Tamashi-porigon Prolog 1 – Fünf Freunde

„Komm raus!“ ruft eine Gruppe von jugendlichen und Yoru öffnet seine Augen. Er befindet sich in seinem alten Zimmer zu Zeiten der Abenteuer in der göttlichen Hauptwelt ‚Zeguni‘ des Zerqu-Yohasami-Polygons. Ein Zimmer, mit welchem er nur Schrecken verbindet. Die Polygonabweichung von Yoru, die hier gelebt hat, hat zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wuchs bei einer Adoptivfamilie auf, bekam nie das Gefühl von Liebe zu spüren und starb langsam aber sicher an innerlicher Einsamkeit. Bis die genannten Abenteuer in der Welt mit dem Namen ‚Zeguni‘. Doch sie hatte bis zum bitteren Ende Angst, jemals wieder an diesem Ort zu landen, ohne Liebe und ohne Zuneigung. Sie wurde süchtig nach Gefühlen.

Er steht auf und blickt aus dem Fenster. Wo einst die trostlosen Straßen Japans zu sehen waren, und die kalten Hausblöcke emporstanden, befindet sich nun eine große Wiese und ein See mit lilanem Wasser. Vier Kinder stehen und winken zu ihm. Er erkennt sie sofort. Es sind seine besten Freunde. Keine der echten Welt. Seine echten Freunde sind schon lange verschwunden. Es sind die Freunde dieser Welt.

Yui – Ein Mädchen mit pinken Haaren und bläulichen Augen. Sie ist die aufgedrehteste der fünf Freunde und versucht immer alle beisammen zu halten.

Tsuno – Ein Mädchen, welches halb Dämon und halb Mensch ist. Sie hat lange, blonde Haare, zwei rote Hörner auf dem Kopf, ein rotes Auge mit schwarzer Lederhaut und ein blaues Auge mit normaler, weißer Lederhaut. Sie ist mit Abstand die faulste der Gruppe, überlässt alles dem Schicksal und hofft auf ein gutes Ende.

Himitsu – Der augenscheinlich fröhlichste der Gruppe. Er liebt kreative Künste, wie zeichnen, schreiben und fotografieren. Seine Freunde wissen nicht allzu viel über ihn und er nicht über sie. Aber was sie wissen ist, dass sie immer versuchen, füreinander da zu sein. Er trägt ein langes, braunes Shirt, eine kurze Hose und eine Blumenkrone, die Yoru und Sen vor vielen Jahren für ihn gemacht haben, als sie noch Kinder waren.

Sen – Der ruhigste der Gruppe. Er redet nur, wenn er etwas gefragt wird. Fast immer trägt er eine Kapuze über seinem Kopf und eine Maske über dem Mund.

Yoru rennt die Treppen runter und stolpert dabei. Sein Knie schlägt auf den hölzernen auf. Ein leichtes Stöhnen verlässt seinen Mund, als er aufsteht, sich ein wenig Blut vom Knie wischt und zur Haustür läuft. Die Türklinke ist kalt. So, wie er sie in Erinnerung hatte.

Die Türe öffnet sich und Yoru steht draußen, an der frischen Luft, wo Yui und Himitsu ihn umarmt. Sen steht ein wenig abseits und beobachtet sie. Neben ihm steht Tsuno. In ihren Händen befindet sich ein eckiges, blaues Gerät mit zwei Knöpfen und einem Steuerkreuz, auf welchem sie einen 2d Plattformer spielt. Ihre Augen zeigen, wie fokussiert sie ist. „Nur noch ein Level“ sagt sie leise vor sich her. Bis Yui ihr mitten aus dem Nichts das Gerät aus der Hand zieht und hoch hält.

„Gib das her! Ich war fast am Ende!“ „Das heißt: ‚Bitte'“ meint Yui spottend. „Ein Scheiß heißt das. Das ist Diebstahl!“ Sie streckt ihre Arme aus und versucht, an den Handheld zu kommen. Aber sie ist zu klein. „Lass es“ murmelt Sen und Yoru entnimmt ihr das Gerät und gibt es Tsuno zurück. Schmollend sagt das pinkhaarige Mädchen: „Ich wollte doch nur meinen Spaß haben.“ Aber sofort hält ihr Himitsu eine Standpauke: „Nicht auf den Kosten von anderen Personen. Du würdest das andersrum auch nicht wollen.“ „Okay, okay. Du hast ja recht. Also. Sollen wir gehen? Der Leuchtturm steht heute nicht allzu weit entfernt. Wir sollten in guten 15 Minuten ankommen.“

Yoru, Sen und Himitsu nicken mit den Köpfen. Nur Tsuno ist erneut vollkommen auf ihr Spiel konzentriert. „Gehen wir einfach ohne sie los. Sie wird es schon merken, wenn wir weg sind und uns folgen.“ Die vier Freunde laufen los, über eine Brücke, die über den lila-pinken See führt. Über ihnen schweben, hoch oben in den Lüften, Wolken in den verschiedensten Formen. Manche rund, manche eckig, ein paar in Tierformen, andere in Objektformen. Hinter ihnen steht der große Wald, der an Yorus Haus vorbeizieht. In seinem tiefsten Inneren soll eine ganz eigene Welt existieren. Doch keiner seiner Freunde hat diese Welt jemals zu Gesicht bekommen.

Sie hören ein: „Wartet!“, mehrere schnelle Schritte und den Schatten von Tsuno, welche immer näher kommt. Als sie mit den Anderen aufholt, steckt sie ihren Handheld in die Hosentasche und konzentriert sich auf den Weg. Vereinzelnd liegen Münzen, Steine und Insekten auf ihrem Weg. „Erinnerst du dich noch, Yoru, als wir ein mal den Schneckenturm gesehen haben? Wie viele waren dort aufeinander? Sieben?“ „Kann gut hinkommen“ folgt als Antwort. „Vielleicht waren aus auch noch mehr…“ In ihren Gedanken an Schnecken vertieft bemerken sie nicht die Bedrohung, die sich ihnen nähert. Zwei Vögel mit blauen und schwarzen Feder und rot aufleuchtenden Augen kommen herabgeflogen.

Schnell ziehen sie alle ihre Waffen. Yoru ein Messer, Sen ein dünnes Schwert und Yui Boxhandschuhe. Tsuno kämpft vollständig mit Magie und verschießt zwei Flammenkugeln in die Luft. Eine fliegt daneben, doch die andere Trifft den Vogel und umhüllt ihn in einer glühenden Hitze. Yui zieht ihre Boxhandschuhe an und schlägt in die Luft, woraufhin Druckwellen entstehen, die bis zum Vogel fliegen und ihn zurück in den Himmel katapultieren. Der feurige Körper des anderen Vogels klatscht zur selben Zeit auf den Boden auf und zerfällt zu feinem, pinken Staub.

„Ihr seid echt die besten“ sagt Himitsu staunend mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

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