Katoku V.1 Ch.3 – Die Splitter

Die schlange verschwindet spurlos und ich habe die Kontrolle über meinen Körper zurück. Was war das gerade? Das war keine Einbildung, oder?

Wir laufen weiter, bis wir am Haus des Fuchses, Myerlien, ankommen. Wir wollen gerade die Türe öffnen, doch sehen durch die Scheibe, dass sich ein fremder Mann im Haus befindet. Er sucht nach irgendwas.

Doch nach genauerem Betrachten realisiere ich, dass es der Mann ist, welchen ich vorhin anrempelte. Ist er ein Dieb? Wahrscheinlich, wenn er hier nach Sachen sucht.

Wir beobachten ihn weiterhin durch die Scheibe. Bis er sich zu uns umdreht und uns bemerkt. Er hebt seine Hand und sie beginnt gelb zu glühen. So schnell wir können rennen wir von der Scheibe weg. Nur wenige Sekunden später kommt ein gigantischer Strahl, so hell, dass einem förmlich die Augen verbrennen, aus dem Haus geschossen.

Fast die komplette Wand ist weg. Nur noch Schutt und Asche ist zu sehen.

Der Mann kommt aus dem Haus gelaufen und schaut uns an. Seine Augen leuchten rot. „Ihr kennt ihn?“ fragt er uns. Eine rote Aura umgibt ihn. Unwissentlich schütteln wir den Kopf. „Wen sollen wir kennen?“

Den Fuchs!“ schreit er und schießt einen weitern Strahl auf uns, dieser ist kleiner, als der vorherige. Im letzten Moment können wir ausweichen. „Myerlien?“ fragt Akihiro. „Gott, bist du dumm!“ sagt Itsuki zu ihm. „Wieso verrätst du den Namen?“ „Ups.“

„Also kennt ihr ihn. Wo ist er?“ fragt der Mann mit langen, weißen Haaren. „Wir wissen es nicht. Aber wer bist du?“ Doch der Mann beginnt nur zu lachen.

„Ich habe viele Namen“ sagt er. „Doch diese sind schon lange verstorben. Der letzte Name auf welchen ich noch höre ist ‚Zeyneth‘. Und ich suche etwas wichtiges, was der Fuchs mir geklaut hat. Also, wo ist er?“

„Suchst du das hier?“ fragt die Stimme von Myerlien, welche hinter Zeyneth erscheint. Dieser dreht sich um und sieht den Fuchs. Myerlien hebt in seiner rechten Hand einen blau-lilanen Splitter.

Voller Wut fliegt Zeyneth auf Myerlien zu, doch die Augen des Fuchses beginnen orange zu leuchten. So, wie die von Zeyneth. Um ihn erscheint ein Schild, an welchem Zeyneth abprallt.

Er stürzt zu Boden, steht langsam wieder auf und versucht seine Strahlen auf den Fuchs zu scheißen, doch kein Strahl durchdringt das Schild.

Gib mir das Stück vom Zeguni zurück!“ schreit er wütend, während er weitere Strahlen verschickt. Doch Myerlien schüttelt nur den Kopf. „Gut, dann machen wir es eben so.“ Er hebt seine Hand in unsere Richtung. Blitzschnell rennt Myerlien vor uns und erschafft ein noch größeres Schild.

Strahlen von Zeyneth kommen geflogen, doch sie durchdringen erneut das Schild nicht im Geringsten. „Vergiss es. Irgendwann, sage ich dir. Irgendwann werde ich all die Teile wieder in meinem Besitz haben. Und dann wirst du all deine Taten bereuen.“ Er verschwindet mitten aus dem Nichts.

„Ich schätze ich habe euch einiges zu erklären. Doch zu aller erst: Ich habe einen Weg zurück in eure Welt gefunden. Folgt mir.

Mehrere Minuten laufen wir durch den Wald. Bis wir an einem leerstehenden Tempel ankommen. Inmitten von diesem bleiben wir stehen und Myerlien spricht seltsame Worte. Auf dem Boden erscheint ein hellgrüner Kreis.

