Ein neuer Apostel erscheint am Horizont. Ein Wolf, so groß wie ein Ambassador, die Zähne lang und scharf, der Körper weiß, schnell und flink. Er rast über die Berge, durch die Stadt hin bis zu „Argyz“, dem Apostel der zwölf Augen. „Sir! Der neue Apostel, wie hei-“ „Goliath. Sein Name lautet Goliath“
JAEO hat ein System, bei welchem sie den Apostel Namen geben, um sich zu merken, um welche es geht. Die Namen können hierbei sämtliche Ursprünge haben. Religiöse, Natürliche, Geschichtliche. Sie haben keine Bedeutung und sind ausschließlich zur Erkennung da.
Goliath – Hund der Apostel, greift Model 77 an. „Es sind zwei“ sagt Himari leise und geschockt. Sie rennt ins Wohnzimmer, holt ihr Handy und telefoniert. „Wer spricht dort?“ wird gefragt. „Himari. Apostel Pilotin.“ „Und wo lebst du?“ „In-…“ Und da realisiert sie es. Diese Stimme, es ist eine andere, als sonst. Eine seltsame Stimme. Es gibt nur eine Person bei JAEO, die Anrufe entgegen nimmt. Zumindest unter der Nummer, die sie angerufen hat. Eventuell ist heute eine andere Person dort, aufgrund der momentanen Situation, aber wieso sollte sie gefragt werden, wo sie wohnt?
„Das ist egal. Ich-“ „Wo wohnst du, habe ich gefragt… Du willst doch nicht, dass deine Freunde sterben. Oder? Sag mir einfach, wo du wohnst. Und gehe nicht weg. Ich habe eine Überraschu-“ Im Hintergrund ist eine Art Explosion zu hören. „Huh.“ Dazu Schreie. „Stirb, Engel!“ Ein Schlag, dann ist die Verbindung weg. Und sie, Himari, steht dort. Ohne zu wissen, was sie tun soll.
„Ein Engel befindet sich in der Zentrale!“ schreit einer im Überwachungsraum und gibt die Information an Misaki und Kano weiter. „Wo ist er?“ „Weiter oben. Zweite Ebene. Nördlich. „Schau nach den Überwachungsaufnahmen. Wir brauchen ein grobes Aussehen um zu wissen, mit was wir es zu tun haben. Gottverdammt. So etwas ist noch nie passiert.“ „Es gibt für alles ein erstes Mal“ sagt Kano scherzhaft, holt eine Pistole und läuft zur Tür.
„Ich werde ihn finden und töten.“ Nur noch zwei Stimmen die „Nein“ schreien sind für ihn zu hören, als er losrennt. Die Gänge sind leer. Der Überwachungsraum liegt unten, auf der 21. Ebene. Er muss schnellstmöglich hoch, zur zweiten. Und er weiß auch wie. Er geht in die Mitte der Zentrale, wo tausende A Aufzüge alles miteinander verbinden, fährt in die Mitte und von dort nach oben, zur zweiten Etage. Doch gerade als der A Aufzug nach oben starten sollte, spürt er einen schmerz im rechten Bein.
Und als er schaut, was es sein könnte, bemerkt er, dass es weg ist und fällt um. Ihm fällt es schwer, sich zu retten. Doch es ist gerade noch so machbar. Mit einer Hand am A Aufzug und in der anderen die Waffe. Er schaut sich um und sieht oben eine weiße Gestalt mit Flügeln. Sofort schießt er auf sie und trifft den Kopf. Der Engel dachte, Kano hätte aufgrund der Schmerzen und des Schocks die Waffe fallen lassen, doch so ist es nicht. Und nun ist er es, der durch Schmerzen und Schock sein Leben verliert und in die ewigen Tiefen fällt.
Kano lässt seine Waffe fallen und wartet, bis der Aufzug an seinem Ziel ankommt, zieht seinen Körper hoch und gibt über Funk bescheid. Mehrere Soldaten machen sich auf den Weg und bringen ihn auf die Krrankenstation.
„Was ist los, Himari?“ fragt Yoru. „Nichts. Es ist-… Ja. Nichts.“ Sie geht in ihr Zimmer und lässt Yoru verwirrt zurück. Dieser setzt sich an den Tisch, fährt den Computer hoch und schaut nach Neuigkeiten. Eine Stunde lang sehen und hören sie nichts voneinander. Regelmäßig ertönen die Geräusche der verschossenen Strahlen, die Schreie der Apostel und laute Explosionen.
Und irgendwann öffnet sich in all dem die Tür und Shiro betritt die Wohnung. „Was ist passiert? Ist alles okay? Was ist mit den Aposteln? Haben wir eine Chance?“ „Immer mit der Ruhe. Heute ist viel.. passiert. Der zweite Apostel hat wirklich eine Menge an Aufruhr gemacht. Laut meinem Wissen steht ein indirekter Plan. Heute Abend werden mehrere Bauteile einer Waffe auf die Spitze eines Berges gebracht und dort zusammengebaut. Mit ihr soll der große Apostel mit den Augen schnell besiegt werden. Und um den Wolf soll sich daraufhin Model 77 kümmern. Eventuell mit Verstärkung.“
Als sie mitbekommt, dass Shiro da ist, kommt Himari aus ihrem Zimmer und er erzählte ihr das, was er bereits Yoru sagte. „Aber das Treffen steht noch, oder?“ „Das tut es, Yoru. Zumindest nach meinem Wissen.“ Es ist 17:02 Uhr. Ryozuki sagte keine genaue Zeit. Nur: „Morgen Abend.“ Abend kann alles bedeuten. Aber vielleicht ist die Zeit jetzt schon gekommen.
