Es scheint, als seien das menschenmädchen Ryori und der große Oger an ihrer Seite ein Liebespaar, welches so weit ging, dass sie geheiratet haben und sich die ewige Treue bis nach dem Tod schwuren. Und so ist es auch. Nicht einmal der Tod soll die beiden noch scheiden können. So ihr Versprechen. „Und deine Freunde sind gerade ebenfalls in Gruppen unterwegs und erledigen andere Missionen?“ Ryori nickt und gibt einen Laut des Bestätigens von sich. „Und dieser Yoru? Mit wem ist er unterwegs?“ „Mit seiner Schwester“ antwortet sie. „Verstehe.“ Sie laufen weiter und sind kurz davor, die Stadt zu verlassen. „Dieser Junge war auch derjenige, der dir so wichtig war und mit dem du fast etwas angefangen hättest. Nicht wahr?“ Sie wird nervös. „N-Nein. Er ist mir wichtig, keine Frage. Aber mit ihm hätte ich wirklich niemals etwas angefangen. Das wäre komisch. Für mich war er eher sowas wie ein großer Bruder, der mich immer beschützen wollte.“ Zudem, denkt sie sich, gab es zahlreiche Momente, an denen sie ihr Glück hätte versuchen können. Er wäre wohl nie darauf eingegangen. Denn er empfindet ähnlich. „Dann muss ich vorerst wohl nicht die Angst haben, dich zu verlieren.“
Sie laufen weiter. Ryori wieder auf den Füßen. Das Camp soll nicht weit entfernt sein. Sie unterhalten sich stets, bis sie nach einer Viertelstunde vor dem großen Berg stehen. Hinter diesem soll sich das Lager befinden. Ohne zu zögern läuft der Oger vor. Wird er das wirklich alleine übernehmen? Anfangs klang es so schön. ‚Bleibe weiter hinten und passe nur auf dich auf‘ – aber sie sucht den Kampf, die Gefahr, die Action! Nichtsdestotrotz hört sie auf ihn und wartet. Und während sie wartet, kämpft der Oger gegen die Goblinarmee. Manche von ihnen schießen mit steinernen Pfeilen. Einem gewöhnlichen Menschen könnten diese Pfeile etwas ausmachen. Doch die Haut eines Ogers ist robust. Selbst schwerthiebe haben für gewöhnlich ein Problem dabei, die haut zu penetrieren. Erst als Ryori ein Signal kriegt, da läuft sie um die Ecke und sieht dutzende Goblinkörper am Boden liegen. Jeder einzelne von ihnen tot. „Das war mal ein Kinderspiel!“ sagt ihr Partner mit erhobenen Armen. Da kehren sie wieder nach Marya zurück. Kaum in der Stadt angekommen, fängt das Wetter an, verrückt zu spielen. Die Wolken ziehen sich zu und der Wind wird stark, da bemerken sie ein plötzlich auftauchendes Schiff am Himmel, welches über die Stadt hinüberfliegt. An Bord eine mächtige Präsenz, wie die Feen feststellen. Auch Yoru und Sui kriegen davon mit und wollen schauen, was es damit auf sich hat.





Sie laufen los, weg von der Stadt und auf diesen seltsamen Berg zu, zu dem das Schiff hinflog und wo es nun landen möchte. Auch Ryori kann nicht anders und läuft los, begleitet vom grünen Krieger. Gar einige der Bürger gehen mit. Ritter, Magier und Bauern. Auf ihrem Hinweg sehen sie Yoru und Sui, die auch zu diesem Berg rennen und die Feen, die zu ihm hinfliegen. Am Fuße des Berges angekommen, versucht man, diesen schnell zu erklimmen. Dabei haben die Geschwister nur bedingt Erfolg, als Yoru meint, er habe eine andere Idee. „Schon wieder Wind?“ fragt Sui. „Ganz genau! Halt dich gut fest!“ Er katapultiert die hinauf und mit einem zweiten Strahl schießt er sich und das Mädchen nach vorne. Sie landen gleich neben den Feen. Vor sich sehen sie sieben Figuren. Fünf in einer Reihe. Darunter Caelis und Jestruz. Vor ihnen zwei weitere Personen: Kauzo und Jaster. „Das ist Kauzo?“ fragt Sui. „Der, den du besiegt hast?“ Yoru nickt verängstigt.







