Katoku V.1 Ch.7 – Flucht

„Wieso?!“ frage ich. „Das kann nicht sein“ fügt Leafia hinzu. „Ihr seid verhaftet aufgrund zu tun habens mit mindestens einem oder einer Elfin.“ Die Ritter packen unsere Hände und legen Handschellen um diese.

„Mitkommen!“

Wir folgen ihnen bis zum Schloss. Jedes Mal, wenn wir versuchen zu reden, sagen sie nur: „Schweigt!“ Im Schloss angekommen führen sie uns bis zum Kerker, in welchen sie uns werfen. „Hier werdet ihr euer restliches Leben verbringen. Auf nimmer wieder sehen.“

Sie knallen die Tür zu. Wir sind allein. Zu fünft. In einer Zelle.

Leafia beginnt zu weinen. „Das ist alles meine Schuld. Ich hätte niemals fremde Leute einfach so aufnehmen sollen, ohne ihnen von den Gefahren zu erzählen.“ Ich versuche sie zu beruhigen. „Alles wird gut. Wir kommen hier wieder raus. Aber was ist genau los?“

Sie wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und erklärt: „Ich bin eine Elfin. Elfen sind nur in sehr wenigen Welten gerne gesehen. Wir sind das spirituellste Folg und kennen Wege, zwischen den Welten zu reisen. Doch viele Elfen nutzten dies zu ihrem Vorteil. Sie beklauten Leute und verschwanden für immer von den Welten, in denen sie klauten. Man hatte nie eine Chance, seine Sachen wieder zurück zu bekommen. Deshalb wurden Elfen von vielen Dörfern in vielen Welten verbannt.“

„Du weißt, wie man einfach zwischen Welten reisen kann?“ frage ich. Doch sie schaut zu Boden und ihr kommen fast erneut die Tränen. „Ich kann es nicht. Ich bin nicht gut genug. Meine Eltern haben mich damals in diese Welt geschickt, um hier in Sicherheit zu leben. Es gab keinen logischen Weg, dass die Bewohner herausfinden können, ob ich eine Elfin bin oder nicht. Aber irgendwie…“

„Ich kann mir gut denken, wie sie darauf gekommen sind“ sagt Myerlien in einem wütenden Unterton. „Es kann nur er gewesen sein. Oder?“ frägt ihn Itsuki. „Dieser Bastard ist uns auf den Fersen. Er weiß, was wir wollen und versucht und davon abzuhalten.“

Stille.

Über uns sind viele Leute zu hören. Es scheinen die stark belebten Gänge des Schlosses zu sein.

„Könnt ihr nicht einfach euer Erashin benutzen und diese Gitter zerstören?“ frägt Akihiro. „Das war der Plan. Aber wir warten, bis weniger Leute zu hören sind“ antworte ich. „Ach so, verstehe.“ „Wie dem auch sei. Aber du weißt also, dass es die ganzen Welten gibt? Aber du kennst keinen weg, zwischen ihnen zu reisen?“ frage ich sie.

„Genau. Deshalb habe ich dich gestern Abend gefragt. Ich dachte ihr kennt einen Weg, von hier zu verschwinden. Ich hasse dieses Dorf. Ich hasse diese Welt.“ „Das ist gut. Denn wir werden bald gehen. Doch davor müssen wir etwas besorgen. Myerlien, darf ich ihr davon erzählen?“

„Sie scheint ein Teil des Teams zu sein. Oder zumindest scheint es so, als würdest du sie liebend gerne als ein Teil des Teams einführen. Nur zu.“ Leafia schaut mich neugierig an. „Es gibt einen Kristall, mit welchem man sich alles wünschen kann. Dieser wurde vor mehreren Jahren in einem Kampf zerstört und über die Welten verteilt. Ein seltsamer Mann mit dem Namen ‚Zenelith‘ versucht all diese Splitter zu sammeln und sich den Untergang aller Welten zu wünschen.“

