Homecoming 2 Chapter 24 – Pläne

„Was zur Hölle ist dieses Wesen?“ fragt Sakamoto, als er und die zwei anderen ihn runterschleifen. Ihm ist noch immer koddrig beim Anblick dieser aus seinem Bruder mutierten Kreatur. „Ich habe keine Ahnung“ antwortet Tatsioy. „Aber wieso bringen wir den nach dort unten?“ „Ich erkläre es, sobald wir fertig sind.“

Auch Yoru weiß weder, was mit Daichi passiert ist, noch, wieso sie ihn runter bringen. Doch als sie das Labor sehen, haben sie eine Ahnung. Und nachdem sie ihn in den Tank lagern, ihn füllen und aufstellen, erklärt Sakamoto genaueres. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Aber ich hoffe, mehr Ahnung zu kriegen. Das Labor haben wir seit Monaten. Aber wir kamen nie dazu, es zu nutzen. Jetzt wäre endlich der perfekte Moment.“

Die drei Freunde laufen die Treppen hoch, während Sakamoto weiter redet: „Wir können ihm eventuell helfen. Ich weiß nur, dass es Gerüchte über eine Krankheit gab und, dass man Menschen, die damit befallen sind, nur schwer helfen kann, es aber Hoffnung gibt. Aber wenn wir ihn einfach irgendwo liegen lassen, wird er sterben. Deshalb der Tank.“

Sie begeben sich zurück zum Tor und setzen sich. Die Sonne scheint noch immer hinein und die Uhr am Horizon zeigt 10:24 Uhr. Keiner von ihnen weiß, was für eine Reaktion am angebrachtesten wäre. Yoru ist noch immer darüber verwirrt, was vorhin geschah, was das Geräusch war und wieso alles verschwunden ist. Tatsioy hat solch ein Wesen noch nie gesehen und weiß nicht, wie er am besten mit Sakamoto darüber reden kann. Und Sakamoto selbst ist verwirrt und macht sich Sorgen, dass so etwas ebenfalls mit ihm passieren könnte und es eine vererbbare Krankheit ist.

Die Türe zum Computerraum öffnet sich und Nanago, Pot, Kasovo und Ayanami kommen heraus. Sie blicken zu den Dreien, die am offenen Tor sitzen und verdutzt nach draußen starren. „Alles okay?“ fragt Norya, die ebenfalls gerade erst den Raum betritt und aus den Schlafzimmern kommt. Doch Yoru, Sakamoto und Tatsioy antworten nicht und Norya und Co zucken nur mit den Schultern.

„Ist was passiert?“ „Nein, Kasovo“ antwortet Sakamoto und dreht sich um. Seine Augen sind leicht feucht. „Ich kann nur sagen: Das Labor wird endlich genutzt. Aber mehr auch nicht. Wir besprächen unsere Pläne gegen Mittag. Für den Moment sollte sich jeder noch ausruhen.“ Keiner versteht, was passiert ist. Planlos antwortet Kasovo mit: „Okay…“ und redet mit Norya, Nanago und Ayanami. Sie entschließen sich dazu, in das Labor zu gehen. Kasovo ganz vorne, hinter ihm Norya und hinter ihr Nanago und Ayanami.

Nach den ersten Schritten bleibt Kasovo stehen. „Was ist los?“ fragt Norya. „Leise. Hört ihr das?“ Sie schweigen. Anfangs ist nichts zu hören, doch dann ertönt ein seltsames Quietschen, gefolgt von zwei langsamen, tiefen Stöhnen. „Sakamoto, was ist das?“ … „Mein Bruder.“

Verwirrt läuft Kasovo weiter die Treppen runter, bis der Tank zum Vorschein kommt. „Was ist das?!“ „Wie gesagt“ meint Sakamoto, steht auf und läuft zur Treppe. „Das ist mein Bruder. Und ich muss rausfinden, was mit ihm passiert ist.“ Schweigend läuft er zu den anderen hinunter und geht bis zum Tank. Er sieht die Adern und wie sie pulsieren, das halb bedeckte Gesicht und wie er langsam einzelne Finger bewegt.

„Was ist passiert?“ fragt Nanago. „Wir haben oben gekämpft. Und als wir ihn besiegt haben,-…“ Sakamoto hört abrupt auf zu reden. Er scheint zu überlegen. „Was ist los?“ „Ich-… Nichts. Nachdem wir ihn entwaffnet haben und er auf die Knie fiel, ist es passiert. Er hat sich nach hinten geworfen und sein Körper fing an, sich zu verformen.“ Während Henjukos Erzählung denkt Ayanami nach. „Und es kann nicht sein, dass er das gewollt gemacht hat?“ „Ich denke nicht. Es wirkt eher so, wie eine Krankheit, von welcher ich bislang nur wenig mitbekommen habe. Wie gesagt. Ich werde die nächsten Tage gucken, was genau passiert ist und was man dagegen tun kann.“

„Und der Stein?“ fragt Kasovo. „Ist er in seinem Besitz gewesen?“ „Vermutlich. Aber ich bin mir nicht sicher. Deshalb werde ich die nächsten Tage genauer nachschauen. Und ich fange heute damit an. Yoru bleibt noch eine weile mit Tatsioy am Tor sitzen. Nanago, Pot und Ayanami setzen sich zwischendurch zu ihnen dazu. „Bald werden wir den ersten Turm erobern“ meint Sakamoto, der kurzzeitig an ihnen vorbeiläuft. „Aber das wird noch ein klein Wenig dauern. Yoru, Nanago, ich fliege in einer guten Stunde wo hin. Wollt ihr mitkommen?“

