Cella und Yoru liegen auf dem schmutzigen Boden des Waldes. Über ihnen der wohl stärkste Gegner, den sie jemals bekämpft haben. Sie bleiben mehrere Minuten im Wald mit der Angst, dass Zenelith zu ihnen kommen und angreifen könnte. Doch nach kürze sehen sie einen Gleiter im Himmel, auf welchem Zenelith sitzt. Ein Glück.
„Er ist weg. Also ist alles gut“ meint Cella. „Naja. Wir wissen noch immer nicht, was all das hier wirklich ist. Ob es nur ein Hinterhalt war, um an diesen Teil vom… wie hieß es nochmal? ‚Zegunia‘? Um an das Teil da zu kommen. Oder ob sie wirklich helfen wollten.“
„Es ist wirklich eine schlechte Situation. Aber wenn-“ Sie hören Schritte und schauen sich um. Bis sie Akihiro und Elizabeth sehen. „Was ist los?“ fragen sie und wir erklären alles.
„Verdammt. Aber du sagst, dass nur Shenji nach diesem Stein gesucht hat? Dann wird das sowas wie ein Sonderkommando von ihm gewesen sein. Kadokawa möchte den Leuten wirklich helfen. Und das sollten wir auch tun.“ Sie hat recht. Wäre es wirklich nur wegen diesem Stein gewesen, dann hätten sie uns nie einladen brauchen.
Wir gehen eine Treppe, die an der Felswand entlangläuft, hinunter. Im Tal angekommen rennen wir zu den Dörfern und helfen ihnen. Wie es scheint, hat nur ein kleiner Teil des großen Dorfes gebrannt und von den Bewohnern ist niemand gestorben. Es dauert nicht lange, bis die Monster komplett beseitigt sind.
Akihiro und Elizabeth gehen zu ihren Dörfern zurück, bis auch sie freu von sämtlichen Monstern sind. Kadokawa schickt eine Durchsage und sagt, dass die Operation ein voller Erfolg war und wir alle zurück zu den Luftbasen und Flugzeugen sollen.
Cella und ich laufen mit den Soldaten los, die miteinander reden, jubeln und feiern. An den Flugzeugen angekommen sehen wir nochmal Akihiro und Elizabeth. Wir setzen uns wieder alle nebeneinander in den Flieger hin. Kadokawa und Sarah sind neben uns. Und vor uns eine Reihe an Soldaten. Der Flieger startet.
Doch die ganze Zeit habe ich ein seltsames Gefühl. Nicht nur wegen diesem Stein. Es ist schon seit gestern Abend, wo mir so schwindelig war. Etwas stimmt nicht.
„Wie lief es bei euch so?“ fragt Elizabeth. „Ganz gut“ antwortet Cella. „Wir haben in kurzer Zeit recht viele Monster besiegt. Und bei euch?“ „Auch. Akihiro ist wirklich gut. Aber die Soldaten haben auch eine gute Arbeit geleistet.“ „Auf jeden fall“ sage ich. „Ohne sie wäre diese ganze Operation nicht möglich gewesen.“
„Und es ging um einiges schneller, als gedacht“ lacht Kadokawa. Wir waren uns sicher, dass wir bis Sonntag brauchen würden. Doch dank Yoru und Cella und ihrem Fund mit den Schlitzen, aus welchen die Monster kamen, konnten wir sie recht schnell eindämmen.“
Wir fliegen mit Höchstgeschwindigkeit. Und nach knapp vier Minuten sagt der Pilot: „Bereit machen zur Landung.“
Als wir alle wieder im GECO Meetingraum sind, setzen wir uns an den Tisch und Kadokawa bekommt eine Meldung. „Anscheinend sind Zenelith und Shenji nicht auffindbar.“ „Ihnen wird es gut gehen. Sie sind unsere besten Leute“ sagt Sarah, um Kadokawa zu beruhigen. „Tatsächlich wissen wir, was passiert ist. Und wir haben Fragen.“
Cella und ich erzählen von unserem Treffen mit Zenelith, der Suche von Kenji nach einem seltsamen Stein, dem Kampf, der Flucht und, dass die beiden sehr wahrscheinlich mit einem Gleiter geflüchtet sind. Doch während wir all das erzählen, kommt ein mysteriöser Mann in den Raum. Er ist kein Mensch, soviel ist sicher.
