Isagus fliegt auf uns zu. So schnell, dass es mit dem menschlichen Auge fast nicht sichtbar ist. In der letzten Sekunde kann ich ein Projektil verschießen, welches ihn dazu zwingt, seine Flugrichtung zu ändern. Anschließend schießen Itsuki und Akihiro auf ihn.
Sie treffen, doch verursachen wenig Schaden. Er holt zum Schwung aus und verschießt einen gigantischen Feuerstrahl. Myerlien erschafft ein Schild und schützt uns. Doch seine Aura lässt langsam nach. Das Schild ist kurz vor dem Brechen. Wir brauchen einen Plan.
Hitachi redet mit Akihiro und Itsuki. Er hat eine Idee.
„Myerlien, lass das Schild verschinden!“ Es zerbricht und die drei verschießen alle gleichzeig so viele Projektile, wie sie können. Ihre Flugkraft ist so stark, dass sie das Feuer beseitigen. Hunderte kleine Projektile treffen Isagus. Seine Flügel werden durchlöchert.
„Ihr seid gar nicht mal so dumm. Doch wie stellt ihr euch im Nahkampf an?“ Er fliegt rasant auf den Boden und rennt auf uns zu. In seinen Händen das Feuer-Großschwert.
Wie gut, dass ich als Kind Kendo gespielt habe. Das müsste mir in diesem Moment sehr gut kommen. Ich nutze mein Erashin und erschaffe mit einem Großteil meiner letzten Kraft ein relativ großes und robustes Schwert. Das letzte bisschen behalte ich für die Agilität und Geschwindigkeit.
Er steht wenige Schritte vor uns und schlägt zu. Feuer umringt uns. Ich halte mein Schwert quer über meinen Kopf und Blocke seinen Angriff. Nach nicht mal einer Millisekunde schlägt er von der rechten Seite zu. Ich kann den Schlag gerade noch so blocken, als der nächste schon von der linken Seite zugeflogen kommt.
Es nutzt sein Erashin nicht für seine Stärke, sondern für seine Geschwindigkeit. Er ist gar nicht so robust, wie wir denken. Der nächste Schlag kommt geflogen, als ich mich nach hinten werfe. „Akihiro, Itsuki, jetzt!“
Über mein Kopf fliegen verschiedene Projektile. Manche klein und schnell, andere dick und stark, manche flacher, andere spitzer.
Er wehrt jeden Schuss ab. Seine Bewegungen sind fast kaum zu erkennen.
Ich springe zurück zu den anderen, Isagus fliegt gen Himmel. Hinter ihm eine Spur von Feuer. „Ich habe eine Idee. Ich weiß nicht, ob das funktioniert. Aber es könnte gehen. Und wenn es geht, dann ist er definitiv besiegt. Seine Besonderheit ist nicht der starke Angriff, sondern die schnelle Bewegung und das blocken. Doch wenn wir einen Angriff haben, den er nicht Blocken kann, dann gewinnen wir. Wir machen es so…“
Sie haben ihren Plan. Doch keiner von ihnen ist sich sicher, ob er funktionieren wird.
Isagus fliegt auf Hitachi zu, der sein Schwert schon bereit hält. Isagus schlägt, Hitachi blockt. Ohne sich auch nur einen Millimeter zu rühren. Er hat sein Erashin auf die Beine verlagert, um einen besseren Halt zu haben.
Das restliche Erashin benutz er für die Geschwindigkeit, um mit Isagus mithalten zu können. Schlag noch schlag kommt geflogen, doch diesmal kann er sie alle blocken.
Währenddessen erschafft Akihiro eine Kugel, gefüllt mit seinem sämtlichen Erashin. Diese Kugel wirft er zu Itsuki. Dieser gibt der Kugel auch sein ganzes Erashin. Sie warten auf den passenden Moment.
Isagus geht einen Schritt zurück. Nun greift Hitachi an. Schwung für Schwung. Mit jedem Treffer gegen das Schwert schießen enorme Feuerfunken durch die Luft. Doch Hitachi weiß dank seinem Kendo Training, wie er zuschlagen muss, um den Gegner bestmöglichst außer Atem zu kriegen. Und als Isagus ein Anzeichen von Erschöpfung zeigt springt Hitachi zurück.
Von der Seite kommt die von Akihiro und Itsuki mit Erashin gefüllte Kugel geflogen. Er lässt sein Schwert zerfallen und bekommt das Erashin von diesem. Die Kugel zerschlägt er mit seinen Händen.
All das Erashin in der Luft nimmt er auf, um es in Form einer finalen Attacke zu verschießen. In seiner rechten Hand bildet sich eine kleine Kugel, in der linken eine größere Kugel. Er schwingt seine rechte Hand und ein dünner Strahl kommt auf Isagus geschossen. Er versucht ihn zu blocken, doch gleichzeitig kommt ein dickerer Strahl aus der linken Hand geschossen.
