Der Fuchs erzählt noch mehr, doch nichts davon ist erwähnenswert.
„Sollen wir Akihiro bescheid geben?“ Ich schüttle den Kopf. „Wieso sollten wir? Er wird uns nicht gutes brin-“ Es klopft an der Tür und Akihiros Stimme ruft „Macht auf! Ich weiß, dass ihr hier drinnen seid!“
Myerlien geht zur Tür und öffnet diese. Das überraschte Gesicht Akihiros ist zu sehen. „Ein Fuchs der laufen kann?“ fragt er. „Ich kann auch sprechen.“ „Okay, was zur Hölle geht hier ab? Ist das doch nur ein Traum?“
„Ein dunkles Wesen sucht nach deinem Freund Hitachi. Dieses Wesen hat eine Brücke von dem Ort ‚Schule‘ zu dieser Welt erschaffen, welche ihr überquert habt. Äußerste Vorsicht ist zu bieten.“ Doch Akihiro fängt an zu lachen.
„Erstens: Der da ist nicht mein Freund. Zweitens: Keine dunkle Kraft kann es mit mir aufnehmen. Ich schlag die kaputt. Wo ist die?“ Myerlien schüttelt den Kopf. „Hoffnungslos. Bleibt hier. Ihr alle. So lange, bis ein sicherer Weg zurück existiert und euch die Kraft nichts mehr anhaben kann.“
„Warte, wir kämpfen nicht gegen diese Kraft? Ich dachte das ganze hier ist sowas wie der Beginn eines großen Abenteuers, um das Jahrhunderte lange Leiden meiner Familie zu beenden. Und wir sollen jetzt einfach zurück gehen uns so tun, als wäre nie was gewesen?“
Myerlien setzt sich hin, Akihiro schließt die Tür und kommt zu uns vor den Kamin.
„Du hast recht. Das wäre falsch. Doch willst du dieses Abenteuer wirklich bestreiten? Du könntest sterben. Nein, du wirst ganz sicher sterben. Kein Sazuki vor dir hat es hinbekommen, ein normales und gutes Leben zu leben. Über die letzten fast 500 Jahre.“
„Kein Sazuki wusste davon? Von dieser dunklen Kraft?“ „Genau“ spricht Myerlien. „Und diese Kraft ist schuld, dass es meinen Vorfahren so schlecht ging?“ „Genau. Franklin Sazuki ging einen Pakt mit einem Dämon ein. Er solle das erste Mal in seinem Leben geliebt werden, dafür bekomme der Dämon das Leben seines ersten Kindes. Doch da jeder folgende Sazuki von diesem Kind abstammte, welches nun dem Dämon gehörte, gehörten auch sie dem Dämon. Bis zum heutigen Tag.“
„Wie heißt dieser Dämon? Und wo ist er?“ frage ich aufgeregt.
„Leider ist er ein eher unbekannterer. Er gehört der Rasse der Schattendämonen an. Meister im Verstecken und tarnen. Weder ich, noch die Göttin weiß, wer er ist oder wo er ist. Aber wir haben Vermutungen, welchen wir noch nachgehen müssen. Sobald wir was finden geben wir euch bescheid. Und jetzt wartet hier, bis ein Weg zu eurer Welt gefunden wurde.“
Er steht auf und verlässt das Haus. Durch das Fenster sehen wir, wie er im Wald verschwindet. „Bleiben wir hier?“ fragt Akihiro. „Natürlich nicht“ antwortet Itsuki. Wer laufen aus dem Haus raus und den Trampelpfad zur entlang. Er endet vor einem großen Dorf. Gigantische Windmühlen ragen über den Bäumen empor.
„Sollen wir da hin?“ „Wäre das beste, das wir tun könnten.“
Zu dritt laufen wir in das Dorf. Auf den steinernden Straßen stehen kleine Wägen mit Obst. An einer ecke ist ein Schmid, an der anderen ein… Casino?
Die Menschen scheinen in einer Sprache zu reden, welche wir nicht verstehen können. Eine Art Englisch, gemischt mit Chinesisch und einer eigenen Sprache.
Während wir laufen schaue ich mich um und achte nicht auf den Weg vor mir. Ohne es zu merken remple ich einen großen Mann und und stolpere ich. Mit meiner rechten Hand kann ich mich gerade noch so abprallen. Sie rutscht über die Straße und beginnt zu bluten.
Hitachi schaut langsam nach oben um den Mann zu sehen, welchen er gerempelt hat.
Dieser hat lange, weiße Haare, trägt dunkle Kleidung mit einem nicht ganz so dunklen Mantel und hohem Kragen.
Er schaut ihn komisch an.
Auch dieser Mann spricht mich erst in der seltsamen Sprache an, doch nachdem ich verwirrt schaue scheint er zu merken, dass ich ihn nicht verstehe. Plötzlich redet er japanisch.
„Du bist eine verlorene Seele, irgendwo im Nirgendwo. Es war mein Fehler. Ich hätte aufpassen sollen, wo und vor wem ich laufe. Auf wiedersehen.“
Er dreht sich um und läuft weiter.
„Das war seltsam“ sagt Itsuki und hilft mir wieder aufzustehen. „Du hast ihn auch verstanden. Oder? Er war der einzige hier, der japanisch spricht. Neben uns und dem Fuchs.“
„Ich weiß. Deswegen ist es umso seltsamer.“
Wir laufen weiter, doch finden nichts was uns helfen könnte. „Lasst wieder zurück gehen“ sagt Akihiro. „Hier gibt’s nichts gutes.“ Wir laufen zurück. Doch auf dem Weg beginnt alles dunkel und verschwommen zu werden. Als würde ich jede Sekunde umfliegen. Doch ich laufe weiter.
Stimmen ertönen in meinem Kopf. Die Stimmen von einem Jonathan, von einem Karl. Die von einem Tenui und Kaito, die von einer Soru… Die von einem Kasuo und Sen…. Und noch eine. Eine, welche ich bereits hörte. Irgendwo…
„Hey“ spricht eine höhere, verzerrte Stimme in meinem Kopf. Auf meiner rechten Schulter ist eine Schlange. Doch ich kann nichts tun. Ich will sie wegschlagen, aber mein Körper ist gefangen. Ich kann nur laufen. Mit den anderen.
Ist das nur eine Einbildung? Drehe ich durch? Das muss es sein. Diese Stimmen, ich muss einfach Tabletten nehmen… Nein. Das ist real. All das hier. Was ist das? Ist das das Leben eines Sazukis?
Die Schlange schlangelt meinen Körper entlang. Und da merke ich es. Das ist keine normale Schlange. Diese Schlange hat ein Bewusstsein. Sie zieht sich an meiner linken Schulter und meinem Hals entlang. Ihr Hals ausgestreckt und ihr Kopf 50 Zentimeter von meinem entfernt.
Sie schaut mir in die Augen und spricht: „Soll ich dir ein Märchen erzählen?“
