Kaito sitzt in der hintersten Reihe des Buses. Gleich neben Tenui, einem Klassenkameraden von ihm. Der Bus fährt los. Insgesamt sollte er an zwei Stationen halten, bevor er die Schule erreicht. Auf dem Weg zur ersten Station schaut Kaito kurz zu seinem Nebensitzer rüber. Eine kleine Narbe an dessen Wange, die neu zu sein scheint. Die Haare schwarz, die Augen lilafarben und leicht gerötet. Er glaubte schon seit längerem, dass Tenui Zuhause einiges durchmachen könnte. Das würde auch seine zurückhaltende Art erklären. Er ähnelt einem scheuen Tier, welches erschreckt, wenn man ihm zu nahe kommt. Die Augen leer, die Stimme kaum zu hören. Die erste Station wird erreicht. Ein paar jugendliche Steigen ein. Etwa siebzehn Jahre alt. Somit im gleichen alter, wie die Jungen der letzten Reihe. Die Fahrt zur zweiten Station beginnt. Doch als der Boden bebt, hält der Bus an. Auch die Autos um sie herum stoppen abrupt. Wieder ein Erdbeben?
Plötzlich fliegen zwei Leute durch die rechte Wand des Buses und kommen aus der linken wieder hinaus. Der Druck des Aufpralls so groß, dass der gesamte Bus sich überschlägt. Einige kreischen und glauben, sie würden sterben. Auch Kaito hält sich so gut fest, wie er nur kann. Doch als der Bus sich nochmals rollt, da schleudert es ihn aus der Scheibe hinaus. Mit dem gesamte Körper rutscht er über den steinernen Boden und sieht, wie der Bus auf ihn kippt. Alls wird schwarz. Die Stimmen schwinden. Auch die Gedanken tun es. Da sieht er durch die geschlossenen Augen ein grünes Licht, welches sich entfaltet und er entsendet eine Druckwelle, welche den Bus zurückdrängt. Er kann den eigenen Augen nicht trauen. Hat er soeben wirklich eine Fähigkeit angewendet? Etwas, wovon er felsenfest überzeugt war, was niemals stattfinden würde? Um ihn herum zahlreiche weitere Personen, die nach draußen geflogen sind. Blutflecken und Lachen. Aus dem wieder geradestehenden Bus hängen regungslose Körper hinaus. Ihm wird schlecht, der Kopf schmerzt, die Augen schließt er und die Gedanken spielen verrückt. Doch dann wird alles ganz dumpf. Ein Alarm geht los und Menschen versammeln sich. Er kann sich nicht bewegen. Er kann sie nicht hören. Sogar die eigenen Gedanken versteht er kaum noch und er triftet ab, bis er das Bewusstsein verliert und nichts mehr wahrnimmt.
Plötzlich hört er wieder etwas. Seltsames Gepiepse und Stimmen. „Die Werte sind im grünen Bereich.“ „Und die des anderen Jungen?“ „Ebenfalls im grünen Bereich.“ „Wenigstens etwas. Ich war kurz der Überzeugung, die beiden würden wir auch noch verlieren.“ „Wieso das? Nur die werte vom schwarzhaarigen Jungen waren kurzzeitig im roten Bereich. Der mit den braunen Haaren und dem Pulli hat sich wacker geschlagen.“ „Dennoch. Ich-…“ Ein leise Quietschen. Die Türe öffnet sich und Schritte ertönen. Sie hallen durch den gesamten Raum. Ihre tiefen, dumpfen Töne schmeicheln dem lauten, schrillen Gepiepse der Apparaturen. „Herr Milangi-…“ „Ich finanziere dieses Krankenhaus nicht, damit ihr hier dumm herumsteht und euch unterhaltet. Sorgt gefälligst dafür, dass mein Sohn wieder aufwacht. Er hat noch einiges zu erledigen.“ „Sir, sie können von Glück reden, dass er diesen Unfall überlebt hat. Gönnen sie ihm etwas Ruhe. Außerdem können wir diesen Prozess nicht beschleunigen. Was denken sie, wer wir sind? Magier, die einem aus einem Koma reißen können?“ „Dann sorge ich eben selbst dafür, dass er aufwacht. Beiseite!“ „S-Stopp!“ Schritte, die durcheinandertappen, ein helles klatschen und ein dumpfes Beben.
Endlich kriegt Kaito ein Auge auf und versucht, den Kopf zur Seite zu drehen. Doch sein gesamter Körper schmerzt. Ganz langsam und vorsichtig. Im Augenwinkel kann er nur einen Mann in einem braunen Anzug erkennen. Die Haare blond.

Er greift nach dem Jungen, der neben ihm liegt, als dieser seine Augen öffnet, den Arm vom Mann packt und dieser mit großen Augen und voller schock zurücktritt und seinen Arm anschaut, während sich dieser langsam zerteilt. Wasser, öle, weißes, fluckiges Pulver und kleine Steine fallen zu Boden. Doch beim Arm hört es nicht auf. Sein gesamter Körper zerfällt, während er kaum ein Wort herausbringen kann. Nur ganz viele leise und verzweifelte ‚Nein’s, bevor sein kraftloser Körper auf die Knie fällt, er dem Jungen in die Augen schaut und sich das letzte Bisschen von ihm auflöst. Die Ärzte sind ebenfalls schockiert und kriechen panisch zurück. „Keine Augenzeugen. Tut mir leid.“ Er zuckt mit den Schulter, läuft auf sie zu, packt sie an den Schulter und auch sie zerfallen in ihre Einzelteile. Ebenso die Kleidung, die zu Stab und Fäden wird. Sofort tut Kaito so, als wäre er noch immer am Schlafen. Doch der Monitor, der seine Herzfrequenz misst und bei jedem Schlag ein Piepsen von sich gibt, wird schneller. Könnte man ahnen, dass er nur so tut? Wird auch er jeden Augenblick sterbe?
Das Ende ist mega spannend 😮
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