„Guten… Tag. Dürfte ich erfahren, worüber ihr gerade mit Herrn Kadokawa gesprochen habt? Ich habe nur einen Teil mitbekommen und es klang recht interessant.“
Verwirrt schauen Cella und ich uns an. „Er ist sowas wie der CEO von dem Erd-Gebiet. Eine Art rechte Hand vom Präsidenten. Schwer zu erklären. Aber ihr könnt es ihm erzählen.“
Wenn Kadokawa sagt, dass es sicher ist, trauen wir ihm einfach Mal und erzählen dem Fremden alles. Und als wir fertig sind schaut er auf seine goldene Kette.
„Gut… Gut zu wissen. Also hat er es vor. Ich hätte damit rechnen sollen. Ihr müsst wissen, dieser Mann es ein schlimmer Mann.“
„Wissen wir“ sage ich. „Wir haben oft, also sehr oft, gegen ihn gekämpft. Auch schon mein Vater. Und sein Vater.“ Der Mann nimmt seinen Hut ab und schaut uns an. „Ihr müsst ihn töten. Noch bevor er diesen Planeten zerstört. Okay?“ Es wirkt, als wäre es ihm wichtig. Doch das ganze ist der größte und einzige Planet im Universum, auf welchem Menschen leben. Es geht ihm einfach um all diese Leben.
„Wir werden es versuchen.“
Er verlässt uns und wir setzen uns wieder am Tisch. Kadokawa geht nach oben, um mit Sarah zu reden. Hasaki, Takashi und Akihiro gehen an ihre Handys, Hina und Iylandra lesen Mangas und ich denke nach.
Es ist wirklich seltsam. Sie alle wollen diesen Planeten zerstören. Das Cealestum, nun auch Zenelith. Er sagt, dass wir ausgetrickst wurden. Von ihm. Er meint sehr wahrscheinlich Jaster. Es ist also, wie ich mir dachte. Irgendetwas tut er in diesem Moment. Und ich habe keine Vermutung, was es sein kann.
Wir gehen nach Hause, spielen, legen uns schlafen. Alles ist so trostlos. Der letzte Sinn meines Lebens ist es, anderen zu helfen. Wer hilft mir? Niemand. Was ist der Sinn von meinem Leben? Ich verstehe es nicht. Ich verstehe nichts.
„Nah? Versinkst du wieder im Selbstmitleid?“ Wo kommt er jetzt wieder her? Immer an den unpassendsten Momenten. „Was ist los?“ „Nicht viel. Ich wollte dir nur ein Angebot machen. Eines, zu welchem du fast gar nicht ‚Nein‘ sagen kannst. Denn dieser Planet ist nicht das, was du denkst. Am 31.01. wird sich einiges ändern. Eigentlich alles. Soll ich dir die Wahrheit erzählen?“
Die Wahrheit? Und was wird sich am 31.01. ändern?
„Wovon redest du.“
„Du willst sie also wissen. Sehr gut. Wenn das so ist… Ich erzähle sie dir nicht. Oder noch nicht. Am 30.01. soll es sein. Der Tag, an welchem du die Wahrheit erfahren sollst. Es wird spektakulär. Sei gespannt.“ Er verschwindet. Und damit lege ich mich schlafen.
Der nächste Tag beginnt. Cella weckt mich, doch mein Wille wird immer schwächer. Seit zwei Tagen fühle ich mich einfach… ich kann es nicht beschreiben. Vielleicht ist es der Verlust und die Angst. Wieder eine depressive Phase oder Unzufriedenheit. Ich sollte versuchen, die Anderen nicht mit meinen Gefühlen niederzumachen.
„Guten Morgen. Sollen wir in die Schule?“ fragt Cella. „Du weißt, dass wir Samstags keine Schule haben. Oder?“
Sie kratzt sich am Kopf und sagt: „Oh. Mein Fehler. Wie auch immer. Komm mal mit!“ Sie steht auf und rennt in das Wohnzimmer. Ich folge ihr und sehe Iylandra, Hinachi, Takashi, Akihiro und Delmore am Esstisch. Auf dem Tisch selbst steht eine Torte.
„Du hast zwar nicht Geburtstag, aber heute feiern wird trotzdem. Nach den letzten Tagen ist es das beste, was wir tun können. Vor allem für dich.“ Er lacht. zum ersten Mal nach Tagen musste er lachen. Das allein war Grund genug für ihn, diesen Tag einer der besten Tage nach langem zu nennen.
„Wir haben sogar ein Geschenk. Es ist nichts großes, aber es kommt vom Herzen. Manuel hat es gestern Nacht noch schnell gebaut. Es sollte vor der Haustüre auf dem Parkplatz stehen, gesichert. Du musst es dir unbedingt anschauen, nachdem wir mit essen fertig sind.“ „Werde ich auf jeden Fall.“
Sie essen Kuchen, Trinken Tee, reden über alles mögliche. Und als sie fertig sind folgt Yoru ihnen nach draußen. Und unten findet er etwas unglaubliches. Ein Raumschiff. Groß genug, um mindestens zwei Personen zu tragen. „Wow. Ich mein… wow. Mit einem eigenen Raumschiff sollten wir ab sofort noch einfacher von Ort zu Ort fliegen können“ sagt er. Und plötzlich springt Manuel auf seine rechte Schulter.