„Tretet durch diesen, um zurück in eure Welt zu kommen. Doch zuvor erwartet ihr eine Erklärung. Nicht wahr?“ „Ja“ sagt Akihiro stumpf. „Gut. Dieser Typ hat vor knapp 100 Jahren die Welt tyrannisiert. Nicht eure Welt, doch dafür alle anderen Welten. Sein Name ist Zenelith und er ist der Dämonengott. Zumindest war er der Dämonengott. In der finalen Schlacht nahm ihm die Göttin sämtliche Kräfte. Kurz davor tötete er jedoch fast alle anderen Götter. Nur wenige haben überlebt. Doch diese blieben versteckt. Die Göttin nahm seine Kräfte und erreichte ihre Spirituelle Form, in welcher sie seit nun fast 98 Jahren über uns wacht. Zenelith wurde für tot erklärt. Und es gibt keine logische Erklärung, dass er wieder da ist. Entweder ist das nur ein Klon oder ein Nachkomme, oder er hat es doch irgendwie geschafft. Wie dem auch sei. Er ist es, der deine Familie seit mehreren Jahrhunderten in den Ruin treibt. Ich weiß nicht wie, aber ich werde versuchen ihn zu stoppen. Ihr geht zurück in eure Welt. Es war mir eine Ehre eur-„

„Jetzt mal ganz langsam“ unterbreche ich ihn. „Wir gehen für den Moment zurück, aber wir kommen morgen wieder. Zumindest ich und Itsuki. Wir wollen diesen Typen vernichten. Wenn er wirklich so stark war und Götter töten konnte, wieso sollte er dann nicht noch immer so stark sein? Alleine wirst du es nicht schaffen. Wir wollen helfen.“

„Jetzt schließt mich mal nicht aus. Ich will auch zurück. Das hier ist tausend Mal besser als Schule. Und wenn wir so einen komischen Typen verprügeln können, welcher irgendwelchen Leuten seit 500 Jahren Unglück bringt, dann nutze ich das auch aus. Ich bleib bei euch“ sagt Akihiro.

Er wirkt wie ein anderer Mensch. Klar, er ist noch immer dumm und aggressiv, aber es scheint als würde ihm das neue hier gut tun. Vielleicht war er auch einfach nur von seinem alten Leben gelangweilt.

Myerlien schaut zu Boden. „Wie ihr wünscht. Morgen erklä-“ „Nein. Wieso morgen? Spann uns nicht so auf die Folter und sag, was wir zu tun haben. Wir wollen wissen, worauf wir uns eingelassen haben.“

„Wie ihr wünscht. Dieser Stein, den ich hier in den Händen halte, er ist ein Teil eines noch größeren Steins. Eines Kristalls, um genau zu sein. Dieser hat eine dreieckige Form und kann dir einen Wunsch erfüllen. Er heißt ‚Zeguni‘. In der finalen Schlacht wurde das Zeguni von einer unbekannten Quelle zerstört und seine Teile in sämtlichen Welten verstreut. Es soll mehrere Stücke geben. Wie viele es sind ist nicht bekannt. Doch wir wissen grob in welchen Welten sich Teile befinden sollen. Wenn wir alle Teile haben und das Zeguni wieder zusammensetzen kann sich ein Sazuki etwas wünschen. Wieso es unbedingt ein Sazuki kann ist schwer zu erklären. Es hat etwas mit göttlichem Blut zu tun, welches jeder Sazuki besitzt. Doch das ist gerade nicht wichtig. Wenn wir das Zeguni haben wünscht du dir, dass Zenelith sterben soll. Dann ist er weg und die Sazukis sind vom Fluch befreit.“

„Okay, warte. Ich bin verwirrt. Wir reisen durch.. Welten?“

„Genau. Diese Kiste ist nicht der einzige Gegenstand, der in eine andere Welt führt. Es gibt tausende Welten. Und viele von ihnen wurden von Zenelith miteinander verbunden, damit er einfacher zwischen ihnen reisen kann. Er sucht ebenfalls alle Zeguni Splitter um sich seine Macht zurück wünschen zu können und alle Welten zu zerstören. Ihr müsst in eurer Welt also Orte finden, welche euch in neue Welten bringen können. Und in diesen müssen wir die Zeguni Teile finden.“

„Wir werden wirklich durch Welten reisen? Wie in einer Geschichte oder einem Anime? Also so richtig? Wo jede Welt anders sein wird?“

„Haar genau. Es wird düstere Welten geben, fröhliche. Seltsame und traurige. Unheimliche und wunderschöne. Eine große Variation. Wo sich die einzelnen Punkte in eurer Welt befinden, die in die Welten führen, müssen wir jedoch irgendwie herausfinden. Doch ich bin mir sicher, dass die Göttin uns führen wird. Am besten wäre es, wenn ich mit euch mitkommen würde. Oder zumindest mit dir, Hitachi. In der menschlichen Welt müsste ich wie ein normaler Fuchs aussehen. Füchse dürfen bei euch als Haustiere gehalten werden. Oder?“

„Ehm… Ich bin mir nicht sicher. Aber ich kann dich einfach in meiner Tasche transportieren. Das geht schon. Also, sollen wir?“ frage ich in die Runde. „Ich wäre bereit“ sagt Itsuki. „Ich bin dabei. Endlich mal Abwechslung, ich kann es kaum erwarten!“ sagt Akihiro. „Gehen wir.“

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