Zwei Figuren stehen sich gegenüber. Es ist der Narr Jaster und ein Fremder. Würde der Narr nach rechts und der Fremde nach links blicken, würden sie die große Stadt sehen, den blauen Himmel und die Vögel. Würde der Narr nach links schauen und der Fremde nach rechts, wäre dort das Schloss, ein kleines Gebirge und einige Wolken am Horizont. „Ich habe eine Frage an euch.“ Der Narr ist ganz Ohr. „Ihr seid der Ursprung allen Übels. Ist das korrekt?“ Jaster dazu: „Ich habe nicht ’nen blassen Schimmer, wovon ihr redet.“ „Dann lasst uns ein Duell vollführen, sodass wir nicht länger im Clinch liegen.“ Und der Narr Jaster sagt: „So soll’s sein, mein Guter.“ Sie drehen sich zueinander um, blicken sich zum ersten Mal vollständig in die Augen, zücken ihre Waffen – der Narr die Sense, die so plötzlich in der Luft erscheint und der Fremde einen langen, weißen Stab, den er mit sich trägt – und warten darauf, dass der jeweils andere den ersten Schritt geht und das große Duell einleitet. Doch als sich für einige Sekunden nichts tut, sagt Jaster, er überlasse dem Fremden mit dem Zopf und dem Ziegenbart den Vortritt. „Wenn ihr darauf besteht.“ Da springt dieser einige Meter zurück, landet auf dem Geländer der Treppe und wirft den weißen Stab, der zuvor noch an seinem Rücken befestigt war, mit der Spitze auf seinen Widersacher. Er fliegt blitzschnell durch die Lüfte und nachdem schnell zur Seite gehuscht wird, verfehlt er um nur ein paar Zentimeter. Sofort springt der Mann weiter, auf einen der Bäume hinauf und hält dort mühelos sein Gleichgewicht, während er auf einem kleinen Ast hockt, die Hand ausbreitet und der Stab magisch zu ihm zurückgeflogen kommt. „Ein Mann mit vielen Tricks. Sowas mag ich doch sehr. Mal schauen, ob ihr da mithalten könnt.“ Der Fremde spürt ein Tippen an der Schulter. Schnell dreht er sich um und sieht ein Wurmloch, aus dem eine dunkle Hand hinaushängt, deren Zeigefinger es war, der gegen seine Schulter tippte. Plötzlich greift sie nach ihm, doch er sendet eine Art von Energie aus, die die Hand betäubt und ihn entkommen lässt.


Sofort wird die Hand zurück ins Loch gezogen, welches daraufhin verschwindet und der Fremde, der hinunterstürzt, landet auf den Füßen, wo sich seine Augen und die des Narren ein weiteres Mal treffen, als Jaster ebenfalls zurückspringt, über ein anderes Geländer drüber und in die Tiefe, wo sich die Stadt befindet. Kurz glaubt der Fremde, sein Feind habe einen fatalen Fehler begangen und nun verloren. Doch da erhebt sich der Teufel mit Pech schwarzen Engelsflügeln, deren Federn jedoch zur Spitze hin immer weißer werden, und fliegt auf ihn zu. Sie verfügen somit über einen schwarz-weißen Farbverlaufen. Flügel, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Der Kampf geht weiter. Die Sense in beiden Händen bereit. Der Narr holt zum Schlag aus und schwingt seine Waffe. Dabei zieht diese eine rötliche Energiespur hinter sich her, welche geradeaus weiterfliegt und den Fremden haarscharf verfehlt. Dieser, sichtlich über die Kräfte seines Gegenübers erstaunt, fragt sich, ob dieses Duell nicht doch ein großer Fehler seinerseits war. Doch ist es nicht schon zu spät, es nun abzubrechen? Da spricht der Teufel zu ihm, als könnte er seine Gedanken lesen: „Wenn du den Kampf abbrechen willst, dann ist nun die letzte Möglichkeit dazu.