„Das ist nicht alles. Es schaut aus, wie ein kleines Schiff. Aber das tut es nur, damit es auf einen Parkplatz passt. Das wirkliche Schiff wird mehrere Meter groß sein. Groß genug, um rund zehn bis zwanzig Leute transportieren zu können.“ Yoru schaut verwundert zum Schiff und läuft näher. Es hat eine grüne, durchsichtige Box um sich herum stehen. „Die ist da, damit niemand unbefugtes etwas mit dem Schiff macht“ sagt Manuel.
„Faszinierend. Nicht wahr?“ fragt Iylandra. „Ja. Sehr. Und das Ding wird wirklich groß?“ Manuel nickt mit dem Kopf. „Sehr groß. Willst du es sehen?“ „Gerne.“ Er holt aus seinem Mund eine Fernbedienung und drückt auf dieser einen Knopf. Plötzlich ziehen sie die Wände des Kastens ein und das kleine Schiff schwebt nach oben. Bis es rasant größer wird.
Ein langgezogenes Schiff mit gelben Akzenten fliegt vor uns in der Luft. Eine Luke öffnet sich und ein Weg wird ausgefahren.
„Nur zu. Lauf ruhig rein.“ Yoru und die anderen gehen Schritt für Schritt den Steg entlang, bis sie durch einen Eingang an der vorderen Seite kaufen. Von dort aus geht der einzige Weg nach rechts. Sie laufen einen Gang entlang, bis sie in einem größeren Raum landen. Der Boden ist grau, die wände grau. An der hinteren Wand steht eine runde, weinrote Couch um einen runden, braunen Tisch herum. Auf diesem sind zwei Platten mit Touchscreen, auf denen man malen und suchen kann. Es sind wie kleine Tablets.
An den Wänden links und rechts hängen größere Bildschirm. Unter diesen stehen Tische, auf welchen sich jeweils ein Laptop befindet, der durch ein Kabel mit den Bildschirmen verbunden ist. In der vorderen Wand, die gegenüber von der Couch steht, steckt ein Bildschirm, auf welchem gerade die Nachrichten laufen. An den Wänden verteilt stehen Schränke, Tische und verschiedene Knöpfe.
Ebenfalls befinden sich links und rechts jeweils eine Tür, die zu weiteren Räumen, wie zwei Toiletten, einem Bad und einer Abstellkammer führen. An der vorderen Wand sind zwei Türen, welche zu jeweils einem Ausgang und einem schwächeren Geschütz führen. Eine Leiter befindet sich rechts von der Couch, die auf eine Zweite Etage führt.
Auf dieser sind Pulte, auf welchen sich Knöpfe, Hebel und Monitore befinden. Sie steuern die Geschütze. Wir klettern wieder runter und sehen links von der Couch eine weitere Leiter. Sie führt in einen kleinen Raum, in welchem sich zwei Steuerknüppel und ein Monitor befinden. Der Monitor zeigt alles, was für dem Raumschiff passiert.
Manuel erklärt uns alles ganz genau. Wo was ist, wie man was bedient und für wen welche Aufgabe am besten geeignet ist.
„Also. Was meint ihr? Sollen wir abheben?“ fragt Hina. „So als erster Test wäre es ganz praktisch. Also ja. Aber wer fliegt das Teil?“ fragt Iylandra. Akihiro Jr. streckt. „Gut. Und wer wird die Geschü-“ „Ich.“ „Gut. Also Hinachi. Wer wird an die schwächeren Geschütze gehen?“
Keiner reagiert.
„Brauchen wir überhaupt Leute an den Geschützen? Ich mein, wir werden nur ein wenig fliegen. Oder?“ Delmore hat recht. Wir fliegen zum GECO Turm und wieder zurück. Da gibt es nicht viel zu tun.
Wir einigen uns, dass Akihiro fliegen wird. Und die restlichen laufen auf dem kleinen Schiff umher. Manuel begleitet Akihiro um ihm zu zeigen, wie er das Raumschiff startet. „Alle bereit machen zum Abflug!“ ruft er und plötzlich fliegen wir mit voller Geschwindigkeit los. Ich stolpere nach hinten und fliege auf die Couch. Cella fliegt auf mich.
