Katoku V.4 Ch.13 – Ba

Die letzte Stunde Unterricht beginnt. Wir Zeichnen abstrakte Dinge und bewerten sie am Ende gegenseitig.

Danach treffe ich mich mit Iylandra vor dem Haupteingang. „Hinachi wird bestimmt gleich kommen“ sagt sie, als Hina bereits die Tür hinter ihr öffnet und auf uns zuläuft. „Sollen wir?“ fragt Hina. „Ja. Vater wird wahrscheinlich auf dem Parkplatz warten. Schauen wir am besten nach.“

Wir laufen gemeinsam los und sehen ihn tatsächlich auf dem Parkplatz. Er öffnet die Scheibe. „Seid ihr auch wirklich bereit?“ „Ja. Sind wir.“ „Gut. Dann steigt ein.“ Er öffnet die Türen automatisch und wir steigen ein. Ich sitze neben ihm. Hinten sitzen Hinachi und Iylandra.

Das Auto hebt ab und fliegt los. „Die genauen Daten schicke ich dir gleich auf dein Handy. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, hat Hinachi bereite sie selben Infos und noch mehr, als wir. Ich schicke sie dir aber trotzdem.“ Wir fliegen in das Miumiu-Gebiet und landen auf dem Landeplatz.

In der Ferne ist ein Dorf zu sehen. Dort soll er sich also befinden. Hinachi, Iylandra und ich laufen los. Zum Glück gibt es sichere Treppen, welche über Schluchten führen. Es dauert daher nicht lange, bis wir ankommen. Leute des Militärs sind bereits vor Ort und schauen sich die gesprengten Häuser an.

Dieses Gebiet ist ein eher älteres. Die Häuser sind mit denen, aus dem Mittelalter Europas zu vergleichen. Die Dächer nicht wirklich dicht und aus einem Stroh-Stein-Gemisch gemacht, die Wände eher dünn und leicht zu brechen und die allgemeine Struktur ist nicht die Beste.

Wenn in so einem Gebiet nun jemand einen Anschlag mit modernen Waffen verübt, haben diese Menschen keine Chance auf Schutz. Aber jedes Gebiet möchte seine Traditionen beibehalten und sich nicht von Grund auf neu aufbauen müssen, was auch Sinn macht. Es ist schwierig.

Wir schauen uns die Überreste eines zusammengebrochenen Hauses an. Hier ist eine der drei Bomben gezündet worden. Ein kleinerer Teil steht noch. Hauptsächlich das Grundgerüst und Teile der untersten Etage. Wir betreten sie und schauen uns um. Kaputte Blumen und aus Holz geschlitzte Figuren liegen in der Ecke. Sie wurden wohl von der Bombe nach dort hinten geschleudert.

Mein Handy vibriert. Vater hat die Daten geschickt und ich lese sie mir durch. Es sind keine Daten über einen Täter, sondern über die allgemeine Situation, über mögliche Täter und die Vergangenheit des Cealestums mit diesem Gebiet. Es wurde von ihnen oft für das Schmuggeln in das Erd-Gebiet benutzt.

„Hast du eine Idee, wer der Täter sein könnte?“ frage ich Hinachi. „Nicht wirklich. An sich habe ich zwei Vermutungen. In der Nähe gibt es nur zwei Cealestum Mitglieder. Und beide können diese Stadt nicht sonderlich leiden.“ „Wie heißt diese Stadt eigentlich?“ fragt Iylandra Hinachi. „Mishuki“ antwortet sie.

Ich frage Hina, wo die zwei Mitglieder befinden. „Etwas südlich von hier. An einer Klippe. Dort ist ein verlassenes Dorf, wo nur noch die Zwei leben. Es ist zu Fuß nur knapp 10 Minuten entfernt.“ „Könntest du uns dort hinführen? Aber erst, nachdem wir uns noch etwas umschauen. Vielleicht finden wir noch einen endscheidenden Hinweis.“

Sie lächelt mich an. „Aber natürlich.“

Wir verlassen das Gebäude und schauen weiter. Ritter stehen auf den Straßen und gucken ebenfalls nach Hinweisen. Für diese Menschen muss es am schlimmsten sein. Sie leben ein Leben ohne Technik, ohne moderne Waffengewalt und ohne Schutz vor modernen Gebieten. Sie können quasi nichts gegen solche Angriffe tun. Aber genau dafür sind wir hier.

Nach weiteren 15 Minuten suchen geben wir auf und fragen Hinachi, ob sie uns führen kann. „Folgt mir“ antwortet sie und läuft los. Ich weiß noch immer nicht, ob wir ihr trauen können. Aber in diesem Moment haben wir keine bessere Möglichkeit.

Ich schaue ein letztes Mal zum Dorf zurück. „Alles okay?“ fragt Iylandra. „Ja. Es ist nur so seltsam. Es fühlt sich wie eine andere Welt an. Ein Gebiet ist voller Technik, das andere steckt noch immer um Mittelalter. Und nochmal andere sind quasi in der Zukunft.“

„Ich weiß. Es ist eine seltsame, aber schöne Welt.“ Ich bin einfach froh, dass Jaster sie erschaffen hat. Alles fühlt sich so frei an. Man kann in jeder Zeit leben, an jedem Ort mit wem auch immer man will. Dieser Planet ist ein reines wunder.