“ Er überlegt, zieht es tatsächlich in Erwägung und fragt sich, ob es das richtige wäre. Ein heldenhafter Krieger würde weiterkämpfen. Für seinen Stolz und seine Ehre. Doch er selbst ist kein solcher Held. Er ist ein alter Meister. Ein weiser Lehrer, der den Verstand über den Stolz stellt. Er lässt den Stab fallen und spricht: „Ich habe mich wohl doch nicht getäuscht. Ihr seid der Teufel, der für das Leid der Menschheit verantwortlich ist. Womöglich seid ihr euch jenem noch nicht bewusst. Vielleicht aber täusche ich mich auch ungemein. Ich lasse euch gehen und ihr lasst mich gehen.“ Da zieht Jaster die Flügel ein, die, so fällt es ihm in diesem Moment ein, wohl noch nie ein Mensch vor diesem Fremden hier gesehen hat. Oder präsentierte er sich doch schon einmal mit ihnen? Er ist sich unsicher, schenkt dem Gedanken nicht länger Beachtung und lässt die Sense fallen, welche noch vor dem Aufprall auf den Boden zu kleinen Staubpartikeln wird und verschwindet. Anschließend reicht er dem Alten die Hand. Doch diese möchte er nicht schütteln. Der Lehrer sagt: „Ein Teufel seid ihr, der diesen Kampf gewonnen hat. Im Frieden mögen wir nun stehen, doch Freunde sind wir noch lange nicht.“ Da zieht Jaster die Hand wieder zurück, dreht sich um und läuft weiter den Weg entlang, den er entlanggehen wollte. Doch nach einigen Schritten geht er die Worte des Mannes im Kopf durch, merkt, wie dieser ihn doch beleidigt hatte, dreht sich um und formt seine linke Hand um. Eine fleischige Masse, die zu einen langen, verzwickten Stachel wird, der blitzschnell wächst, immer weiter ausfährt und dort einschlägt, wo der Mann gerade noch stand. Doch er ist nicht länger anwesend. Die rote Masse beinhaltet einige Poren, ein paar Öffnungen und sondert eine rötlich-gelbe Substanz aus. Da fährt Jaster den Blutdorn wieder ein, schnippt mit den Fingern der rechten Hand, woraufhin das Blut der Umgebung verschwindet und läuft weiter.
Zur gleichen Zeit suchen die Freunde im Wald weiter nach Pilzen. Ein paar Minuten sind vergangen. Ryori und der Oger haben drei gefunden, Yoru und Sui zwei und Akio und Aelyn einen. Mit ihren insgesamt sechs Pilzen geben sie sich zufrieden. Vier von ihnen sind Eberer – sogenannte Liebespilze, die aber auch unter guten Freunden oder in edlen Restaurants konsumiert werden – und zwei sind Schalenklemmer, die ihren Namen daher haben, dass sie so aussehen, als hätten sie eine Schale um sich herum, welche sich tatsächlich zusammenziehen kann und somit schon viele unerfahrene Finger eingeklemmt hat. Akio fand diesen und hatte Glück, dass er ihn am Stil aufgehoben hat. Den anderen fand Sui, welche ihn gleich in einen Beutel lag. In diesem Beutel sammeln sie die weiteren Pilze und transportieren diese nun mit sich mit. „Den Wald können wir verlassen. Oder?“ fragt Akio. Da nicken die meisten und sie laufen weiter, aus dem Wald hinaus und schauen sich erstmal um, da sie keine Ahnung mehr haben, wo genau sie sich nun befinden. Sie sehen einen Berg in der Ferne. Dort haben die Feen gegen das geflügelte Monster gekämpft. Links davon dann wohl die Stadt. Somit müssten sie, wenn sie sich zurück zum Wald umdrehen würden, von welche sie soeben kamen, links an diesem vorbeilaufen. Yoru meint, dort sollte es weitergehen. Sie folgen ihm, laufen gemeinsam über die grünen Felder und sehen tatsächlich das Gebirge, die Schlucht, die Brücke und den großen Wald, der ihr nächstes Ziel darstellt.
