Tenui stützt sich auf den Händen ab und sieht, wie das Laken unter ihm zerfällt. Über seine neu erlangten Kräfte total verwundert verlässt Tenui das Krankenhaus. Da fragt ihn eine Stimme: „Ist das bereits alles?“ Verwundert schaut er sich um. „Wieso so verkrampft? Hast du etwa Angst? Angst, erwischt zu werden?“ Als er sich umdreht, hört er die Stimme weiterhin an derselben Stelle. Auch als er zur Seite schaut und sich nach vorne beugt. Es ist fast so, als würde diese Stimme aus ihm heraus sprechen. Als sei sie tief in seinem Inneren. Da zieht er die Augen weit auf. „Das kann nicht sein…“ „Dann hast du es also erkannt? Schneller, als ich gedacht hätte. Du bist ziemlich schlau. Schlauer, als ich erst dachte.“ „Schweig und sage mir, wie du in meinen Kopf gelangt bist!“ „Ich bin nicht in deinem Kopf, ich bin in deinem Körper!“ „Wie-… Diese Narbe.“ „Gut erkannt.“ „Nein, das ist unmöglich! Es wurde wieder an meinem Körper herumexperimentiert? Aber wieso sollte ich dann urplötzlich eine Stimme hören? Du täuscht mich – nicht wahr?!“ „Ich geriet in einen Kampf mit einer anderen Schurkin. Während dieses Kampfes flogen wir beide durch einen Bus hindurch, knallten gegen einige Häuser und starben.“ „Und weil dieses Krankenhaus für meinen Vater arbeitet und dessen Anweisungen nachgeht, ersetzten sie die Organe meines Körpers, die während des Unfalls beschädigt wurden, mit deinen. Doch wieso sollte ich dann auf einmal deine Stimme hören?“ „Meine Kräfte gingen über die Materie hinaus. Verwitterung und Rekonstruktion waren die Namen meiner Kräfte. Doch auch konnte ich durch Berührungen in die Tiefen der Psyche jener eindringen, die vor mir standen. Das wird der Grund sein, weshalb ich nun in dir weiterlebe.“ „Und nun?“ „Wie es fortan weitergehen wird, überlasse ich dir. Doch frage ich dich: Was hältst du von dieser Welt?“ „Sie ist verdorben. Ein Prozent der Bevölkerung ist dem Rest überlegen. Wer seine Kräfte für sich selbst nutzen möchte, der landet im Gefängnis. Helden werden vergöttert, wobei sie Leute bezwingen, die oftmals nicht mehr versuchen, wie ihr Leben zu leben. Diese Helden sind der größte Abschaum und wie schon viele Schurken zuvor möchte auch ich ein Zeichen setzen und diese Welt auf ewig verändern.“ „Dann möchte ich dir dabei helfen, Tenui Milangi.“
Ärzte zerfallen, als Tenui sie berührt. Nervös bleibt Kaito liegen. Doch das Gerät, welches seinen Puls misst, wird immer schneller. Ahnt Tenui, was hier vor sich geht? Scheinbar nicht, denn dieser eilt die Treppen hinunter. Er kann es kaum glauben. „Ich lebe also mindestens einen weiteren Tag. Oder ein paar weitere Minuten bis Stunden. Man weiß doch nie. Aber was jetzt? Seit wann hat Tenui schon Kräfte? Zudem sagte er: ‚Keine Zeugen‘ – Muss sich Kaito also Sorgen machen und befürchten, er stünde nun auf der Liste von Tenui? Schließlich würde der Junge denken, Kaito wüsste nicht einmal, wer mit ihm in diesem Raum gelegen sei. Vielleicht wird sogar er selbst dafür beschuldigt. Und als er diesen Gedanken hat, will er unverzüglich abhauen. Denn eine falsche Beschuldigung kann Leben ruinieren. Er löst sich von den Kabeln, die um ihn gebunden wurden und schaut, ob er überhaupt genug Kraft zum Laufen hat. Anfangs scheint es so, als würde es ihm schwerfallen. Doch dann glaubt er, den Dreh rauszuhaben und läuft bis zum Fenster. Sie sind auf der zweiten Etage. Was sollte er nun tun. Er könnte seine Fähigkeit nutzen, um den Fall zu dämpfen und kann anschließend fliehen. Doch was, wenn ihn dort draußen Tenui sieht? Er könnte den normalen Weg nach draußen nehmen. Nur besteht die Chance, dass Tenui dort draußen verweilt und versucht, weitere dieser Ärzte zu erlegen. Dann könnte Kaito noch im Zimmer warten. Doch wenn er einmal neben den ganzen zerfallenen Menschen erblickt wird, heißt es, er sei der Mörder gewesen. Aus dem Fenster zu springen scheint noch die beste Möglichkeit zu sein.
Da öffnet er das Fenster und schaut hinaus. Er sieht eine ganz kleine Wiese, an der ein Steinweg angrenzt, welcher durch den kleinen Vorhof bis zum Gehweg führt. Vorsichtig klettert er hinaus, schließt die Augen, atmet tief ein und lässt sich fallen. Und kurz vor dem Aufprall mit dem Boden verlässt ein kraftvoller Wundschub seinen Körper, der ihn vor jeglichem Schaden hütet. Schnell läuft er zum Gehweg und rennt diesen entlang. Grob weiß er, wo er sich gerade befindet. Eine Bushaltestelle sollte nicht weit von hier entfernt sein. Dann kann er nach Hause zurückkehren. Seine Mutter sollte doch bestimmt schon Bescheid bekommen haben, dass er in einen Unfall verwickelt war. Den einen Tag kann er dort bleiben. Und wie es dann weitergeht, verrät nur die Zeit.
Richtig cool und überraschend mit der Stimme 😮 Mag die Geschichte bis jetzt sehr
LikeLike