„Und ihr versucht diese Splitter vom Kristall zu sammeln, bevor er sie alle hat?“ „Genau.“ Sie schaut mich verwundert an und überlegt. „Kann sich jeder etwas mit diesem Kristall wünschen? Und kann er nur einen Wunsch erfüllen?“

Ich schaue zu Myerlien um anzudeuten, dass er antworten soll, da ich natürlich keine Ahnung habe. „Er kann alle 10 Jahre einen Wunsch erfüllen. Und nur besondere Menschen können dieses Kristall benutzen. Hitachi ist einer davon. Seine ganze Familie hat die Kraft, das Zeguni – so heißt der Kristall – zu nutzen.“

„Was werdet ihr mit dem Zeguni machen?“ frägt sie. „Und wünschen, dass Zenelith stirbt. Weil es anscheinend keinen anderen Weg gibt, dass er stirbt“ antworte ich mit einer unsicheren Stimme. Denn so ganz habe ich es noch nicht verstanden. Doch Myerlien sagt nichts. Was zeigt, dass ich recht hatte.

„Verstehe. Und wo sich die Splitter befinden wisst ihr sicherlich. Und ich darf euch auf dieser Reise begleiten?“ „Wenn du möchtest, ja“ sage ich. „Ich kann für’s Heilen da sein. Mein Erashin ist eher auf das Heilen ausgelegt. Alles andere kann ich nicht wirklich gut. Dann würde ich euch so helfen.“

„Ideal. Wir haben noch keinen, der uns gut heilen kann. Dann wird das deine Rolle. Ich bin dir dankbar!“ „Ich sollte euch dankbar sein. Wenn ihr wirklich einen Weg kennt, zuwischen den Welten zu reisen, dann bin ich so unbeschreiblich froh.“ Sie umarmt mich.

„Es gibt nur ein Problem“ sagt Itsuki und lacht dabei verlegen. „Wir müssen in unsere Welt und können von dieser aus in andere Welten gehen. Wenn wir aber in unserer sind, wo wird Leafia dann bleiben? Bei dir, Hitachi?“ sagt er und lacht.

„Eure Welt?“ frägt Leafia verwirrt. „In unserer Welt wurden viele Brücken zu anderen Welten geöffnet. Über diese können wir reisen. Doch wir haben in unserer Welt noch ein normales Leben, müssen zur Schule, so Sachen. Wenn wir unser Leben leben und z.b. in der Schule sind, dann musst du irgendwo einen sicheren Ort zum leben haben. Aber du hast weder unser Geld, noch irgendwas anderes. Bei mir wirst du nicht schlafen können, wegen meinen Eltern. Aber wir finden schon eine Lösung.“ „Verstehe.“

„Sollen wir?“ frägt Itsuki und zeigt auf die Gitter. „Es ist ruhiger geworden.“ „Gut. Ich wäre soweit.“ Wir konzentrieren uns und eine Aura umgibt uns. Meine lila, die von ihm gelb. Wir geben beide unser bestes und schießen eine Druckwelle, welche mehrere Stäbe bricht.

Es ist weiterhin still. Keiner hat uns gehört, sehr gut.

„Schnell!“ „Halt! Was sollen wir oben machen? Wenn uns die Wachen sehen sind wir geliefert. Und draußen können wir auch nicht mehr rumlaufen, da dort die Ritter sind. Das einzige was wir tun können ist, den Splitter zu suchen und danach zurück zu reisen.“ „Dann tun wir das.“

Myerlien läuft voran. „Ich spüre eine leichte Energie. Ich finde den Weg zum Splitter. Wenn wir Wachen treffen müsst ihr sie mit Erashin aufhalten.“ „Werden wir.“

Wir laufen los. „Leafia, weißt du wie viele Stockwerke das Schloss hat?“ „Fünf Stück. Auf dem fünften Stock befindet sich das Schlafzimmer des Barons. Es ist am besten bewacht.“ „Dann wird dort wohl auch das Zeguni sein.“

Wir rennen die Treppen hoch. Bislang haben wir keine Wachen getroffen. Doch das soll sich schon bald ändern.