„Vom Zeitpunkt her, könnte das gerade echt nicht schlechter sein. Tut ihr mir einen Gefallen und geht wieder?“ Doch die Freunde bleiben standhaft. „Könnt ihr BITTE gehen? Wir haben gerade wichtige Dinge zu besprechen!“ Caelis sieht die Freunde. Sofort verspürt er das Verlangen, seine Rache auszuüben. Doch er bleibt geduldig. Gerade vor den Augen von Jaster möchte er nicht wie ein Irrer wirken, der nur seine Rache im Kopf hat. Und das trotz, dass er nach eigener Aussage gar nicht einmal so viel vom Narren hält. „Wie es mir scheint,“ sagt er, „haben wir ein paar Störenfriede. Wieso sprecht ihr nicht einfach weiter? Es geht um unglaubliche Macht und um uraltes Wissen. So eure Worte. Und dafür braucht ihr uns?“ „Die Rede ist nicht von ‚brauchen‘. Es ist eher sowas wie ein Angebot. Mehr mächtige Krieger an unserer Seite bedeutet gleichzeitig mehr Sicherheit. Diese ist es, die überaus wichtig ist“ erklärt Kauzo und Caelis meint scherzend: „Ziemlich nett. Also müsstet ihr uns gar nicht fragen, macht dennoch das Angebot und bietet uns somit zahlreiche Möglichkeiten. Wie zuvorkommend. Wenn das wirklich so ist, fühle ich mich geschmeichelt. Dennoch habt ihr einen klaren Vorteil, wenn wir euch begleiten würden.“ „Den hätten wir“ gibt Kauzo ehrlich zu. „Dann sagt: Was wäre für uns dabei? Am Ende steht die Macht. Doch was gibt es dazwischen?“ „Einen gleichgültigen Schutz. Ihr kämpft an unserer Seite und wir kämpfen an eurer.“ Zuerst zweifelt Caelis. Doch dann spricht Kerito zu ihm: „Das ist doch genau das, was du wolltest. Du hast davon gesprochen, mehr Menschen aufzunehmen. Starke Krieger die für – oder eben mit – uns kämpfen.“ Da merkt Caelis, dass Kerito recht hat. „Aber zuerst habe ich eine Frage.“ Das erste Mal, dass sich Kerito zu Wort meldet. „Wer seid ihr überhaupt? Uns scheint ihr zu kennen. Einfache Reisende die es nun in die Unterwelt gezogen hat. Doch wer seid ihr?“ Der Wind wird stärker und es beginnt zu donnern. „Wir sind die Deadra von Arkan. Menschenfresser und Urfeinde der Gesellschaft. Wir reisen, ähnlich wie ihr, durch die Unterwelt und suchen stets nach neuen Wegen, stärker zu werden und denen zu schaden, die es verdient haben. Den Adeligen und denen, die nicht wertzuschätzen wissen, was sie haben. Wir wurden verbannt und kämpfen für unsere Rechte. Und jeder, der uns dabei in die Quere kommt, soll sterben.“ Eine überaus ähnliche Ideologie, wie die, der Caelis folgt. Dieser fragt sich, ob sie vielleicht doch schon jetzt mehr Ähnlichkeiten haben, als gedacht. Neugierig möchte er den Worten weiter lauschen.

