.1 Ch.11 – In der Hitze

„Oh… Es war doch das richtige Bild…“ „Wie sollen uns die anderen jetzt finden?“ „Ich weiß es auch nicht.“ Wir sind gestrandet. Irgendwo im nirgendwo, in einer uns fremden Welt. Es ist heißt und alles was zu sehen ist ist eine Wüste und ein kleines Dorf.

„Sollen wir-.. Sollen wir uns im Dorf umschauen? Vielleicht finden wir irgend einen Weg zurück. Oder einen Zeguni Splitter. Oder vielleicht-„

„Oder vielleicht auch mich?“ frägt eine Stimme hinter uns. Wir drehen uns um und sehen ihn.

Bedrohlich steht er da. Seine langen, weißen Haare, spröde, wehen im Wind. Seine Augen mit Hass erfüllt.

„Ich bin nicht hier um euch zu töten. Nein, ihr könntet mir nicht egaler sein. Mein Großvater hat schon ein Mal gegen einen Sazuki gewonnen. Und so werde ich es auch. Also geht mir aus dem Weg.“

Er läuft an uns vorbei. Doch etwas stimmt nicht. „Dein Großvater?“ frage ich ihn. „Mein Großvater – Der Dämonengott – Zenelith, genau. Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet. Mein Name lautet, wie bereits gesagt, Zeyneth.“

„Wieso suchst du dann die Zeguni Splitter?“ „Um meinen Großvater zurück zu bringen. Sein Tot war eine Tragödie. Doch nicht nur für ihn, sondern auch für mein Vater – Yoru Sazuki.“ Und dieser Moment war es, an welchem ich überlegt habe aufzuhören.

„Dein Vater? Yoru Sazuki?“ „Du würdest es nicht verstehen. Mein Großvater schuf ein Wesen, einen Menschen, welchen er in zwei aufteilte. Einer von ihnen, Kasuo, Schwängerte die, die heute als ‚die Göttin‘ bezeichnet wird. Und da er nur eine Schöpfung meines Großvaters – Zenelith – war, wurde sein Kind, also ich, auch eine Schöpfung Zeneliths.“

„Aber…“

„Es gibt kein ‚Aber‘. Es ist so einfach. Und nun entschuldigt mich. Ich habe den Zeguni Splitter dieser Welt zu finden.“ Eine Aura umgibt ihn und er teleportiert sich.

„Ich bin verwirrt“ sagt Leafia. „Er ist also auch ein Sazukis?“ Plötzlich erscheint Jaster vor unseren Augen. „Nicht ganz. Marnie Sazuki, eine eher unbedeutende Frau für diese Geschichte, wünschte sich mit dem Zeguni einen Sohn. Dieser wurde jedoch von Zenelith geschaffen. Er hatte das Blut der Sazukis, das Blut der Götter, das Blut der Dämonen und das von Zenelith selber. Er war ein witziges Wesen. Also ist auch dieser Typ hier, Zeyneth, zum Teil ein Sazuki, aber auch ein Gott, ein Dämon und… was auch immer Zenelith für einen Nachnamen hat.

„Ehm. Wer bist du?“ frägt sie Jaster. „Nur eine witzige, kleine Nebenfigur. Beachtet mich nicht. Ich erkläre hier nur und bringe ab und zu schlechte Witze. Nichts wovon man sich fürchten müsste.“ Er verschwindet wieder.

„Ich bin noch verwirrter als zuvor.“ „Ich verstehe es grob. Aber auch egal. Lass uns einfach ins Dorf gehen. Vielleicht finden wir einen ähnlichen Ort wie den Tempel aus der ersten Welt, welcher uns zurück in unsere Welt bringen kann.“ „Wir müssten uns jedoch beeilen. Da die anderen weg sind vergeht die Zeit in unserer Welt normal und die Schule beginnt bald wieder“ ergänzt sie.

