Tatsioy erklärt Yoru seine Kraft. Dass er Menschen, Gegenstände und weiteres in Polaroid Fotopapier einsperren kann und, dass sich Daichi zwei nun in diesem Papier befindet. „Und deinen hast du schön mitgebracht, wie ich sehe. Lebt er noch?“ „Das ist das Problem“ meint Yoru. „Ich weiß es nicht so genau. Aber ich denke nicht wirklich…“ „Das ist natürlich problematisch. Wir hätten ihn befragen können und dazu zwingen können, uns den Stein zu geben.“
Während ihrem Gespräch verlässt Henjuko Sakamoto den Computerraum und geht zu ihnen. „Und? Wie läuft’s?“ fragt er und sie schauen sich gegenseitig an. „Alles läuft gut. Wir haben gerade Daichi getötet und sollten jetzt seinen Stein suchen.“ Sakamoto ist von Tatsioys Worten geschockt. „Was?!“ Yoru geht einen Schritt nach links und zum Vorschein kommt der tote Daichi, welcher hinter ihm lag.
„Zumindest haben wir zwei Daichis getötet. Oder viel mehr einen getötet und einen gefangen. Wir wissen nicht, welcher der echte ist, oder ob einer von beiden überhaupt der echte ist. Aber wir-“ Ein lautes, rauschendes Geräusch unterbricht Tatsioy und die Lichter gehen aus. Yoru dreht sich um und sieht, dass sich das Tor hinter ihnen schließt. Und als er zurück zu Sakamoto und Tatsioy schauen will, sind sie weg.
Die letzten Meter des Tores schließen sich und raubt das Licht. Es herrscht absolute Dunkelheit. „H-Hallo?“ fragt Yoru leise, doch es kommt keine Antwort. Er geht mehrere Schritte umher und versucht sich am Schiff abzustützen, welches vorhin noch mehrere Meter neben ihnen Stand. Doch es scheint zu fehlen. Er läuft vorsichtig weiter und will zur Türe finden, welche in den Computerraum führt, doch so lange er auch laufen mag, er kommt an keiner Tür, geschweige denn einer Wand an.
Er fühlt sich erneut so, wie er sich nach dem Vorfall mit Zenelith gefühlt hat. Als er alleine in der Dunkelheit war und nichts hatte. „H-Hallo?“ Aber noch immer keine Antwort. Nur ein seltsames Geräusch ist zu hören. Es wirkt im Hintergrund vibrierend und im Vordergrund scheint ein hohes Geräusch, eventuell eine Art stimme, zu singen.
Er schaut sich um, doch findet nicht die Quelle des Geräusches. Und dann ertönt es noch mal. Und damit auch ein Gelächter einer hohen, männlichen Stimme. Plötzlich gehen die Lichter wieder an und das Tor öffnet sich. „Okay, das war seltsam“ meint Sakamoto und Tatsioy führt seinen Satz fort: „Hm. Also. Auf jeden Fall: Wir wissen nicht, ob überhaupt einer der beiden der echte ist. Aber wir könnten es herausfinden. Es gibt die Erashin Kraft Klon, mit welcher du dich, welch eine Überraschung, klonen kannst. Dabei verschwinden alle Klone, sobald der echte Erashin Nutzer getötet wird.“
„Verstehe“ meint Sakamoto und schaut noch mal auf die Leiche hinter Yoru, welcher verwirrt umherschaut. „Dieser Daichi ist tot. Und der andere lebt noch, der im Bild?“ „Der im Bild lebt noch, ja. Also sollte entweder der im Bild der echte sein, oder sie beide sind nur Klone vom echten, der im Moment irgendwo anders lebt. Sollen wir es versuchen und den im Bild töten? Oder sollen wir ihn lieber erst befragen?“
„Töten“ sagt Sakamoto ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. „Selbst wenn er der echte ist, wir wissen ungefähr, wo der Stein ist und können ihn schnell finden.“ Tatsioy holt das Polaroid Bild aus deiner Hemdtasche und legt es auf den Boden. „Sicher?“ „Sicher.“ „Gut. Dann sollten sich nun bitte alle in Angriffsposition bringen“ meint er und schaut zu Yoru, welcher im Kopf völlig wo anders ist. Er schaut ihn fragend an und nickt mit dem Kopf.
Yoru nickt zu Tatsioy zurück und realisiert erst, was sie vorhaben. Er geht zwei Schritte nach hinten und rechnet damit, einen großen Angriff ausführen zu müssen. Doch als sich das Bild auflöst und langsam der Körper von Daichi zu erkennen ist, sind sie überrascht. Er schläft. Er wäre gerade eben beinahe getötet worden, wurde eingesperrt und sollte nun getötet werden und er tut nichts, als zu schlafen.
„Das macht die Sache natürlich einfacher“ meint Tatsioy und lässt Sakamoto den Vortritt, welcher ein Erashin Katana erschafft und es in Daichis Herz rammt. Doch der andere Daichi scheint sich nicht aufzulösen. „Gut. Sind also beides nur Klone. Beziehungsweise das ist nicht gut. Er ist also irgendwo und-…“
Tatsioy hört im Satz auf zu reden und schaut nach draußen. „D-Dort“ meint er und Yoru und Sakamoto schauen ebenfalls nach draußen. Auf einem Hausdach sitzt er, lässt die Beine runter hängen und winkt zu ihnen. Die zwei Klone lösen sich auf und er schießt sich mit einem Windstrahl in den Hangar.