Auch Ryori und der Oger kommen endlich oben an und mit ihnen einige weitere Menschen. Sofort schauen die Freunde Ryori begeistert an. „W-Was ist los?“ fragt sie und merkt, dass es das Kleid ist, welches die Aufmerksamkeit auf sie zieht. „Sieht super aus“ sagt Sui und auch die Feen geben ihr nur Lob. Selbst Yoru verschlägt es die Sprache und er muss schlucken. „D-Das ist ja schön und gut. Aber was passiert gerade? Wer sind diese Leute? Und was-“ Zu siebt stehen die Freunde den Antagonisten nun gegenüber. Hinter ihnen Krieger und Magier von Marya. Da unterbricht Jaster das Mädchen: „Noch nerviger könntet ihr echt nicht sein. Man will NUR in Ruhe miteinander sprechen, da taucht ein Insekt nach dem anderen auf.“ „So sind diese Leute nun einmal“ sagt Caelis. „Sie kommen, wenn man sie am wenigsten braucht und sind die größten Störenfriede, die man sich nur vorstellen kann.“ „Für wahr. Endlich mal eine Äußerung aus deinem Mund, der ich zustimmen kann. Vielleicht werden wir ja doch noch Freunde.“ „Niemals“ entgegnet Caelis, da dreht sich der Narr zurück zu Yoru, Sui, Ryori, dem Oger, Illya, Fray und Fozra um. „Wenn ihr jetzt nicht langsam geht, werde ich handgreiflich.“ „Und wieso sollten wir auf so einen aufgeblasenen Spinner hören?“ fragt Fray. „D-Du solltest ihn nicht beleidigen“ flüstert Yoru ihr rüber. „Wieso denn? Hier findet der Treff der schlimmsten Menschen statt und wir sollen das einfach so hinnehmen?“ Doch der Junge bleibt dabei. „Wir haben nicht im geringsten eine Chance! Was sollen wir tun? Von diesen Leuten ist einer mächtiger, als der andere.“ Während sie diskutieren, fragt Cerak seinen Meister Caelis: „Soll ich mich um diese Leute kümmern?“ Doch dieser schüttelt den Kopf. „Nicht nötig.“
„Und das ist scheiß egal! Wir können es wenigstens versuchen!“ „Denk doch bitte einfach logisch nach“ sagt Yoru. Da meint Sui: „Denk du logisch nach! Du konntest Kauzo besiegen. Wir sind sieben Leuten und haben zahlreiche Krieger und Magier hinter uns. Zudem können diese Deadra doch gar nicht so stark sein!“ Da mischen sich die Menschen selbst mit ein. Ein junger Krieger mit Lederklamotten und Silberakzenten ruft: „Also mir wird das langsam zu blöd. Ich bin ein stolzer Krieger und kämpfe, wenn ich es für richtig halte!“ Mit seiner erhobenen Klinge stürmt er vor, als Jaster schreit: „ES REICHT MIR! HINFORT! KEHRE AN DEN FINSTERSTEN ORT, DEN DIESE WELT ZU BIETEN HAT! “ Aus seinem Arm kommt eine fleischige Masse gewachsen. Es ist der Blutdorn, mit dem er blitzschnell ins Innere des Mannes vordringt und in ihm drin das Fleisch so verformt, dass es seine Haut penetriert und wie tausende kleine Messer aus ihm hinausschaut. Daraufhin fahren sie sich wieder ein und der Blutdorn zieht sich zu Jaster zurück, formt eine Hand und erhält eine Schicht an Haut, woraufhin es wieder wie ein ganz gewöhnlicher Arm ausschaut. Diese Technik haben die Freunde noch nie zuvor gesehen. Das ganze geschah innerhalb eines Augenblickes. Der leblose, durchlöcherte Körper liegt nun am Boden.
„Den Körper wird sowieso niemand vermissen. Dann kümmere ich mich mal darum.“ Er schlägt mit der rechten Faust auf die linke, offene Handfläche, schwingt den Arm in Richtung des toten Kriegers und erschafft nahezu unendlich viele Projektile, welche aus dem Himmel geschossen kommen und auf den Körper eindreschen. Bunte Stacheln, die den Körper immer weiter herrichten. Als sie stoppen, klatscht der Narr in die Hände und der Leib beginnt zu fliegen. Es wirkt, als würde er an den ausgebreiteten Armen getragen werden. Von der Form her ähnlich wie ein schwebendes Kreuz, hinter welchem sich ein großes Loch öffnet, aus dem eine dunkle Hand kommt, die ihn zerreißt. Die Blutspritzer bleiben in der Luft stehen, werden magisch voneinander angesaugt und fliegen zu Jaster, der das Blut verspeist. „Ekelhaft. Das wohl schlechteste Blut seit langem. Nun. Eine Nervensäge weniger. Könntet ihr jetzt bitte endlich verschwinden?“ Nun verstehen die Feen, was Yoru meinte und langsam laufen sie und all die Menschen um sie herum zurück. Nur Yoru bleibt gant vorne stehen und lässt sich keine Angst machen. „Können wir endlich zum Geschäftliche zurückkehren?“ will Caelis wissen, als Kauzo, Anführer der Deadra von Arkan, sagt: „Liebend gerne“ und sie ihre Gespräche fortführen. Von der Präsenz all dieser Menschen lassen sie sich nicht länger stören. Es gibt nur ein großes Ziel. Nämlich der gemeinsame Deal. Ein Deal, der vieles bringen soll. Und gerade Jaster findet dies sehr toll.
Die sind echt eine Gruppe geworden 😮 Caelis mit den Deadra und seinen begleitern. Die sind doch unbesiegbar 😦
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