Ich muss grinsen. „Was ist los?“ frägt sie. „Ich finde es nur süß, dass du ‚unsere Welt‘ sagst und dich schon daran gewöhnt hast, dass du jetzt auf der Erde lebst. Das freut mich, da ich anfangs noch Angst hatte und dich nicht gegen deinen Willen hierher bringen wollte.“

„Ich finde die Erde mega schön und bin froh, dass ich auf ihr leben darf. Aber noch schöner, dass ich bei dir leben darf.“ Sie umarmt mich. „Gehen wir.“

Wir rutschen den sandigen Berg hinunter und nähern uns der Stadt. In der Mitte von dieser liegt ein kleiner See. Er ist die einzige Wasserquelle weit und breit. Wir betreten die Stand und werden von seltsamen Menschen gegrüßt. Sie alle schauen aus wie weiße und schwarze Polygone.

„Gegrüßt seid ihr, hier in unserem Dorf. Was führt euch hierher?“ fragt uns eine der Wachen am Eingang. „Wir kommen von weit weg und schauen uns nur um.“ Das ist mit Abstand das seltsamste, was man als Begründung sagen könnte. „Sehr gut. Schaut euch um.“ Doch es hat funktioniert.

Wir laufen nebeneinander durch das kleine Dorf. Doch es gibt nicht wirklich viel zu sehen. Nur kleine, weiße Lehmhäuser. Die Menschen jedoch schauen sehr interessant und komisch aus. Als wären sie aus einem alten Nontendo 65 oder Playn’tStation 1 Spiel. Nur noch seltsamer.

„Denkst du wir werden überhaupt irgendwas finden? Einen Splitter oder sowas in der Art?“ frägt sie. „Gute Frage. Hoffen wir einfach.“ Wir schauen uns weitere 20 Minuten um. Doch wir finden nichts.

„Ich kann mir leider gut vorstellen, dass irgendwo in der Wüste ein Tower oder sowas steht, in welchem der Splitter ist. Dieses Dorf ist so klein, und die Leute so seltsam, hier kann nichts sein.“ Und dann fällt mir etwas wichtiges ein. „Zeyneth, wo ist er? Er sagte doch, dass er den Splitter auch sucht? Aber er ist hier nirgendswo zu sehen. Also ist doch irgendwo in der Wüste etwas.“

Wir laufen um das Dorf herum und suchen nach Fußspuren, welche vom Dorf wegführen. Und nach wenigen Minuten finde wir tatsächlich welche. Wir folgen ihnen. Mehrere Minuten lang. Und irgendwann kommen wir am Rand der Welt an. Ja, am Rand. Dann diese komplette Wüste liegt nur in einer gigantischen Halbkugel aus Glas. Und sie ist nicht die einzige. Wir schauen runter und sehen, dass unter dieser Wüste noch weitere schweben. Um die 30 Stück.

„Auf irgendeiner von diesen Kugeln ist der Splitter? Aber wie ist Zeyneth dorthin gekommen? Kann er fliegen?“ „Sehr wahrscheinlich. Und wir könnten es auch, würden wir besser mit dem Erashin umgehen können.“

Nur wenige Sekunden bevor Hitachi und Leafia alleine in die zweite Welt gereist sind hat Itsuki sie gesehen. Er ging zu Akihiro, welcher Myerlien bei ihm trug, erzählte ihm davon und sie folgten ihnen.

Sie wachen alle, verwirrt, auf einem Sandhügel auf. Sie sehen die Spur, welche nach unten zum Dorf führt und folgen dieser. Sie suchen im Dorf nach den anderen beiden, aber fanden sie nicht. Bis Akihiro sie irgendwann beim Hochlaufen der Wüste sah. Sie liefen ihnen hinterher, bis sie am Rand der Welt ankamen.

