„So. Jetzt wo das geklärt ist: Ist hier irgendwo ein Laden? Oder ein Restaurant?“
„Woher sollen wir das wissen? Wir waren noch nie hier“ antwortet Yoru. „Stimmt. Dann suchen wir eins. Oder wir essen die Krabben. Ja, die Krabben waren wirklich gut. Essen wir einfach die Krabben.“ Sie rennt zurück, in den Wald aus Palmen und verschießt Strahlen auf sämtliche Lebewesen, die ihr vor die Füße kommen.
In der Zeit, in welcher Yoru und Mei bei Ryori ankommen, hat sie schon sieben Krabben und zwei Vögel getötet und beginnt, sie mit einer von ihr erschaffenen Glut zu rösten. „Endlich gutes Essen“ sagt sie leise dabei und ist auf das Fleisch fixiert.
Mehrere Minuten vergehen, bis die Krabben fertiggeröstet sind. Ich beiß rein und bin überrascht. Die letzten Wochen habe ich fast nichts gutes gegessen. Aber das hier… Mir fehlen die Worte. „Es schmeckt himmlisch“ sage ich. „Wollt ihr auch probieren?“ „Gerne.“ Yoru und Mei beißen rein und es scheint ihnen zu schmecken.
Gemeinsam sitzen wir irgendwo in einem kleinen Wald, essen geröstete Krabben und reden über Dinge, wie das Wetter, die Ferien und so weiter. „Ich würde ja auch gerne mitessen“ meint Manuel. „Aber ich bin Veganer und esse nur Grünzeug und Insekten.“
Nach einer guten halben Stunde sind wir fertig, werfen die übrig gebliebenen Krabben irgendwo an den Straßenrand und laufen zurück zum Schiff. „Wartet hier, ich versuche es wieder umzudrehen“ sagt Manuel und steigt ein. „Und? Heute schon was vor?“ frage ich.
„Nicht wirklich… Mei wird wahrscheinlich zurück nach Hause gehen und ich werde noch ein paar Dinge planen. Nach den Ferien werden wir weitermachen und nach Verbrechern suchen.“ „Denkt ihr wirklich, dass sich das Verbrechen in den Ferien eine Pause nehmen wird? Verbrecher sind trotzdem auf allen Welten und verbreiten Leid. Aber es geht hier nicht nur um Verbrechen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber ich glaube zu wissen, wer hinter allem steckt. Nicht hinter dem, was euch passiert ist. Sondern hinter dem, was zu meiner Zeit passiert ist. Dass alles ein weiteres Mal zerstört wurde. Und ich weiß, wo wir suchen könnten. Laut der Cloud ist auf einem Planeten, der direkt neben diesem hier liegt, der Heimatsort von einer wichtigen Schlüsselperson. Kommt einfach mit. Oder ich gehe alleine.“
Ryori läuft ins Schiff und die anderen Beiden folgen ihr. „Wir kommen mit.“ „Gut. Manuel, Zeng! Der rote Planet neben uns.“ „Verstanden.“ Das Schiff hebt ab. Und Ryori schaltet den Fernseher an und wechselt auf das Nachrichten Programm. „In wenigen Minuten müsse es passieren“ sagt sie.
Wir fliegen weiter. Bis plötzlich eine Eilmeldung kommt. „Ein großes, seltsames Wesen wurde auf einem kleinen Planeten namens ‚Zeng‘ entdeckt. Laut den Beobachtern kam das Monster aus einer Art Loch, welches sich im Himmel öffnete. Das Wesen ist groß und lila. Es springt umher und mit jedem Sprung brechen Häuser und Tale zusammen.-“ Ryori schaltet den Fernseher aus. „Perfekt. Genau passend.“
„Das kann nicht sein. Oder? Ist es… Yusa?“ fragt sich Yoru. Während sie fliegen, schauen Yoru und Mei aus dem Fenster und sehen einen kleinen, roten Planeten. „Dort ist das Wesen. Oder?“ fragt Mei. „Nicht nur das Wesen. Sondern auch sein Schöpfer. Beziehungsweise seine beiden Schöpfer.“
Das Schiff landet auf einer abgelegeneren Plattform und klettern eine Leiter runter. Der Planet ist eine große, rote Wüste. „Wo ist es?“ fragt Yoru. „Ich habe keine Ahnung. Schauen wir in den Nachrichten nach.“ Ryori holt ihr Handy aus der Tasche und gibt in der Suche: ‚Wesen Zeng‘ ein. Sofort kommen Suchergebnisse und Nachrichtenmeldungen. Dort steht, dass das lilane Wesen in der Nähe einer Stadt mit dem Namen ‚Fyr‘ gesichtet wurde. Sie schaut in der Maps App nach und sieht, wo sie hinmüssen.