Er wartet noch eine Viertelstunde, bevor er Shiro fragt, ob sie losfahren können. „Wie du willst. Also jetzt sofort?“ „Genau. Wenn es möglich wäre.“ „Gut. Dann lass uns gehen.“ Sie fahren runter, steigen in das Auto ein und realisieren erst dann etwas, was ihnen Komplikationen bereiten könnte. „Wie fahren wir dort hin, ohne von den Aposteln getötet zu werden?“ „Das selbe habe ich mich gerade auch gefragt, Yoru.“
„Wie bist du hierher gekommen?“ „Der Helikopter in dem ich saß hat weiter hinten gelandet. Ich konnte einfach den Berg hochlaufen. Aber… Ich habe eine Idee.“ Er fährt los, links den Berg hinunter und in die Stadt. Während der Fahrt blickt Yoru zu den Aposteln. Er sieht, wie der Wolf, Goliath, über Model 77 steht und ihn mit seinen Klauen angreift. Jeder dieser Angriffe hat Tenshi auch später auf der Haut. Aber wie ist das möglich?
Sie fahren durch die Stadt und biegen an einem Punkt links ab. „Der Exo Tunnel. Er kann einen direkt in das Innere von JAEO bringen, wenn man die Erlaubnis hat. Und die haben wir auf jeden Fall.“ Sie fahren den Tunnel entlang und biegen an einer Stelle rechts ab. Eine Türe öffnet sich und sie sind in dem JAEO HQ.
Die zwei steigen aus und laufen von Raum zu Raum, durch mehrere Gänge bis sie in der Mitte ankommen, auf einen A Aufzug aufsteigen, runter, auf den Pfeiler fahren, dort an einer Stelle etwas Blut bemerken, es nicht länger beachten, auf einen anderen A Aufzug aufsteigen und die Gänge und Räume entlanglaufen, die Yoru schon gestern gesehen hat. Vor dem Aufzug angekommen wünscht Shiro Yoru viel Glück und setzt sich auf einen Stuhl.
Es ist soweit. Jeden Augenblick stehe ich vor ihm. Vor einem der wichtigsten Männer in ganz Japan. Wenn nicht sogar der Welt. Langsam, mit fünf Schritten, laufe ich in den offenen Fahrstuhl hinein. Die Türe schließt sich und die Fahrt geht los. Helle Lichter, keine Musik. Nur der ewige, wiederholende Sound der Seile und Vorrichtungen, mit denen der Aufzug fährt. Bis sich die Türen öffnen. Alles ist weiß. Der Boden, die Decke, die Wände. Und irgendwo in diesem Raum, weit hinten, ist ein einzelner Tisch. Dort sitzt er. Die rechte Hand über die linke. Als würde er mir das Angebot des Lebens machen.
„Ich bin hier.“ Er sagt für mehrere Sekunden nichts, holt tief Luft und meint: „Das habe ich gemerkt. Komm mit.“ Er läuft auf Yoru zu, geht an diesem Vorbei und stellt sich in den Aufzug. Yoru kommt mit und gemeinsam fahren sie nach oben. „Du hast eine grobe Idee, was dich erwarten wird?“ „Nur ein Gedanke. Aber keine wirkliche Vermutung.“ Die Türen öffnen sich und sie laufen an Shiro vorbei. Er folgt ihnen, da er nicht länger vorhat, dort grundlos zu warten und zu dritt fahren sie runter, auf den Pfosten in der Mitte der Zentrale. Das ‚Herz‘ wenn man denn so möchte.
Shiro geht seinen eigenen Weg und Yoru kommt mit Ryozuki mit. Sie laufen durch silberne Räume in denen sich nichts befindet, als Tanke mit Flüssigkeiten, in denen Adern schwimmen. Doch der Junge merkt sofort, als sie ihr Ziel erreicht haben. Ein riesiger Raum, gute 70 Meter groß. Unter ihnen sind mehrere Metallwege. An der linken Seite ist nichts, als ein 70 Meter großer Tunnel. Und zu ihrer rechten stehen sie. Mit kleinen Wänden voneinander getrennte, riesige Roboter. Einer rot, einer blau, einer lila. Die Stelle ganz rechts ist leer.
Von den Wegen führen breitere Stege zu den Robotern. Die Roboter selbst sind mit je drei Röhren links und rechts Gesichert. Am Ende des Raumes steht ein Mann. Wenige kennen sein Aussehen, doch er ist nicht dafür bekannt. Bekannt ist er für seinen Namen und seine Erschaffungen. Amaroshi Tekashi – Erfinder der Ambassadors.
Er hat jedoch einiges mehr getan, als nur die Ambs zu erschaffen. Mit seiner Kraft gab er sich selbst ewiges Leben. So, wie sein Mann es sich auch gab. Er hat seine Augen modifiziert und kann mit ihnen Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Das hatte als Nebeneffekt, dass die Lederhaut gelb und die Iriden blau wurden. Und seine Haut sehr blass. Aufgrund eines Unfalls mit einem der Ambassadors hat er sein Leben lang schon eine Narbe an der Stirn.
Dort hinten steht er, in der Typischen Arbeiterkleidung von JAEO Wissenschaftlern, und winkt ihnen zu. „Guten Tag.“ „Guten Tag, Herr Amaroshi. Es ist mir eine Ehre.“
„Oh nein, nicht so vornehm. Wir können hier ganz normal miteinander sprechen. Niemand ist etwas besonderes, aufgrund seiner Taten. Nun, Ryozuki. Er wird es? Der Tester der wunderbarsten Maschine, die die Menschheit jemals gesehen hat?“ „Er wird es, der Tester von Model J3sR. Tester von ‚Jester‘.“
