Yohasami Chapter 6 – Ein wilder Ritt

Wieso war es Yoru? Wie kann es Yoru gewesen sein? Und wieso hatte er das Aussehen eines 80 Jahre alten Mannes? Der Mond strahl so schön, so stark. Unter ihm verläuft eine ewige Blumenwiese, auf welcher sich zwei Personen befinden. Was sie wohl dort unten tun? Vermutlich die Blumen pflücken. „Wir sollten bald zurück ins Polygon gehen. Oder? Zumindest, bevor noch mehr Yokai in diese Welt kommen. .“ fragt Fozra.

Illya antwortet: „Es wäre nicht super tragisch, wenn sie hierher reisen würden. Schließlich sind sie schwach, wären für unser Dorf keine Bedrohung und aus dem Dorf zu entkommen ist beinahe unmöglich. Am Fuße muss man durch den ewigen Wunderwald hindurchlaufen. Wenn man auch nur einen Fehler macht, landet man sofort wieder beim Eingang des Dorfes. Genau so ist es, wenn man von der anderen Seite versucht, hierher zu gelangen. Bei einem Fehler landet man dort beim Eingang des Waldes. Sorgen brauchen wir uns also keine zu machen.“

„Moment“ meint Ryori und schaut verwirrt. „Wenn man einen Fehler macht, landet man wieder beim Eingang?“ „Ja“ sagt Fray und erklärt: „Es stehen immer vier Bäume in einer Reihe. Es gibt also, sozusagen, drei Tore. Wenn du durch das falsche läufst, landest du wieder beim Eingang des Waldes oder des Dorfes. Je nachdem, von welcher Seite aus du den Wald betrittst. Wenn du wieder am Anfang landest, kannst du es für etwa eine Woche nicht wieder probieren, da seine Seele verbannt wird.“

„Aber was, wenn man aus Versehen falsch abbiegt? Kann man dann sieben Tage nicht nach Hause?“ Auf Ryoris Frage folgt nur ein leises: „Ja“ von Illya und ein: „Illya ist das schon zwei mal passiert. Hintereinander. Also ja. Das Prinzip mag nicht das beste sein. Aber es ist besser, als nichts“ von Fozra. „Verstehe… Dieser Ort wirkt echt besonders.“ „Das ist er auch. Es ist eines der einzigen Dörfer überhaupt, in welchem es eine größere Gruppe an Nishera Nutzern gibt. Viele aus dem Yohasami-Polygon sind Eifersüchtig und haben schon oft versucht, uns anzugreifen und auszulöschen. Jedoch immer ohne großen Erfolg. Nun wollte der Baron der Vampire zu uns kommen und einen Friedensvertrag unterschreiben. In zwei Tagen sollte er hier ankommen.“

Frays Ansprache hat Ryoris Neugierde geweckt. Ein Vampirbaron? Ein Friedensvertrag? Das könnte wirklich hilfreich kommen, für dieses Dorf. Aber was ist mit diesen ganzen anderen erwähnten Bedrohungen? Was lebt alles in diesem Polygon? Und werden sie es auch bekämpfen? Oder nur die Yokai? Das sollte sie aber mit einer einfachen Frage herausfinden. „Werden wir nur Yokai bekämpfen? Oder auch andere Wesen?“

„Suchen tun wir aktiv die Yokai. Aber es kann jederzeit zu Begegnungen und dementsprechend zu ungeplanten Kämpfen kommen. Halte einfach immer die Augen offen. Dann wird das schon!“ Sie essen zu Ende, stehen auf und laufen runter ins Dorf, biegen rechts ab und sehen eine Treffe, die vermutlich über 200 Stufen hat. „Wir müssen da jetzt runterlaufen?“ fragt Ryori und Fray nickt mit dem Kopf.

Ganz in ihrer Nähe stehen zwei Töpfe, die das Mädchen auf eine Idee bringen. Sie läuft dorthin, nimmt die beiden Deckel dieser, legt beide vor die Treppen hin und setzt sich auf einen der beiden, den linken, drauf. „Komm“ meint sie anschließend und schaut zu Illya. Diese nähert sich langsam und wird von Ryori zu sich gezogen. Sie setzt sie auf ihren Schoß, verteilt ihr Körpergewicht nach vorne und rast anschließend mithilfe des Deckels nach unten. Sie beide schreien während ihrer ruckeligen Fahrt. Doch als sie sicher unten ankommen, werden diese Schreie zu einem lauten Gelächter.

„Ist sie verrückt?“ fragt Fray, lacht und bemerkt, dass Fozra bereits auf dem zweiten Deckel sitzt und sie zu sich winkt. Die rothaarige setzt sich auf ihren Schoß und gemeinsam fahren auch sie bis ganz nach unten. Schreie, Gelächter. Das Selbe wie bei Ryori und Illya. Was sonst zwei Minuten gedauert hätte, für schmerzende Füße gesorgt hätte und voller Langeweile gewesen wäre, wurde nun in einen adrenalingeladenen zehn Sekunden Ritt verwandelt.

„Du hast echt zum ersten Mal seit langem wieder vor einer anderen Person gelacht. Nicht wahr?“ fragt Fozra und blickt zum hellblauhaarigen, leisen Mädchen. Diese weiß nicht, wie sie antworten soll, will erst gar nichts sagen, doch gibt dann ein unsicheres: „J-Ja“ von sich. „Also siehst du Ryori bereits als gute Freundin an.“ Sie nickt verlegen und dreht sich anschließend um. „Du musst wissen. Sie ist nicht sonderlich gut mit neuen Leuten. Sie zeigt nur vor Fray und mir Emotionen und auch nur, wenn es sonst niemand anderes mitkriegen kann. Aber du bist die erste Person seit einer Ewigkeit, vor welcher sie schreit und lacht. Das sollte dir eine Ehre sein.“

„Ist es“ meint Ryori, dreht sich zu Illya um und attackiert sie von hinten. Mit einer Umarmung. Auch Fozra und Fray umarmen sie und lachen. „Aber jetzt sollten wir uns beeilen. Es ist schon spät und wir müssen für morgen früh vorbereitet sein. Gehen wir!“

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