„Autsch!“ „Sorry. Alles okay?“ „Alles gut. War nur überraschend. Das Schiff fliegt ganz schön schnell“
Wir alle schauen aus dem Fenster und sehen die Welt an uns vorbeifliegen. Es dauert keine zwei Minuten, bis wir im Hangar des Regierungsturms landen. Zuerst wollen die Wachen uns angreifen, da sie denken, dass wir Eindringlinge sind, doch als wir ihnen unsere GECO Ausweiße zeigen, lassen sie uns parken und passieren.
Wir fahren hoch, zu GECO. Die Türen öffnen sich und Kadokawa und Sarah sitzen am Tisch. „Guten Morgen“ grüßt Iylandra sie. „Auch einen guten Morgen an dich und deine Freunde. Was führt euch hierher?“ „Wir dachten womöglich gibt es neue Missionen für uns und wollten helfen.“
Doch Kadokawa schüttelt den Kopf. „Es wird keine neuen Aufgaben mehr geben. GECO wird geschlossen. Es wird nicht länger unterstützt. Der Präsident und seine rechte Hand haben gesagt, dass wir nicht gebraucht werden. ‚Ab nächstem Monat wird einiges anders laufen‘ und viele, weitere, seltsame Sachen. Ihr solltet am besten gehen. Wir tuen es auch.“
Stille.
„Aber wieso? Wieso sollte sowas wie GECO abgebrochen werden?“ regt sich Akihiro Jr. auf. Doch sie sollten sich lieber entspannen. Der Planet wird nicht viel länger existieren. Jaster hat etwas vor, was alles vernichten wird. Am 31.01. werden wir alle sterben. Es bringt also nichts, jetzt noch eine große Show zu machen.
Ohne etwas zu sagen, verlasse ich die anderen und gehe zurück zum Raumschiff.
Was auch immer kommen wird, ich habe Angst. Es ist, wie ich mir dachte. Jasters Plan war es nie, die Welten zu fusionieren. Er hat es nur getan, damit-… damit ich ihm glaube und vertraue. Was er erfolgreich hinbekommen hat. Er gab mir meine Erinnerungen zurück, dass ich ihm noch mehr vertraue. Und half mir damals bei dem Angriff auf Ayz-Tech. Er hat alles geplant. Das ist nicht mehr normal.
Was auch immer er ist, ich will ihn nicht mehr bei mir haben. Er macht mir Angst. Er ist ein krankes Wesen. Ein Psychopath. Wer oder was ist dieses Etwas. Ich möchte einfach- „Du möchtest einfach mehr wissen?“ fragt eine Stimme hinter mir. Ich drehe mich rasant um und sehe ihn. Den seltsamen Mann mit der grauen Haut, dem runden Gesicht und den weißen, strahlenden Augen.
„Ich kann dir alles über ihn erzählen. Aber nur, wenn du möchtest.“
…
Wir kommen ins Gespräch und ich erfahre eine ganze Menge an neuen Informationen. Die meisten sind unglaublich und traurig, andere eher seltsam. Doch das komischste ist, dass er wirklich nichts sein dürfte. Dass er eine leere Hülle sein sollte. Doch er wurde mehr. Jedes Leben hat Bedürfnisse und Verlangen, ja. Aber es ist wirklich, wirklich seltsam.
Genau als er mit dem Erklären fertig ist, kommen die anderen zurück. Der Mann, Erlythanosiz Asterial, der der Vater von Jaster ist, verlässt uns. „Wieso war er bei dir? Und wieso bist du gegangen?“ fragt Hinachi. „Mir ging es nicht zu gut. Aber jetzt ist alles besser.“
Ich wollte einfach etwas Ruhe haben. Aber ich möchte nicht zu fies klingen.
„Verstehe. Sollen wir los? Wir haben einen letzten Auftrag bekommen. Morgen Mittag sollen wir ihn ausführen. Ein Anschlag in Kyoto. Er soll von recht hohen Mitgliedern des Cealestums verübt werden. Wenn wir sie fangen, können sie uns womöglich verraten, wo sich der Anführer befindet“ erzählt Hina aufgeregt.
Aber was hätten wir davon? Es sind nur noch wenige Tage.
„Um wieviel Uhr?“ frage ich. „Um 13:00 Uhr.“ Es bringt nichts. Ich werde wohl mitkommen müssen. „Morgen früh also. Wo treffen wir uns?“ „An der Bushaltestelle vielleicht?“ fragt Takashi. Wir reden, planen alles und gehen anschließend zurück nach Kyoto.
Es ist noch Mittag, doch den restlichen Tag verbringen Cella und ich mit dem Spielen von Videospielen. Am Abend gehen wir schlafen. Bis ich von einem lauten Geräusch aus meinem Schlaf gerissen werde. Im Wohnzimmer ist jemand. Und es ist nicht Cella. Sie legt neben mir.