Sie laufen darauf zu. Sui nahe an Yoru, Ryori hält die Hände ihres Partners, Akio läuft weiter hinten und schaut sich gut um und Aelyn staunt über die Schönheit des Himmels. Bis sie sich an etwas erinnert. „Oh!“ „Was? Was ist los?“ fragt Yoru. „Die Chancen stehen doch gut, dass ihr als nächstes Yiruozog wandert. Richtig?“ „Womöglich, ja.“ „Ich kann es nur empfehlen. Ich kenne dort ein paar Leute, die sich sehr gut mit Erashin auskennen. Sie könnten euch die einen oder anderen Dinge lehren. Außerdem ist die Stadt wirklich wunderschön.“ „Das klingt ja perfekt. Dann reisen wir dort definitiv als nächstes hin.“ „Keine schlechte Wahl“ fügt der Oger hinzu. „Auch, wenn sich dort nur ein Bett befindet, welches wohl maximal groß genug für zwei Leute ist, besitze ich ein kleines Haus, nahe der Stadtmitte. Früher reiste ich oft nach Yiruozog, kaufte dort frisches Brot, in den Wäldern drumherum ging ich Jagen, verkaufte das frisch erhaltene Fleisch auf dem Markt und machte guten Gewinn. Es ist eine liebliche Stadt mit netten Leuten und wunderbaren Aussichten.“ Sie kommen während der Erzählung an der Brücke an, legen einen kurzen Halt ein und hören ihm bis zum Ende zu, als Sui fragt, wieso sie nicht über die Brücke laufen würden.





Da sagt Yoru: „Erst einmal würde ich sollten wir schauen, ob diese Brücke überhaupt stark genug für uns alle ist. Wir sind sechs Personen. Wirklich stabil schaut sie zudem auch nicht aus. Wir sollten sie vorsichtig nacheinander überqueren. Gibt es jemanden, der freiwillig-…“ Noch inmitten seines Satzes bekommt er eine Idee. „Wartet kurz.“ Er tritt zur Seite, legt die Hand auf den Boden und formt eine Brücke aus Erde und Stein. Sie ist nicht sonderlich breit, wirkt dafür stabiler, als das im Wind wehende Holzkonstrukt. „Oh! Gute Idee, Yoru!“ Sui ist die erste, die die frischerbaute Brücke überquert. Ohne große Sorgen immer weiter geradeaus, bis sie festen Boden unter den Füßen hat und lautstark herüberruft: „Geschafft!“ Da ruft Yoru zurück: „Leiser! Die Banditen könnten uns hören!“ „Was?!“ „Die Banditen könnten uns hören, wenn wir so laut sind!“ „Lauter! Ich höre dich nicht!“ Und als er feststellt, dass er keinen Erfolg hat, überquert er die Brücke als nächstes. Dort drüben angekommen erklärt er ihr: „Wenn wir so laut sind, könnten uns diese Banditen hören! Wir müssen also viel, viel leiser sein! Verstanden?“ Während sie reden, überquert Akio die Brücke, dicht gefolgt von Ryori und Aelyn. „Daran habe ich gar nicht gedacht. Sorry. Aber jetzt denk ich dran!“ „Kein Problem. Noch wurden wir nicht entdeckt. Wir wissen auch nicht, wo sich dieses Lager genau befindet. Aber das ist eben das große Problem. Die könnten ganz in der Nähe sein, oder eine halbe Stunde weiter in den Wald hinein. Daher sollten wir allzeit bereit sein.“ „Das schaffen wir schon. Leise unterhalten, keine großen Monster anlocken und für keinen Waldbrand sorgen. Letzteres kam ja schon oft genug vor. Kriegen wir locker hin!“ Ihr Bruder schaut zufrieden aus und als die letzte Person die natürliche Brücke überquert, nämlich der Oger, der vorsichtig, Schritt für Schritt, weiterläuft, die Füße dabei so breit, wie die Brücke selbst, endlich die andere Seite erreicht und erleichtert wirkt, da sind sie endlich bereit, weiterzureisen.
Hinein in den großen Wald, stets über den vorgegebenen Trampelpfad, an vielen Felsen vorbei. Sie hören zwitschernde Vögel und sehen vorbeihuschende Geschöpfe. Da fragt Sui ihren Bruder, wann sie sich denn das Haustier holen könnten. Dieser, sichtlich verwirrt: „Was für ein Haustier?“ „Hast du es wirklich schon wieder vergessen? Meine Güte. Du hast ja das Gedächtnis von einem erschossenen Schwan. Wir haben doch so ein süßes Tier in der Schlucht gesehen und ich habe dich gefragt, ob wir uns so eins nicht als Haustier zulegen könnten. Dann meintest du nur: ‚Vielleicht in der Zukunft‘.“ „Habe ich das gesagt? Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, dass du mir diese Frage gestellt hast. Entweder versuchst du mich gerade ganz mies zu manipulieren, oder ich bin wirklich vergesslicher, als gedacht.“
Der Kampf war voll cool! Ich mag die neue Stadt wo Jaster ist bis jetzt sehr 😀
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