„Dorthin“ sagt sie und zeigt in eine Richtung. „In ungefähr fünf Minuten müssten wir da sein.“ Sie laufen gemeinsam los und spüren nach weniger als einer Minute das Beben des Sandes. „Es ist ganz in der Nähe“ meint Mei. Wir laufen weiter, bis auch das Beben stärker wird. Und in der Ferne erblicken wir etwas.
„Es ist ein Gott. Nicht wahr?“ fragt Yoru. „Müsste einer sein. Zu genau dieser Zeit sollen aktiv immer wieder neue dieser Wesen gesichtet worden sein. Das habe ich in den Geschichtsbüchern gelesen. Mit der Zeit wurden es immer stärkere. Aber wenn wir vor Ort sind, noch bevor es passiert, können wir größeren Schaden vermeiden.“ Sie nähern sich, bis das Wesen sich schlagartig umdreht und zu ihnen schaut.
Es ist nicht groß. Vielleicht so groß, wie ein halbes Bein. Doch jedes Mal, wenn es auf dem Boden aufkommt, entsteht ein starkes Beben. Stark genug, um Menschen zum Fall zu bringen.
Yoru verschießt einen Eisstrahl auf das Wesen und es beginnt, zu gefrieren. Doch als es wieder auf dem Boden aufkommt, bricht sämtliches Eis und es hupft weiter umher.
„So vielleicht?“ fragt Ryori und schießt einen Eisstrahl auf den Boden. Der Gott landet auf der Eisfläche. Sie bricht und zerfällt zu vielen, kleinen Eissplittern, welche nun in der Unterseite des Monsters stecken. Er springt, doch als er wieder landet, werden die Splitter nur noch tiefer in seinen Körper gestoßen. „Perfekt.“
Er springt erneut, doch durch den Schmerz kann er sich nicht fokussieren und springt daneben. Kurz nach der Landung schießt Yoru zwei Blitze auf ihn. Seine Augen schließen sich und Ryori rammt eine gigantische Säule aus dem Boden, die fast 20 Meter in die Luft reicht. Auf der Spitze von dieser ist der Gott, aufgespießt.
„Du hast mal nicht meine Hilfe gebraucht“ hört Yoru Satsujin sagen. „Das stimmt.“
„Wow. Du bist… Wow. Einfach nur wow. Als ob du wirklich von uns bist.“ Mei umarmt Ryori, welche lacht. „Du Killermaschine.“ Sie umarmen sich für fast zehn Sekunden. Bis Yoru sagt: „Sollten wir nicht zurück? Oder den Leuten bescheid geben?“
Aber Mei lacht. „Ich glaube da braucht jemand eine… Kuscheleinheit!“ Mei und Ryori umarmen ihn. Sie alle fallen zu Boden und machen weiter, lachen und werden kurz darauf von einer Stimme in der Ferne unterbrochen.
Ein hoher, lauter Schrei. Fast schon wie der Gesang eines Engels. So schön wie kein zweites Geräusch. Es erfüllt den Planeten und der Gott platzt. Eine Blutlache kommt Yoru und den Anderen entgegengeflogen. Doch sie können gerade noch so ausweichen. „Das war knapp.“ Sie laufen zurück zum Schiff. Bis der Gesang ein zweites Mal zu hören ist. Noch lauter.
Daraufhin herrscht für einen kurzen Augenblick absolute Stille, bis sich die 20 Meter Säule ruckartig umformt und ein Kreuz bildet. Die Drei schauen es sich für mehrere Sekunden an, bis das Raumschiff, die FR0G, neben ihnen landet und die Luke ausfährt. „Gut gemacht“ sagt Manuels Stimme durch einen Lautsprecher. „Aber jetzt einsteigen. Ich muss euch unbedingt jemanden vorstellen und wir haben wenig Zeit.“
Ryori, Mei und Yoru steigen ein und das Schiff startet. Doch sie sind noch immer wie hypnotisiert. Dieser Gesang und die Form des Kreuzes, sie waren wunderschön.