Vorsichtig und leise stehe ich auf und öffne die Tür. Es ist Manuel, der etwas großes durch das Wohnzimmer zieht. Es schaut lang und orange aus. „Das ist nur der Akku für das Raumschiff. Nicht wundern. Ich bereite nur etwas für einen ausgiebigen Testflug vor. Geh ruhig wieder schlafen.“
Ich tue, was er sagt und schlafe recht schnell ein. Der nächste Ta beginnt, doch verläuft recht ruhig. Die finale Mission war schnell beendet. Denn sie fand nie statt. Die Cealestum Mitglieder erschienen nicht. Und so gingen wir zurück. Und als wir wieder in Kyoto ankamen, sahen wir Manuel, der am Schiff arbeitete.
Der Tag endete ruhig und der Montag begann. Wir hatten normalen Unterricht. Doch nach der ersten Pause kam der Rektor und erinnerte alle daran, dass heute das große Sportevent ist, bei welchem alle Schüler zuschauen müssen. Der schlimmste Tag im Jahr. Bis 18:00 Uhr schaut man bestimmten Sportteams der Schule dabei zu, wie sie gegen andere Teams kämpfen. Am Ende geht einer als Sieger hervor und niemand hat etwas davon.
Um 18:46 Uhr kommen Cella und ich zu Hause an. Iylandra kommt mit in die Wohnung. Wir haben während dem Event ausgemacht, dass wir heute Abend gemeinsam ein paar Spiele spielen werden. Wie in alten Zeiten. Aber Cella spielt mit, wodurch es etwas spannender wird.
Am Dienstag schaut es nicht anders aus. Wir gehen in die Schule, reden über verschiedenes in den beiden Pausen und gehen danach nach Hause. Akihiro, Hina und Takashi sagen, dass sie wieder neue Aufträge erfüllen möchten, aber wir nun mal keine haben und sie genervt sind. Ich kann sie verstehen. Mir würde es genauso gehen, wenn ich nicht wissen würde, dass am 31.01. – dem Mittwoch – etwas passiert.
Und nun sind wir hier. Dienstag Abend, 23:23 Uhr, und ich kann nicht schlafen. Dieses seltsame Gefühl der letzten fünf Tage wurde immer stärker. Und nun ist es an seinem Höhepunkt erreicht. Ich höre Geräusche und Stimmen. Ich weiß nicht, ob es nur Einbildung ist, doch manche von ihnen klingen wie die meiner alten Freunde. Und wenige nach denen von Jaster.
Ich liege im Bett, bis es anfängt zu gewittern. Und als ich gerade aufstehen will, um die Fenster zu schließen, da klingelt es an der Tür. Nicht nur ein Mal, oder zwei Mal, sondern gute zwanzig Mal. An der Sprechanlage ruft Hina: „Komm schnell runter! Und bring Iylandra mit!“
Und plötzlich verschwindet dieses seltsame Gefühl. So schnell er kann zieht sich Yoru um, weckt Cella auf, klopft an der Tür von Iylandra. Als sie nicht reagiert, bricht er die Tür auf und sucht sie. Sie liegt schlafend auf der Couch. „Aufwachen!“ Er schüttle sie.
„Was ist los?“ fragt Iylandra verwirrt. „Ich weiß es nicht. Aber Hina sagte, dass wir runterkommen sollen. Es ist anscheinend etwas ernstes.“ Sie ist bereits angezogen, weshalb sie sofort runterrennen können. Yoru, Cella und Iylandra. Als sie an der Tür ankommen und sie öffnen, kommt ihnen ein unglaublich starker Wind entgegen. Die Straßen sind mit Wasser gefüllt und die Bäume kippen durch die mächtigen Windböen. Teilweiße brennen, durch Blitze, welche auf ihnen einschlagen.
„Steigt ein!“ hören sie Hina rufen, die am Eingang des Raumschiffes steht. Sie rennen rein und sehen die Anderen. Hinachi, Akihiro Jr., Takashi, Hasaki, Elizabeth, Kadokawa und Sarah. „Was ist hier los?!“ fragt Iylandra.
„Der Planet stirbt. Manuel, flieg los! Wir erklären euch alles während dem Flug“ sagt Kadokawa.
Das Schiff ruckelt für eine kurze Zeit, bis es sich stabilisiert und losfliegt. Mit einer enormen Geschwindigkeit. Es dauert nicht lange, bis wir über den Wolken und anschließend auch außerhalb der innersten Schicht der Atmosphäre sind. „Also. Was ist jetzt passiert?“ frage ich.
