Devout Mecha Exodus Chapter 7 – Brücke

Die Hitze brennt fast schon auf der Haut. Yoru und Himari stehen auf und laufen los, über die Straßen, entlang an den Feldern. Bis der Boden anfängt zu beben. Hinter einem Berg in der Ferne kommt etwas zum Vorschein. Eine Form, die herumschwebt und sich langsam offenbart. Eine große, pinke, eckige Kugel aus Pentagons – ein Dodekaeder. In jedem Pentagon, mittig, befindet sich ein Auge.

Die Bestie schwebt hinter dem Berg hervor, bis inmitten der Stadt und gibt dabei laute, unmenschliche Schreie von sich. Yoru, Himari und tausende Andere starren in diesem Moment die Bestie an. Mehrere ihrer Augen fallen auf die Sonne. Zwei strahlen kommen aus den Apostel Augen geschossen. Mit ihnen ertönen zwei hohe, schnelle Geräusche. Sie fliegen auf die Sonne. Und als sie aufbrechen, sinken die Temperaturen geschwind.

„Dann lag es doch daran“ sagt Himari leise und läuft weiter. „Komm mit. Wir müssen nach Hause und darauf warten, dass uns Shiro zur Basis fährt. Wir-“ Inmitten ihres Satzes fängt ihr Handy an zu klingeln. Sie geht ran, sagt: „Ja“, „Bei Yoru. Wir sind auf dem Heimweg“ und „Verstanden.“ „Wer war es?“ fragt Yoru. „Jemand von JAEO. Misaki heißt sie. Sie meinte, es wurden bereits ein Amb, der weiße, und ein Trupp an Soldaten losgeschickt und wir sollten uns keine Sorgen machen.“

Der weiße Ambassador? Also Tenshi…

„Verstehe.“ Er läuft weiter, mit ihr an seiner Seite. Über die Straßen, die mittlerweile durch die Felder hindurch verlaufen, eine Treppe hoch, an mehreren Blumen und Bäumen vorbei bis zur S-Bahn. Dort sitzen die Beiden auf Stühlen und warten auf die nächste Bahn.

Es dauert nicht lange, bis diese kommt und sie in diese einsteigen. Die Türen schließen sich hinter ihnen. Himari setzt sich sofort an einen freien Platz. Yoru wiederum lässt sich kurz Zeit und schaut sich die Bahn an. Sie ist fast leer. Und als er sich hinsitzt, wird alles schwarz. Es ist Nacht. Die Bahn ist voll. Voller Personen, die er nie zuvor gesehen hat. Sie schauen ihn alle an.

Er guckt neben sich und merkt, dass Himari verschwunden ist. Die Reihe, in welcher er sitzt, ist vollkommen leer. Doch vor ihm und in den Reihen neben ihm sind alle Plätze besessen. Durch die Fenster scheint das Licht des Mondes. „Was ist… Was ist passiert?“ fragt er sich. „Bin ich eingeschlafen und sie ist ohne mich gegangen? Wieso sollte ich eingeschlafen sein. Ich war gerade eben noch hier. Was passiert gerade?“

Die Personen schauen ihn weiterhin an. Mehrere Kinder, darunter eine Person mit einer lilanen Jacke, ein gut gekleideter Mann, ein grünhäutiger Mann in einem Königsmantel, ein Mädchen mit Brille, ein junge mit roten, stacheligen Haaren, einer mit weißen Haaren und Hörnern auf dem Kopf, ein Mann mit fettigen Haaren und einem Bart, eine Frau mit blonden Haaren, sogar zwei Füchse.

Er nimmt langsam seine Kopfhörer aus der Jackentasche, steckt sie in sein Ohr und lässt Musik laufen, die ihn ablenken soll. Aber das stetige Gefühl beobachtet zu werden gibt ihm keine Ruhe. Er fängt leicht an zu zittern und sieht für mehrere Millisekunden etwas vor sich. Er weiß nicht genau, was es ist. Es ist unscharf und gleichzeitig scharf, verschwommen, vermischt, blass, doch intensiv. Tausende Lichter. Und eine Form.