Er weiß nicht, wie er beide Strahle gleichzeitig blocken soll. Bis die Stärke vom linken Strahl zu stark wird und er seine Kontrolle verliert. Er kriegt es nicht länger hin den rechten Strahl zu blocken. Und genau dann fusioniert Hitachi die beiden Strahle und saugt das restliche Erashin auf. Der Strahl wird noch dicker und seine Stärke noch brutaler.
Er schießt Isagus mehrere Meter nach hinten. Er versucht langsam aufzustehen, doch sein Bauch ist durchlöchert. Er läuft Schritt für Schritt nach vorne, bis er umfällt.
Ich laufe vorsichtig zu ihm hin. Vielleicht hat er überlebt. Aber noch so einer großen Verletzung wäre das fast schon unmöglich. Ich nehme ihm den Splitter aus der Hand und laufe zu Myerlien und den anderen.
„Das war einfacher, als gedacht“ meint Akihiro. „Dieser Gegner war nichts. Man hat gemerkt, dass er nicht viel erfahrener war, als ihr. Jedoch war er, wie mir scheint, der einzige in diesem Dorf, welcher Erashin besitzt. Daher fürchteten ihn alle so sehr. Eure zukünftigen Gegner wurden nur noch stärker. Also trainiert weiterhin viel. Wir treffen uns morgen ein letztes Mal in dieser Welt, um euch zu trainieren. Danach geht unsere Reise weiter.
Wir laufen gemeinsam zum Tempel, welcher uns zurück bringt. Doch wir haben ein Problem. „Was machen wir jetzt mit Leafia? Hitachi, kann sie bei dir bleiben? Deine Eltern werden schon nichts dagegen haben“ meint Itsuki.
Ich atme genervt aus. „Wie ihr meint. Ich rede mit ihnen und lasse mir irgendwas ausdenken. Gehen wir.“ Wir treten in den Ring und wachen wenige Sekunden später auf dem Hof auf. Zu viert sitzen wir auf der Bank.
Leafia trägt noch immer ihre Kleidung aus der anderen Welt. Sie erregt zu viel aufsehen. „Hier, zieh das an. Ich hab immer Ersatzkleidung dabei. Falls meine zerstört oder geklaut werden sollte.“ Ich gebe ihr ein Shirt und eine Jacke und eine kurze Hose.
„Wieso hast du sowas dabei?“ frägt Akihiro. „Hab ich doch gesagt. Falls sich jemand, zum Beispiel du, denken sollte: ‚Ach komm, ich mobbe den mal und zerstöre dem seine Klamotten oder klaue ihm die Hose‘ ich mich sofort umziehen kann.
Wir gehen mit Leafia zu einer Ecke der Schule. Wir stellen und so hin, dass sie niemand sehen kann. Währenddessen zieht sie sich um. Nach wenigen Sekunden sagt sie: „Fertig. Wie sehe ich aus?“
Mir fehlen wortwörtlich die Worte. Doch nicht nur mir. Keiner sagt etwas. „Sieht es wirklich so schlecht aus?“ „Nein! Es schaut super gut aus‘ sage ich, ohne wirklich nachzudenken was ich da sage. „Oh… Danke.“
„Jetzt wo das geklärt ist, wie geht es weiter? Also was soll sie machen? Wir haben noch zwei Stunden. Wenn sie sich alleine umschauen würde wäre es zu gefährlich.“
„Ich könnte mit Myerlien reden. So würde ich die genauen Einzelheiten über unser Abenteuer erfahren. Er könnte sich in der Jacke verstecken. Ich nehme mal an, dass nur wir ihn hören können. Oder?“ „Genau“ sagt er.
„Perfekt. Das ist eine gute Idee. Dann wartest du hier. Wir kommen in zwei Stunden zu dir.“
Die Pause ist vorbei und wir gehen in den Unterricht. Wir haben einen neuen Schüler. William Delmore sein Name. Er wirkt nett. Nicht so, wie der Großteil der anderen. Die letzten zwei Stunden fühlten sich an, als wären sie unendlich. Am Ende der Stunde bin ich einfach nur Gott froh.
Doch was als nächstes kommt wird mindestens genauso eine Qual. Was soll ich meinen Eltern sagen? ‚Hier, ein fremdes Mädchen. Die soll ab sofort in meinem Zimmer leben.‘ Ich will mir kein Zimmer mit ihr teilen. Auch wenn sie mega nett und süß wirkt, ich brauche meine Privatsphäre.
Ich bin gerade dabei das Klassenzimmer zu verlassen, als plötzlich die Polizei dort steht und nach einem ‚Hitachi Sazuki‘ frägt. Ich sage ihnen, dass ich Hitachi Sazuki bin. Und sie bitten mich, mit ihnen mitzukommen. Außerhalb der Schule geben sie mir einen Zettel und sagen: „Kennst du jemanden mit dieser Handschrift?“
Ich schaue auf den Zettel. Auf ihm steht ‚Du wolltest es so. Mische dich nicht in Angelegenheiten in, mit denen du nichts zu tun hast‘. „Nein, ich erkenne diese Handschrift nicht. Was ist los?“ Doch dieser Text.. Er erinnert mich an Zenelith.
„Er lag… neben den Leichen deiner Eltern.“