„Es ist simpel. Der Planet hat angefangen, sich zu verformen. Ein gigantisches Loch hat sich im mittleren Bereich des Planeten gebildet. Es reicht bis zum Mittelpunkt. Nördlich und östlich haben sich auch Löcher gebildet, doch diese sind nicht so groß, wie das Andere. Ebenfalls fanden mehrere Erdbeben in sämtlichen Gebieten statt. Irgend etwas stimmt mit dem Planeten nicht.“
„Festheben“ ruft Manuel von unten und das Raumschiff fliegt noch schneller, als zuvor.
„Können wir überhaupt diesen Planeten verlassen? Ayz-Tech waren die ersten jemals, die es geschafft haben. Und sie haben ein gigantisches Schiff benutzt“ sagt Hina. „Aber sie hatten mich nicht an ihrer Seite. Meine Schiffe werden die von Ayz-Tech grundsätzlich immer meilenweit übertreffen.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.
Sie durchdringen die zweite Schicht der Atmosphäre und kleine Steine fliegen ihnen entgegen. „Das sind die sieben Ringe von Xarchuyaz!“ ruft Kadokawa und Manuel fliegt geschickt um sie herum. Doch es kommen immer und immer mehr geflogen.
„Geschafft!“ ruft er. Die Steine haben sie hinter sich gelassen und befinden sich nun in der dritten und letzten Schicht der Atmosphäre. Der orangene Himmel wird immer dunkler und die Sterne heller, bis sie auch die letzte Schicht durchdrungen haben und nun außerhalb des Planeten fliegen.
Nach knapp 10 Minuten des weiteren Fliegens wendet sich das Schiff und wir sehen Xarchuyaz in seiner vollen Größe. Die Ringe sind weg und ein gigantisches, stacheliges Loch liegt in der Mitte des Planeten. In diesem schwebt eine kleine Kugel.
Ich schaue auf die Uhr. Es ist 23:58 Uhr. Wird der Planet also um 00:00 Uhr zerstört werden? War das schon immer Jasters Plan?
So denke ich. Bis plötzlich, in der ferne, sich ein gigantisches, blaues Loch öffnet, aus welchem Xworyz fliegt. Er ist nur ein drittel so groß, wie der Planet. Doch wieso ist er hier? Ist der Planet dem Ungleichgewicht verfallen?
Und plötzlich erscheint auch Jaster im All. „JETZT, XARCHUYAZ, TÖTE IHN!!!“ Die Kugel im Inneren des Planeten formt sich zu einem länglichen Oval und bekommt eine Pupille mit Iris. Aus den beiden Löchern, die sich links und rechts befinden, kommen große Arme, die denen von Jaster oder den Masken ähneln.
Sie halten Xworyz fest. Dieser verschießt einen Laser auf den Planeten… Nein… Auf dieses Wesen. Dieses Wesen mit dem Namen ‚Xarchuyaz‘. Er schießt einen Laser durch Xarchuyaz hindurch, doch das scheint ihn recht wenig zu schwächen. Im Gegenteil. Xarchuyaz beginnt zu glühen und bereitet einen starken Angriff vor. Xworyz wackelt und versucht sich zu befreien. Doch es glückt ihm nicht.
„STIRB, GOTT DES UNIVERSUMS! UND MIT DIR SOLL ALLES LEBEN, WELCHES JEMALS EXISTIERT HAT, BEENDET WERDEN!!!“
Alle im Raumschiff fangen an zu schreien. Alle. Auch ich. Sie versuchen, es irgendwie zu verhindern. Sie schießen auf ihn, schreien ihn an. Doch ein Mensch kann Xarchuyaz nicht aufhalten. Eine milliarde Menschen können Xarchuyaz nicht aufhalten. In diesem Moment gibt es niemanden. Jaster hat es geschafft. Sein Plan, den er lebenslang ausgeführt hat, hat sich bezahlbar gemacht. Jaster – ein einfacher Wunschdämon, der sich selbst zu einem Gott ernannt hat – hat gesiegt.
Xarchuyaz verschießt einen Strahl, der Xworyz in Millisekunden durchdringt. Er platzt. Und plötzlich… entsteht etwas. Etwas, was größer ist, als Xworyz. Etwas, was mächtiger ist, als Xworyz. Seine Einzelteile fusionieren sich, wachsen, werden stärker und setzen sich zusammen. Ein größerer Gott des Universums entsteht.
Und alle im Schiff fangen an, zu jubeln.
Der neue Xworyz verschießt eine Reihe an Strahlen auf Xarchuyaz. Dieser beginnt, größere Stücke seiner Selbst zu verlieren. Und Jaster beginnt zu schreien.