Wir rennen um die Ecke und dort stehen 4 Wachen. Sie halten ihre Schwerter bereit, doch mit zwei Projektilen sind sie schon besiegt. „Das ist unfair. Wieso zur Hölle könnt ihr dieses Erashin einfach so nutzen, ich aber nicht?“ regt sich Akihiro auf.

„Du bist zu ungeduldig und aufgeregt“ sagt Myerlien und läuft weiter.

Weitere Wachen kommen. Akihiro rennt auf sie zu und versucht sie niederzuschlagen, doch sie werfen ihn ohne Probleme zur Seite. Daraufhin verschießt Itsuki zwei gezielte Projektile auf ihre Köpfe. Sie platzen.

Wir laufen weiter, zur dritten Etage. Seltsamer Weise befinden sich dort gar keine Wachen. Auf der vierten Ebene sind nur 6 Stück, welche ebenfalls nach wenigen Geschossen besiegt sind. Nun stehen wir kurz vor der letzen Etage.

„Die Treppen hoch. Dann sind wir vor seinem Zimmer. Dort wird es irgendwo sein. Erwartet viele Wachen. Seid ihr bereit?“ frägt Myerlien. „Sind wir.“ „Gut. Los!“

Wir stürben die Treppen hoch, brechen die Tür auf und sind im Zimmer. Doch keiner ist da. In der Mitte des Raumes steht eine goldene Kiste. Wir öffnen sie und zu sehen ist ein blau-lilaner, durchsichtiger Splitter auf einem lilanen Samtkissen.

„Das ist er. Kein Zweifel. Doch es war einfacher als gedacht. Gehen wir, schnell!“

Wir rennen die Treppen runter. Ich erwarte bereits, dass jeden Augenblick eine Armee von Rittern angestürmt kommt. Doch noch immer bleibt es ruhig. Wir kommen durch, bis zur Eingangshalle.

„Was nun? Gehen wir zu diesem Tempel und teleportieren uns in unsere Welt zurück?“ „Genau. Wir öffnen die Tür und rennen sofort nach links, in den Wald. Dort bleiben wir nahe beieinander und ihr folgt mir. Ich kenne den genauen Weg zum Tempel.“

Langsam laufen wir zur großen Tür. Ich schaue mich um. An den Wänden hängen gigantische Bilder eines edlen Mannes. Das wird wohl der Baron sein. An der Decke hängen Kronleuchter und bänder in verschiedenen Blautönen.

Wir verlassen das Schloss, doch sehen eine Wand von Rittern. Doch es kommt noch schlimmer. Aus dem Himmel kommt Isagus geflogen. Er bleibt auf einer Stelle schweben, schwingt seine Flügel und eine gigantische Feuerwelle kommt geflogen.

Seine Flügel beginnen zu brennen und Funkel fliegen. Vereinzelnd tropft verschmortes von ihnen. Und eine feurige Aura beginnt ihn zu umgeben.

Die Ritter renne auf uns zu und drücken uns zu Boden. Wir sind zu schwach auch nur irgendwas zu machen. Sie reisen Myerlien den Splitter aus der Hand und werfen ihn Isagus zu. Ist das das Ende? Soll es doch so schnell vorbei sein? Doch Akihiro zittert.

„VERDAMMTE SCHEIßE!!!!“ schreit er. Und eine orangene Aura umgibt ihn. Er steigt zu Lüfte. Sein Kopf auf die Ritter gerichtet, seine Augen glühend. Er verschießt ein Projektil nach dem Anderen. Ihre Rüstungen beginnen zu brechen und sie ergreifen die Flucht.

„Muss man hier also doch alles selber machen?“ sagt Isagus genervt. „Dann ist es wohl so. Ihr fünf, macht euch auf euren Untergang gefasst!“

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