Er rührt sich keinen Millimeter und kippt nach rechts um. Seine Augen weit geöffnet. Dort liegt er für Stunden, Tage, Wochen. Die Personen hören nicht auf, ihn anzuschauen. Bis sie.. doch damit aufhören und gehen. Einer nach dem Anderen verlässt die Bahn. Und Yoru fühlt sich so, als konnte er nicht die Hoffnungen und Wünsche der Personen erfüllen. Er fühlt sich schlecht und schaut ihnen zu, wie sie gehen. Bis die Bahn leer ist. Und er allein ist.

Sie fährt weiter und er schaut raus. Die Sonne ist gerade dabei, unter zu gehen. Und plötzlich sieht Yoru sich selbst. Er ist dort draußen. Unter ihm eine gigantische Stadt die fast nur aus Hochhäusern besteht. Yoru ist dort und nutzt eine Art Magie, um sich durch die Luft zu schießen. Doch-

„Alles okay?“ fragt Himari, die neben Yoru sitzt. Er schaut sich um. Die Sonne ist am Himmel, über der Stadt fliegt der Apostel und sie sitzen in der Bahn, gemeinsam mit drei andere Personen. Zwei vorne und einer hinten. „Was ist-… Was ist passiert?“ „Du hast dich hingesetzt, warst still und hast nur in eine Richtung geschaut und angefangen zu zittern. Ist etwas passiert?“

„N-Nein. Ich hab nur… getagträumt, denke ich.“ „Verstehe…“ Sie sitzen nebeneinander. Hinter ihnen der blaue Himmel. Das weiß der Wolken schaut im Kontrast zum Himmel sehr schön aus. Auch die Berge in der Ferne.

Die Bahn fährt den Berg hoch. „Schau mal!“ meint Himari und guckt aus dem Fenster, rüber zum Apostel. Zwei Helikopter voller Soldaten und der weiße Ambassador, Kami, greifen den Apostel an. Die Bahn hält, als sie oben ankommt und öffnet ihre Türen. Yoru und Himari steigen aus und warten mehrere Sekunden, bis die Bahn weiterfährt und sie den Apostel sehen können.

Er ist doppelt so groß wie Kami. „Wie groß ist der weiße Amb? Oder wie groß sind allgemein die ganzen Ambs?“ „Der Weiße ist 55 Meter groß. Der Blaue auch. Der Rote ist 50 Meter groß und der Lilane soll angeblich 60 bis 70 Meter groß sein.“ „Dann ist der Apostel bestimmt 100 Meter groß. Oder?“ „Bestimmt. Wenn nicht sogar noch größer.“

Sie stehe gemeinsam dort oben und starren hinunter, zu den Soldaten und Tenshi, der Kami steuert. Plötzlich dreht er sich zu ihr um und umarmt sie. Sie, verwirrt, drückt ihn weg und fragt, was das soll. „S-Sorry. Ich… Sorry.“ Ohne richtige Antwort läuft Yoru zum Haus. Er steigt in den Aufzug ein und Fährt los. Auf der elften Etage angekommen, wo ihre Wohnung liegt, schaut Yoru über die kleine Mauer, die als Geländer dient, und sieht Himari. Sie steht noch immer dort.

Shiro gab den beiden Kindern am Morgen je einen Hausschlüssel. Daher kann der Junge ohne Problem in die Wohnung. Er legt seine Tasche in die Ecke seines Zimmers und läuft zurück zum Geländer, von wo er den Himmel und die Häuser beobachtet. Himari ist nicht mehr zu sehen. Nur wenige Momente später öffnet sich die Aufzugtür und sie läuft an ihm vorbei. Die Wohnungstür steht noch offen, weshalb sie schnell hineingelangt und auch ihre Tasche in ihr Zimmer stellt. Als sie zurück zum Geländer laufen will bemerkt sie, dass Yoru weg ist.