Yoru und Tatsioy springen zur Seite und Henjuko springt nach hinten. Daichi Sakamoto landet inmitten des Hangars und wird sofort von einer Reihe von Angriffen attackiert. Mehrere Feuer- und Eisgeschosse, Stahlen von Yoru und Schnappschüssen von Tatsioy. Erst dort hat er verstanden, wie seine Kraft funktioniert. Sobald die Kamera ein Foto macht, wird ein kleiner Nebel verschossen, welcher alles, was sich in ihm befindet, einsperrt. Je nachdem, wie weit weg sich etwas befindet, wird der Nebel stärker und weiter verschossen, als bei nahen Dingen.
Er erschafft eine kleine Mauer, welche ihn vor den Schüssen von Tatsioy beschützt. Hinter dieser Mauer fliegen die ersten Funken von den von Daichi und Henjuko aneinanderschlagenden Klingen. Während ihrem Kampf, versucht Daichi seinen Bruder in die Taille zu kneifen, doch jeder Versuch wird mit einem Faustschlag gegen die Hand abgewehrt. Bis er Daichis Hand nimmt und sie verdreht. Dieser fällt zu Boden, doch kann sich mit zwei leichten Windschüssen aus beiden Füßen davonschießen und Henjukos Angriffen entkommen.
Er schießt sich jedoch so, dass er über den Rücken bis zum geöffneten Tor rutscht und mit Kopf voran rausfällt. Im Fall verschießt er noch mal einen leichten Windstrahl aus der linken Hand, welcher ihn zurück in den Hangar scheißt. Doch Yoru steht schon bereit, mit dem Katana in der Hand und schwingt zu. Die Klinge durchdringt einen guten Teil von Daichis rechtem Bein. Er fällt auf die Knie und versucht nicht zu schreien.
In seinem Zorn und seiner Angst, schaut er nach oben und sieht Henjuko, welcher seinen Fuß auf die Brust von Daichi legt und ihn nach hinten drückt. „Du wirst uns ein paar Fragen beantworten. Nicht wahr?“ Doch Daichi schweigt. „Wir können es auch auf die harte Tour machen. Wie du willst.“ Doch noch immer kommt keine Antwort von ihm. Nur ein: „Sie werden kommen.“ Er schließt die Augen und wirft sich nach hinten, wo er, ohne sich zu rühren, auf dem rücken liegt und das Leben genießt.
Sie alle, Henjuko Sakamoto, Tatsioy Alkana und Yoru Sazuki schauen sich gegenseitig verwirrt an, dann wieder auf Daichi und dann wieder auf zum jeweils anderen. „Und jetzt?“ fragt Yoru. „Ich-… Keine Ahnung“ antwortet Henjuko und läuft langsam zu Daichi. Er stupst ihn an, doch es kommt keine Reaktion. Er schaut, ob er noch einen Puls hat. Doch als er nachschaut und seine Finger an Daichis Hals drückt, werden seine Augen groß. „Sein Puls ist.. mindestens 10 mal so schnell, als ein normaler Puls. Ich spüre fast keine Pausen zwischen seinem Herzschlag.“
Er versucht die Augenlieder seines Bruders zu öffnen. Doch als er dies tut, findet er nur große, schwarze Augäpfel vor. Plötzlich fängt die Haut von Daichi Sakamoto an, schwarze risse zu bilden, aus welchen eine weiße Schicht kommt, die seinen Körper langsam bedeckt. Sein linker Arm schwillt an und seine Unterschenkel werden größer. In totalem Schock schauen die drei ihm dabei zu.
Doch nach einer Minute hört es auf und er bleibt regungslos dort liegen. „W-Was ist passiert?“ fragt Sakamoto. Doch niemand hat eine Antwort. Womöglich noch nicht einmal Gott selbst. An diesem Tag kam das Labor, welches sie seit 3 Monaten in Planung hatten, zum ersten Mal endlich zum Nutzen. Rechts von der Tür, welche zum Wohnzimmer führt, ist die Tür, die in den einzelnen Raum mit dem großen, gefunden Bauteil führt. Gleich neben dieser befindet sich eine Treppe, die einen noch eine Etage nach unten bringt. Dort schleifen sie das seltsame Wesen, welches einst Daichi war, hin und packen ihn in einen Kanister.
Als Yoru das kleine Labor zum ersten mal sieht, ist er erstaunt. „Wie habt ihr all das Geld, sowas hier zu bauen?“ „Norya bekommt eine menge Taschengeld als Tochter des Mannes, welcher der CEO der größten Firma der Stadt ist. Dazu haben wir damals einen Spion gehabt, der beim Hangar 777 für uns gearbeitet hat und regelmäßig Überweisungen auf unser Konto vollzogen hat. Und Raubüberfälle. Wir haben viele Einkommensquellen.“
Er schaut sich das Labor genauer an. Zwei reihen mit Tischen für das Aufschneiden von Lebewesen und Objekten, eine Scheibe, welche mit einem virtuellen Hologramm-Bildschirm verbunden ist, welcher den genauen Aufbau der DNA vom auf die Scheibe gelegten Objekt zeigt, zwei besonderen Computern, Reagenzgläsern, Schalen und vielem mehr. Rechts von der Treppe und mehrere Meter entfernt steht der Kanister, in welchen sie Daichi packen. Mit ihm eine gelbe Flüssigkeit, die ihn wertvolle, lebensnotwendige Stoffe gibt, ihn aber auch schwächt und verhindert, dass er ausbrechen kann.