Freier Diener

Von: Jaylitz

Bei Langeweile verfasster Text.


Ich sitze, schreibe, froher Ton
und lache leise voller Hohn.

Denn ist die Welt ein holder Witz,
tanzt ungeniert vor mei’m Antzlitz.

Ich bin ein freier Geist – in meiner Welt der freiste aller Geister; heißt:
Ich leb‘ frei von Sinn und Regeln – so wie ich möchte – immer heit’rer.

Und gleicherzeit sehne ich mich, zu dienen,
mich zu untergeben, mich hinzugeben, leben nach Routinen.

Zu Leben heißt nie frei zu sein, zu dienen bis zum Tode,
in Hierarchie zu existieren, ganz unten ist’s in Mode.
Dort festzustecken, ungewollt, gefressen von aller Schlote –
von König und Aristokrat und allergleichem Bote.

Dienen heißt zu geben, zu leiden, nicht zu sein.
Dienen zu wollen heißt Liebe, zu glauben im alten Schrein.

Ich diene keinem König, keinem Fürsten, keinem Jahl.
Seinesgleichen zu dienen ist die allergrößte Qual.
Nicht den hohen, frohen Geistern sondern Lügnern und Gesindel,
Adelig in Gottesnamen – allergrößter Schwindel.

So dient und lebt und löst euch frei von Regeln und der Norm
und allem and’ren dieser Form. Der schönen Rose Dorn.
Liebe, Leiden, Herzensschmerz, die kann ich flinke richten,
so wie das Wachse feurig fließt und gießt und formt und schwindet.

So alles Leben – ob Mensch und Elf und Fee und Tori – das holde ist,
es soll erkennen wie einseitig sie ist, die alte, gier’ge List.
Dass niemand lebt, kein Fürst, kein Ritter, kein Reisender, so wie er will.
Bloß ich allein hab’s früh erkannt und lach hier ins Fäustchen, still.

Hier wo mich niemand hört und niemand sieht,
bin der Gesellschaft ihr wohl allergrößter Dieb.
Klau falsche Ambitionen, mach sie sichtbar,
die falschen Intentionen sind schlicht nicht wahr.

Frei von Idealen, all den Sünden und dem Tod,
frei von rechtem Handeln und den Linken und der Not.
Frei von all den Qualen, die einhergehen mit den Ambitionen
von den Völkern ält’ster Welten und ihren wirren Illusionen.

Die falschen Ambitionen kann man nicht mehr richten,
stattdessen kann man schöne Worte flink zusammendichten.
Und all das ganze Wissen möcht‘ ich missen.
Doch ist’s jetzt da; leb losgelöst von allem tristen.

Denn bin frei, will dienen dem höheren Sinn.
Sonst wäre uns’re Welt doch voller Grimm.
Denn liegt’s in der Natur zu dienen und zu büßen.
Bin da um die Welt zu versüßen so leget euch mir zu Füßen.

Und ich teile mein Wissen zur ewigen Freiheit.

Und soll’s nicht so sein, so mein Beileid.