Es kommt überraschend, doch beide antworten mit: „Ja.“ „Sehr gut. Der Flug wird ein wenig dauern. Und es kann sein, dass wir mehre Tage wo anders sein werden. Ich habe vorgestern mit jemandem telefoniert, aber eine Zusammenarbeit war bislang nur in Planung und nicht definitiv. Ich rufe ihn in fünf Minuten an und gebe dann bescheid.“ Er geht in einen Nebenraum und Yoru überlegt.

Wo ist Zenelith? Wo ist Agruz? Und wer ist für das hier verantwortlich? Für die fliegenden Türme und die Kugel am Himmel, die den Turm von Doth Lyrus ersetzt. Dieses Polygon verläuft so anders wie alles, was ich mir hätte vorstellen können. Ist es wirklich der Dämon, der für alles verantwortlich ist?

Bezweifelst du etwa meine Aussage?“ fragt mich Jaster in meinem Kopf. Und nein, das tue ich nicht. Aber ich meine nur. Kann es nicht auch am Polygon selbst liegen? Diese Welt ist eine, in welcher Dinge anders geschehen, als im Nexxuz oder in anderen Polygonen. Was, wenn es einfach am Polygon liegt, dass diese Dinge passieren? „Das kann natürlich sein. Aber darum geht es mir nicht. Agruz hat vor, alles und jeden in dieser Stadt zu töten. Zumindest nach dem, was ich gehört und teils mitbekommen habe. Er ist gefährlich. Keine Frage. Und deshalb sollte dein Ziel nur sein, ihn zu töten. Nicht, diese Stadt zu retten. Aber davon werde ich dich vermutlich nicht abhalten können, oder?

Eine kurze Zeit später kommt Sakamoto zurück und meint nur: „Wir fliegen gegen 12:15 Uhr los. Besprechen tuen wir alles um 11:55 Uhr.“ Es sind noch 21 Minuten bis zur Besprechung. Und Yoru macht sich immer mehr Gedanken.

Die 21 Minuten vergehen und sie werden in das Wohnzimmer gerufen, wo sie sich an einem Tisch versammeln und Kasovo fragt, was der Plan ist. „Ich habe Kontakt zu einem ehemaligen Taisa, einem Colonel, welcher noch eine Liste an Verbrechern hat, die wir für ihn finden sollen. Keine weltbewegende Sache. Die anderen werden in der Zeit den ersten Angriff auf die Regierungstürme planen. Unser erstes Opfer sollte der in Bezirk I5 werden. Haben das alle verstanden?“

Jeder nickt. „Dann ist gut. Wir gehen los.“ Mit der U-Bahn sollten wir in gut zwei Stunden am Ziel ankommen. Bereit?“ fragt er und schaut dabei zu Yoru und danach zu Nanago. Sie beide sagen zur gleichen Zeit: „Ja“ und folgen ihm, die Leiter hoch, am Gemälde vorbei durch den Hintereingang, das Treppenhaus hoch und aus dem Haupteingang des Hochhauses nach draußen, an sie relativ frische Luft.

Über ihnen ein weiteres Mal die abertausenden Schiffe, die auf verschiedenen Höhen umherfliegen. Als Gruppe von Drei laufen sie die Straße am See entlang und bemerken in diesem mehrere Enten und Schwäne. Zwei von ihnen scheinen einen Kampf zu führen. Ein weißer und ein schwarzer Schwan. Yoru sah noch nie zuvor einen schwarzen Schwan und schaut dem Kampf der Vögel wissbegierig zu. Der weiße breitet seine Flügel aus, um Imposanter zu wirken, doch der schwarze beißt zu. Und zu Yorus Überraschung hat er scharfe Zähne.

Er beißt den weißen am Hals, welcher daraufhin beginnt zu flüchten. Doch der schwarze holt auf und-… „Schöne Tiere, nicht wahr?“ meint Sakamoto. „Sehr. Aber der schwarze Schwan ist-…“ Er schaut zurück zu den beiden Tieren und sieht, dass sich dort kein schwarzer Schwan befindet. Nur zwei Weiße, die friedlich miteinander schwimmen. „Schwarzer Schwan?“ fragt Nanago verwirrt und schaut sich den See genauer an. „Ich sehe dort keinen schwarzen Schwan.“

„Gehen wir weiter“ meine ich und bin verwundert. Dort war doch gerade eben noch ein schwarzer Schwan. Oder war das nur Einbildung? War das die Reflektion vom Licht der Sonne, in welchem der Schwan schwarz wirkte? Aber seine Zähne…

Zehn Minuten später kommen sie im Untergrund der Stadt an. Riesen groß, überall die Lichter, an verschiedenen Ecken arme Menschen, die nichts haben und über die Lautsprecher wird wieder Musik gespielt.

„Unsere Bahn kommt in vier Minuten.“ Sakamoto stellt sich ans Gleis. Neben ihm sind Nanago und ich.

Hinterlasse einen Kommentar