Xarchuyaz versucht, Xworyz Strahlen mit seinen Händen zu blockieren. Doch sie werden durchtrennt, wie Butter. Xworyz wächst immer und immer mehr. Bis er fast schon die Größe von Xarchuyaz erreicht hat. „Du hast mich so lange begleitet. Ohne dich wäre ich nichts. Und ohne mich wärst du nichts. Jetzt streng dich an und gewinne diesen Kampf! Töte den Gott des Universums ein für alle Mal. Du bist der Gott von allem Bösen. Wenn du es nicht schaffst, kann es keiner schaffen!“
Doch auch die Rufe von Jaster bringen nichts. Auch, wenn ich mich wundere, was er damit meint. ‚Er war immer an seiner Seite‘?
Xworyz verschießt noch dickere Strahlen, die Xarchuyaz durchlöchern. Dieser verliert immer mehr Teile. Die Umgebung ist mit über 100 gigantischen Teilen gefüllt. Und es werden noch mehr, wenn Xworyz weiterhin so effektive Angriffe nutzt.
Und das tut er. Ein Schuss, der die komplette, rechte Seite in sich zusammenbrechen lässt. Xarchuyazs Auge richtet sich auf Xworyz und beginnt zu Leuchten und zu Glühen. Er ist dabei, einen weiteren, enormen Angriff zu verüben. Der Strahl wird abgeschossen und fliegt quer durch die linke Seite von Xworyz hindurch.
Schreie sind zu hören. Von ihnen beiden.
Himmlische, tiefe, hallende Schreie.
Xarchuyaz verschießt noch einen Strahl. Doch noch im Flug ändert sich seine Richtung und er fliegt direkt auf uns zu. „ER TRIFFT UNS!“ „ER WIRD UNS TREFFEN!“ „SCHEIßE!“
Ich stehe ruhig da. Ein seltsames Gefühl entsteht. Eine Bindung zu Xworyz. Und kurz bevor der Strahl auftrifft-…
Alles wird hell.
…
Ein gigantisches, goldenes, durchsichtiges Schild erscheint vor uns. Von mir erschaffen. Xarchuyaz Strahl fliegt auf das Schild zu und wird zurück reflektiert. Es trifft sein eigenes Auge und es beginnt zu zerbrechen. Jaster schreit und Xworyz lacht.

Yoru (Gott-Form)
„Was ist mit dir passiert?!“ fragt Iylandra. Sie, Hina, Cella und die Anderen schauen mich verwirrt an. „Wieso siehst du so aus?“ fragt Hinachi und ich schaue in eine Spiegelung von mir, die in der Scheibe zu sehen ist.
Meine Haare weiß, die Augen gelb und die Haut noch blasser, als zuvor.
Bin das… wirklich ich?
Wir sehen Xarchuyaz und wie er beginnt, zu glühen. Immer und immer heller. Sein Auge ist vollkommen zerbrochen und übrig ist der zerstörte, durchlöcherte Körper, auf welchem nur noch wenig von den originalen Gebieten zu sehen ist. Rund um den nun toten Planeten herum fliegen Brocken der ehemaligen Gebiete. Sie setzen sich langsam zusammen.
Kadokawa drückt auf einen Knopf an einem Pult, welches an der Wand steht und Radio beginnt zu spielen. Es ist ein Song von Gondel. „So etwas sieht man nicht alle Tage. Ein Planet der verglüht. Das ist der Anfang einer neuen Zeit.“ Und der Anfang einer neuen Hoffnung.
Wir beobachten ihn, wie er in einer Nebelwand langsam schwächer wird. Bis das Glühen aufhört und der Planet erlischt.
Und plötzlich verschwindet das Weltall. Die ewige Dunkelheit wird zu einem hellen Himmel, das ewige Nichts zu einem festen, wässrigen und gläsernen Boden und Xworyz zu einem Wesen. Ein Wesen, welches der Mensch nicht wahrnehmen kann. Zumindest nicht, als feste Form. Wir können ihn nur hören.
„Danke dir, Gott des Guten.“ Meint er… mich?
„I-Ich hab nichts gemacht. Ohne dich wäre alles verloren gewesen. Du bist unser Retter.“ Doch Xworyz lacht nur. „Ich bin bereits gestorben. Meinen zweiten Versuch hatte ich nur dank dir.“ Deshalb ist er, nachdem er zerfallen ist, nochmal zu einer stärkeren Version von sich selbst geworden. Aber wie habe ich dafür gesorgt? Und wieso bin ich ein Gott?