„Hey“ spricht eine Stimme hinter uns. Wir drehen uns um und sehen die anderen. „Ihr habt hierher gefunden? Gott sei Dank! Wir sind übrigens nur aus Versehen in diese Welt geflogen. Ich hab gedacht, dass das Bild nach Zene-.. Zeyneth aussah, berührte es und dann waren wir hier.“ „Haben wir. Aber wer ist Zeyneth?“ frägt Itsuki.

„Dieser Typ ist kein alter Zenelith. Er ist.. sozusagen sein Sohn.“ „Verstehe.. Habt ihr schon irgendwas herausgefunden?“ „Nicht wirklich. Auf irgendeiner dieser Inseln soll der Splitter sein. Aber wir wissen nicht auf welcher“ antwortet Leafia.

„Wartet hier!“ Myerlien beginnt zu glühen und fliegt los. Blitzschnell fliegt er von Insel zu Insel und schaut, welche von ihnen eine seltsame Energie ausstrahlt. Wenige Sekunden später kommt er zu uns zurück geflogen. „Wir haben ein Problem.“

Zu hören ist ein lauter, tiefer Schrei und ein gigantischer Springt von Halbkugel zu Halbkugel. Er nimmt direkten Kurs auf uns.

„Was jetzt?!“ frägt Akihiro. „Das Ding muss getötet werden, bevor es uns tötet“ sagt Itsuki. Myerlien schaut uns ernst an. „Das Ding muss getötet werden, da es einen Zeguni Splitter in sich trägt.“ Also ist die Sache ernst.

Die Bestie kommt wenige Meter neben uns auf den Boden auf und versinkt in diesem. Währenddessen versuchen wir sie mit Projektilen zu treffen. Es gelingt, doch sie scheint nicht wirklich großen Schaden davon zu leiden.

Plötzlich beginnt der Boden unter uns zu beben. „Das Ding wird jede Sekunde unter unseren Füßen auftauchen und versuchen uns zu fressen. Wir sollten lieber rennen!“ Wir rennen, außer Akihiro. Aus dem Boden kommt der Wurm. Akihiro steht direkt neben ihm, formt mit seinem Erashin ein Schwert, steckt es seitlich in den Wurm und lässt ihn sich selbst langsam aber sicher töten.

Während der Wurm noch immer aus dem Boden empor steigt spritzt sein Blut über unsere Köpfe hinweg. Geschwächt und überrascht verfehlt der Wurm seinen Aufprall und kippt zur Seite um. Akihiro boosted seine Geschwindigkeit mit Erashin und zieht ein Mal am kompletten Wurm entlang. Seine Körperflüssigkeiten treten aus und er beginnt zu zittern.

Daraufhin verschieße ich einen dünnen Strahl, welcher grob das Herz des Wurms treffen sollte. Wenn der Wurm so aufgebaut ist, wie ich denke, dann sollte dort sein Herz sein. Der Strahl fliegt, durchdringt den Körper und der Wurm hört auf sich zu bewegen.

Ahh, yes! Sehr gut gemacht!“ sagt Akihiro. „Das war von dir sehr gut gemacht. Auf die Idee wäre ich erst gar nicht gekommen, nachdem er rausgeschossen kommt das Schwert in ihn zu stecken, sodass er sich selbst tötet.“ „Das meine ich ja. Bin ich nicht genial?“

Myerlien springt in die Überreste des Wurms und sucht den Splitter. Wenige später kommt er, triefend, aus dem Wurm hinaus. In der Hand ein Splitter. „Nummer drei.“

Ich spreche die Worte, welche mir Jaster lehrte, sauge das Erashin auf und gebe jeweils einen Teil an Akihiro, Itsuki und Leafia. Doch Myerlien schaut mich wieder seltsam an.

„Wie kommen wir wieder zurück?“ frage ich ihn. „Ganz einfach. Folgt mir.“ Er läuft zum Rand und schaut runter. „Versucht möglichst auf keiner Halbkugel zu landen.“ Er springt. „Sollen wir wirklich?“ frägt Itsuki. Wir springen.

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