„Der Apostel kam früher, als gedacht!“ ruft jemand eine halbe Stunde zuvor. Misaki kann und will ihren Ohren nicht trauen. „Ist er schon da?“ „Ist er!“ ruft der Mann. „Gottverdammte Scheiße. Der Weiße! Wo ist der Weiße? Schickt ihn. Und Flugtrupp Alpha und Gamma!“ Sie tippt mehrere Dinge auf einer großen Bedienplatte an und verbindet sich mit der Zentrale der Soldaten auf Etage 124, Bereich G.

„Welche Flugtrupps sind gerade da?“ fragt sie. „Truppen Alpha, Beta, Gamma, Delta und Epsilon.“ „Wir benötigen unverzüglich Trupp Alpha und Gamma.“ „Verstanden.“ Irgendwo in einer anderen Ecke des JAEO HQs machen sich eine Gruppe an Soldaten bereit und steigen in einen Truppenhelikopter ein, der an die Spitze des Berges gefahren wird, von wo sie abheben. Erst der Eine, dann der Andere.

Gleichzeitig wird Tenshi, der in diesem Moment schon in der JAEO Zentrale gewartet hat, Bescheid gegeben. Er läuft sofort los und macht sich bereit. Helikopter und Ambassador starten zur selben Zeit und machen Sich auf den Weg zum Apostel.

Yoru läuft die Straßen entlang. Vom Berg der Devout-Komplexe nach unten, ins Innere der Stadt. Auf seinem Weg fahren alle paar Sekunden Autos an ihm vorbei. Und das, trotz dass es eigentlich verboten sein sollte. Aber es gab keine Warnung. Daher konnten weder Passanten, noch Fahrdienste Bescheid gegeben werden, dass sie nicht fahren dürfen. Die Warnung kommt dafür nur wenige Sekunden später. Ein lauter Alarm, eine kurze und klare Durchsage und der Moment, an welchem Yoru realisiert, dass er wieder zurück muss.

Er dreht sich um und läuft die Brücke hoch, bis ihm etwas auffällt. Die Apostel haben einen siebten Sinn, der Menschen ortet, die an sich in freier Luft befinden. Demnach sollte der Apostel versuchen, Yoru anzugreifen. Als ihm dies auffällt, läuft er noch schneller. Doch ein Laser fliegt, ein lautes Geräusch ertönt und ein Retter erscheint. Der Laser trifft nur wenige Meter hinter Yoru auf und die Brücke beginnt zu brechen.

Doch weiße Amb, der Retter, rennt rechtzeitig zu ihm und fängt ihn auf. „Das ist noch mal gutgegangen“ hört er die Stimme von Tenshi sprechen. „Danke!“ Der Amb klettert den Berg hoch und legt Yoru vor dem Devout-Komplex ab. Sie winken sich zu und er springt zurück in die Stadt, wo der Kampf gegen den Apostel für ihn weitergeht.

Yoru, wiederum, steht vor dem nächsten Problem. Die Devout-Schilder der Devout-Komplexe werden automatisch aktiviert. Es gibt keinen Weg, dies zu umgehen. Er setzt sich vor das automatisch aktivierte Schild hin und wartet. Bis Himari von oben runterruft: „Diese Schilde sind anders. Das weißt du, oder? Du kannst durchlaufen!“ Er, irritiert, schaut kurz zu ihr hoch, steht auf und versucht, was sie sagt. Und tatsächlich kann er ohne Probleme hindurchlaufen.

Oben angekommen dankt er ihr. „Keine große Sache. Es wurde vielleicht auch zu selten in der Öffentlichkeit erwähnt. Schilder in der Stadt sind Schilder des Typs 3. Sie schützen das Haus vor sämtlichen Lebensformen. Ganz normale Häuser haben einen Schutz des Typs 1. Sie schützen vor keinen Lebewesen. Nur von Angriffen. Also von Lasern, Explosionen, und so weiter. Devout-Komplexe haben Schild Typ 2. Sie schützen vor Aposteln, aber nicht vor restlichen Lebewesen. Also kannst du auch zukünftig einfach durchlaufen, wenn sowas noch mal passieren sollte.“

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