Wir laufen weiter, über dünne Wege, an Klippen entlang, bis wir an einem verlassenen Dorf ankommen. Viele Häuser sind bereits in sich zusammengebrochen. Nur noch wenige stehen. „Wir sollten aufpassen. Es kann gut sein, dass wir bereits erwartet werden. Wartet hier!“

Sie rennt vor, schießt sich mit einer Erdsäule hoch in die Luft und verschießt anschließend einen gigantischen, hellen Strahl auf das Dorf, welcher einen so großen Umfang hat, dass er jedes einzelne Gebäude trifft. Häuser bleiben stehen. Doch plötzlich ertönen schreie. Sie schießt sich mit einem Windstrahl direkt zu der Quelle der Schreie, einem Haus, erschafft ein Eisschwert und sticht in die Wand des Hauses. Es beginnt zu gefrieren.

Die Schreie ertönen erneut, doch diesmal um einiges lauter. Als sie langsam verdumpfen schneidet Hina das komplette Haus mit einem Schwertschwung durch. Die vordere Hälfte fällt nach vorne und zu sehen sind zwei Personen, komplett im Eis verschlungen.

„Wenn das kein voller Erfolg war, dann-…“ Sie realisiert langsam, dass eine Person im Haus nur eine Puppe war und nähert sich dem haus, um nachzuschauen. Plötzlich kommt ein Mann neben ihr aus dem Boden geschossen und schlägt mit einer Steinkeule zu. Sie fliegt bis zu uns.

So schnell ich kann versuche ich ihr aufzuhelfen. „Geht es dir gut? Ist alles okay?“ frage ich sie. Doch sie lächelt nur. „Alles gut.“ Der Mann nähert sich uns. Ein großer, muskulöser, chinesischer Mann ohne Haare, dafür mit Stirnband. Er lacht laut los und sagt mit einem starken Akzent: „Ihr dachtet ihr hättet gewonnen. Doch das habt ihr nicht. Jetzt denkt ihr ihr habt verloren. Und das habt ihr.“

Er wirft die Keule auf uns. Iylandra kann ausweichen und ich schieße mich mit einem Windstrahl davon. Doch als ich lande spüre ich einen großen Schmerz an meinem Rücken. Die Keule, er hat sie in der Luft so umgelenkt, dass sie mich trifft. Mir fehlt der Halt und ich falle um.

Es fühlt sich fast schon so an, als hätte ich mir etwas gebrochen.

Der Mann kommt Schritt für Schritt zu mir gelaufen. „Hast du Schmerzen? Alles okay. Denn ich werde sie dir nehmen.“ Er holt zum Schlag aus. Und genau als er zuschlagen will höre ich nur noch ein lautes Stöhnen. Er bricht vor mir zu Boden und eine Blutlache bildet sich.

Hinachi hat einen scharfen Steinstachel direkt durch seinen Körper geschossen, als er abgelenkt war. Ohne sie wäre ich zu 1000% gestorben.

„Vielen Dank“ ruft Kazuo zu ihr, als er aufsteht. „Gern geschehen.“ Die Drei laufen zueinander. „Geht es allen gut?“ fragt Iylandra. „Ja.“ „Ja.“ Kazuo erklärt: „Die Schläge haben nicht super weh getan. Aber waren trotzdem recht stark.“ Wo Hinachi zustimmt. „Immerhin haben wir jetzt die beiden wahrscheinlichen Täter erledigt. Aber sollten wir nicht noch Beweise finden?“

Iylandra hat recht. Wenn das wirklich die Täter waren, sollten wir es beweisen. „Haben sie irgendwo ein Haus, wo sie die Bomben herhaben? Oder haben sie sie von anderen Mitglieder zugeschickt bekommen?“ frage ich.

„Wenn ich es richtig verstanden habe, steht jedes Mitglied oder jeder Gruppe aus Mitgliedern für sich alleine da. Wenn sie Anschläge verüben, dann bauen sie auch die Bomben und Waffen selbst zusammen, oder beschaffen sie von einer Quelle. So hat es Vater mir erklärt. Deshalb half ihm auch kein Anderer bei der Firma.“ „Dann werden sie auch ihre Bomben hier irgendwo lagern. Schauen wir uns um.“

Iylandra schaut sich im oberen Teil des Dorfes um, Hinachi und ich uns im unteren Teil. Es dauert nicht lang, bis wir beide einen interessanten Raum finden. Die Wände stehen mit Plastikhalterungen zu, in welchem Bomben gelagert sind. Hunderte Bomben, stark genug um eine komplette Stadt auszulöschen. Gott sei Dank haben wir dieses Lager gefunden, bevor schlimmeres passiert.

Ich rufe Vater an und gebe ihm bescheid. „Sehr gut. Ich werde sofort ein Team dorthin schicken. Geht ihr möglichst weit weg, von der Stadt. Falls etwas mit den Bomben passieren sollte und sie sich selbst zünden.“ „Verstanden.“ Wir verlassen das Haus und gehen zurück zum Mittelpunkt der Stadt, wo wir uns vorhin noch von Iylandra getrennt haben.

Ich rufe sie an um ihr bescheid zu geben, aber sie geht nicht ran.

„Sucht ihr sie?“ fragt eine Stimme. Es ist der Mann von vorhin. In einer Hand hält er Iylandras Handy. Wie hat er überlebt? Hat er nur so getan, dass er gestorben ist? Verdammt.

„Ihr könnt dankbar sein, durch die Hände von Ba getötet zu werden.“ Er springt hoch in die Luft und wirft einen gigantischen Felsen auf uns. Hina und ich verschießen einen fusionierten Windstrahl, welcher gerade so stark genug ist, den Felsen zu durchdringen.

„Ihr seid nicht schlecht. Aber ich bin besser. Aber ihr habt schon lange verloren.“ Er zeigt auf das Haus, welches mit Bomben gefüllt war. Es explodiert. Und gleichzeitig ertönt auch in der Ferne eine Explosion. Wir schauen, woher die Explosion ertönte. Und sehen eine riesige Rauchwolke über Mishuki – der Hauptstadt vom Miumiu-Gebiet.

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