In den düstersten Schatten lauert eine alte Zivilisation. Sie befindet sich am wörtlichen Ende der Welt. Ein kleines Dorf, welches unter den Bewohnern lediglich als Heimatstadt bekannt gewesen ist. In dieser Stadt erhob sich eines Tages ein kleiner Junge. Und während seiner Geburt offenbarte sich die Sonne zum ersten Mal in vielen Jahren. „Ein Wunder!“ riefen die Menschen und schnell war klar: Dieser Junge sollte es sein, der die Welt retten wird. Doch bis zu diesen Heldentaten sollten noch viele weitere Jahre vergehen. Und das taten sie auch. Erst, als sein achtzehntes Lebensjahr eintraf und der Held, der auf den Namen Lonan hörte, eines Abends zum Dorfältesten geschickt wurde, sprach dieser zu Lonan: „Eine Klinge sollst du mit dir führen, auf dass deine Zukunft durch Kämpfe geprägt wird. Verluste wirst du erleiden und Emotionen lernst du kennen, die du zuvor nie empfunden hattest. Du Geschöpf der Dunkelheit mögest das Schloss im Nordosten von hier aufsuchen, fern den blauen Wäldern auf der Bergspitze, wo die Nordlichter flackern und deinen Namen rufen. Denkst du, du bist bereit?“ „Aber sowas von, Opa!“ „Wie oft muss ich dir das denn noch sagen? Nenn‘ mich gefälligst nicht Opa.“ „Geht klar, alter. Kann ich losreisen?“ „Wenn du dich bereit fühlst, gerne. Waffen findest du im Schrein.“ „Mensch, ey. Ich kann’s kaum noch erwarten. Endlich erlebe ich mal etwas. Aber von hier zuhause weg zu sein, das stelle ich mir schon etwas schmerzhaft vor.“ „Beeile dich, sodann bist du wieder hier.“ „Wird gemacht! Bis bald, alter!“ Er zog los, ging in einen alten Schrein in den tiefen Katakomben und fand dort eine ganze Reihe an Figuren, die verschiedene Waffen trugen.
„Und hiervon kann ich mir also irgendetwas aussuchen? Krass! Die haben coole Waffen und hippe Kleidung… Am besten nehme ich dieses grün-braune Gewand hier und dazu eine gefährliche Waffe. Aber was soll ich nur auswählen? Mit Schwertern kam ich nie zurecht. Vielleicht ein Sperr? Nein, denn dann sind die Parallelen zu groß. Am besten nehme ich… einen Hammer? Auf keinen Fall! Dann bin ich ja übelst langsam! Diese Streitaxt hier sieht ja mal cool aus. Die nehm‘ ich! Dann halten die mich alle für einen einfachen Holzfäller. Somit sollten die Menschen keine Angst vor mir haben. Insofern es denn wirklich stimmt, was man über diese Menschen sagt. Angsthasen sollen sie sein. Feiglinge, die sich nicht einmal trauen, einen Tiger zu erlegen, wenn er sie attackieren sollte. Ein Glück sind wir Schatten nicht so. Wir trauen uns alles und haben vor nichts und niemandem Angst!“ „Ist das so?“ fragt eine Stimme hinter ihm, da zuckt er zusammen und kreischt vor Schreck. Es ist eine alte Freundin des Helden, die auf den Namen Luise hört. Sie hat lange, blonde Haare und blaue Augen. „Stimmt es denn echt, was die Leute behaupten? Ziehst du davon? In eine ferne Welt?“ „In die Welt der Menschen“ antwortet Lonan. „Aber warum? Dort ist es gefährlich. Licht und Schatten gerieten aus dem Gleichgewicht und nun ist die Welt der Menschen dem Untergang geweiht!“ „Genau deswegen“ sagt Lonan. „Ich soll sie retten und das Gleichgewicht zurückbringen. Ich bloß echt keinen Plan, wie ich das anstellen soll. Aber probieren geht über studieren, sag ich immer!“ „Dann besteht also tatsächlich die Chance, dass wir uns niemals wiedersehen werden?“ „Ach, was! Ich überstehe das schon. So schlimm kann es doch gar nicht werden. Und wenn ich zurückkehre, können wir feiern. Wie klingt das?“ „Das klingt wirklich schön“ sagt sie und verabschiedet sich von ihm. „Viel Glück auf deiner Reise! Und kehre heil wieder zu uns zurück, ja? Heimatstadt braucht dich, Lonan!“ „Ich werde schon sicher zurückkehren!“
„Oh Mann, das hat mir gerade noch gefehlt. So ein emotionaler Abschied, da fällt es mir glatt viel schwerer, tatsächlich zu gehen. Aber ich muss tun, was getan werden muss. Mit dieser Axt gehe ich zum großen Schloss im Norden. Aber dafür muss ich erst einmal den dunklen Wald durchqueren. Ob ich das schaffen werde?“ Er läuft zu den Treppen, geht diese hinauf, durchquert die Katakomben bis an die Oberfläche und schaut von dort aus zum Dorf herab. „Ist schon echt schön hier. Aber endlich mal was neues zu erleben, darauf bin ich echt gespannt!“ Sein Blick wandert zum Schloss, welches im Nachthimmel durch den Sternenglanz und die Strahlen der Nordlichter erstrahlt.
Bis jetzt cool und spannend 😮 Die Unterhaltung war aber lustig mit dem alten Mann 😀
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