Sie schauen noch ein Mal aus dem Fenster, als sie abheben und sehen das Kreuz und wie es langsam im Erdboden verschwindet. „Einfach nur faszinierend“ denkt sich Mei. Wenig später sind sie außerhalb der Atmosphäre und fliegen in eine unbestimmte Richtung. Es scheint kein Planet zu sein, wo sie landen möchten.
Plötzlich erblicken sie in der Ferne ein eckiges Schiff mit einer Luke und einer Andockschleuse. Manuel fliegt direkt auf das unbekannte Schiff zu und ändert den Kurs so, dass es seitlich am Schiff vorbeifliegt und sich andocken kann. Wir hören ein lauteres Geräusch, welches wie Metall klang. „Kommt runter“ sagt Manuel und wir kommen.
Neben ihm war immer eine menschengroße, rundliche Fläche. Doch ich wusste nie, wofür sie war. Oder vielmehr Yoru wusste es nie. Ich selbst war nur zwei Mal auf diesem Schiff und hab den Steuerraum nie gesehen.
Doch plötzlich öffnet sich diese Fläche und ein Weg führt in das fremde Schiff. „Du kennst den Besitzer vom Schiff, oder?“ fragt Yoru Manuel, um nochmal sicher zu gehen. „Das tue ich, ja. Er ist nett. Kommt mit!“ Er hopst voran. Und wir folgen ihm in einen kleineren, leeren Raum. Von dort aus öffnen wir eine Türe, die in einen größeren Raum mit einem Tisch führt. An diesem Tisch sitzt ein dickerer Mann mit einem schwarzen Shirt und blonder Gesichtsbehaarung. Seine Iriden sind grün, doch seine Pupillen gelb. Er ist wahrscheinlich kein normaler Mensch von der Erde.

Sasha
„Sasha, guten Tag“ sagt Manuel. „Guten Tag, Manuel“ sagt der Mann mit einem Akzent. „Wie ich sehe du haben Freunde mitgebracht. Sehr gut. Viel Geld, ja. Was braucht ihr?“
„Im Moment brauchen wir nicht wirklich etwas. Ich wollte nur mal hallo sagen und dir die Drei hier vorstellen. Gute Freunde von mir. Und sie könnten dir später helfen. Du erinnerst dich an die Diebe?“
Sasha nickt. „Ja, ja. Diebe waren mies. Haben mir geklaut etwas meiner besten Ware. Ist wert über 20.“
„Zwanzig was? Tausend?“ frage ich. „Nein, Mädchen. Meine Waren nicht billig. Zwanzig Millionen.“ Wir sind schockiert. So viel Geld? Und sie haben die Waren einfach so geklaut?
„Aber wie?“ fragt Yoru. „Sie mich bedroht. Erst war ein komischer Junge. Dann verschwand und andere Junge war da. Grüne Haare und sehr helle Haut. Er mir Schwert an Hals gedrückt und einfach nahm mit. Ich nicht weiß, wo er ist. Aber wenn ihr mir Waren bringt, ich euch geben 25% ab.
Das wären ganze fünf Millionen Yen. Davon könnten wir uns so viel holen. Ich könnte endlich mein langerhofftes Schlachtschiff kriegen, welches mir Yoru damals immer verboten hat. Er wird sich daran nicht mehr erinnern, also sollte es diesmal funktionieren können.
„Wir werden schauen, was wir tun können. Tatsächlich suchen wir genau diese Personen“ sage ich. Und Yoru schaut mich überrascht an. Bis jetzt weiß er nichts davon. Aber Jaster und seine zwei Kenzenden sind noch irgendwo in diesem Universum und versuchen, an neue Macht zu kommen. In meiner Zeit haben sie es geschafft. Sie wurden die neuen Anführer vom Cealestum. Und genau das müssen wir jetzt versuchen, zu verhindern.
– – –
Zur ungefähr selben Zeit befindet sich Jaster irgendwo auf einem abgelegeneren Planeten und spricht mit einem seltsamen Mann. „Der Deal steht noch. Oder?“ „Das tut er, genau. Vergiss aber nicht. Eine Chance. Wenn du es nicht schaffst, dann werde ich dich töten.“ „Keine Sorge. Auch ohne meine Kräfte kriege ich es hin, Leute zu überzeugen. Bald bist du reich. Und dann kannst du dir all deine größten Wünsche erfüllen.“