„Meinst du wirklich mich? Ich soll ein Gott sein?“
„Ja“ sagt Xworyz. „Die Seele, aus welcher du bestehst, ist die des Gottes des Guten.“ Wollte Jaster deshalb immer meine Seele haben? Vermutlich. „Also bin ich der Gott des Guten? Und meine Seele wurde so umgeformt, dass ich ein Sazuki bin?“
„Der Grundbaustein eines Menschen ist die bloße Seele. Nur sie bestimmt, wer du bist. Dieser können Götter Eigenschaften geben. Als du erschaffen wurdest, gab man dir die DNA eines Sazukis. Und Zenelith mischte etwas von seiner DNA in dich mit ein. Doch das macht dich nicht weniger zu einem Sazuki oder zu einem Gott.“
Wir stehen dort. Vor ihm. Für mehrere Minuten. Die Welt um uns herum geht weiter. Nur wir stehen still.
„Ein weiterer Neuanfang ist gefordert. Ein wirklicher Neuanfang. Die Überreste von Xarchuyaz sind tot und werden für immer tot bleiben. Doch die Welt kann nicht in ihrem jetzigen Zustand bleiben.“ Die Stücke Xarchuyaz verschmelzen sich zu Planeten. Doch nicht nur irgendwelchen Planeten. Alle Gebiete sind wieder in ihrer ursprünglichen Form.
„Diese Galaxie, die letzte seiner Art, soll nun das zu Hause jedes einzelnen Lebewesens sein. Alle Planeten fliegen um Xarchuyaz. Xarchuyaz selbst wird die Sonne dieses Planeten. Er glüht, dich strahlt keine Wärme aus. Sonnen werden um ihn fliegen, die die Wärme ausstrahlen werden. Xarchuyaz selbst ist noch immer begehbar. Doch jeder wird auf seinen Planeten zurückgebracht. Und all die Leben, welche von Jaster oder Xarchuyaz genommen werden, sollen wieder zurückkehren. Auch die deiner Familie.
Stimmen sind hinter mir zu hören. Die von Hitachi und Feylin. „Yoru… Du hast es geschafft“ sagt Hitachi. „Ich habe immer an dich geglaubt“ ruft Feylin. Das ist zu schön, um wahr zu sein. „Eine friedliche Welt, zumindest für den Moment. Krieg und Verderben wird noch immer sein, doch darum werden sich andere kümmern.“ Seine Stimme wird leiser und seine Aura schwächer.
Plötzlich hören wir ein heulen und schreien in unserer Nähe. Es ist Jaster. Er liegt auf den Knie, schlägt auf den Boden und ruft: „Mein Plan! Mein Jahrelanger Plan! Ich habe mein gottverdammtes Leben aufgeopfert! Es kann nicht einfach so enden! Nein!“
„Macht euch keine Sorgen. Jaster ist keine Bedrohung mehr. Nein. Er war nie eine. Seine Kräfte kamen all die Zeit von einem seiner wenigen Freunde. Dem Gott des Bösen – Xarchuyaz. Jasters Ziel war es schon immer, mich zu töten. Das von Xarchuyaz ebenfalls. Sie schmiedeten einen jahrhundertelangen Plan, welcher letztendlich dank euch schiefging. Ich stehe auf ewig in eurer Schuld.“
Das waren die letzten Worte von Xworyz, bevor er verschwand. Jaster ist endlich geschlagen. Und die Planeten zurück. Doch unsere Systeme bleiben. Mit der neuen Technologie können wir in wenigen Minuten von Planet zu Planet reisen. Neue Handelsrouten sind machbar und jedem wird es besser gehen. Und unser Abenteuer geht weiter. Nun in einem noch größeren Ausmaß, als je zuvor. Hunderte Planeten stehen uns zur Verfügung.
„Wäre nur GECO nicht geschlossen wurden. Genau jetzt wäre es so praktisch“ sage ich. „Tatsächlich haben wir etwas vorbereitet. Als Überraschung“ sagt Iylandra lachend. „Wir haben Unterschriften gesammelt. Leute wollen sich sicher fühlen. Und das tun sie, mit GECO. GECO geht weiter. Und unsere Aufträge auch. Uns schlägt so schnell niemand.“
Ohne etwas zu sagen umarme ich Iylandra, Hina, Akihiro, Takashi, Hasaki, Elizabeth, Kadokawa, Sarah, Hitachi, Feylin und Cella. „Ich war noch nie so glücklich am leben zu sein, wie in diesem Moment. Unser Abenteuer geht nun erst los. Und es wird einmalig.“
Yorus Form ändert sich, doch seine Kraft bleibt. Die gelben Augen werden wieder rot, die Haare wieder braun.

Yoru Sazuki

