Waldteufel

Von: D. R. Richter


Ein Teufel tanzt im Walde. Klein und flink und klug.
Und kommt von ferner Weide ein Mann mit Stock und Hut.

Und Kleider, ganz schick, die Hose hellblau, „Du vermisst sie, deine Frau. Hab ich nicht recht?“ Es klopft der Specht und sitzt auf dem rausten Baum.

„Was sagst du, du Narr? Nichts da! Nun verschwinde um Nu!“ „Doch, tust du! Tust du! Doch höret, lauscht gut, du Mann mit Hut, du Mann der lügt, du Mann der trügt – der es versucht, den ich verfluch!-… Wenn er höret nicht zu. So lausche, du!“

Und er öffnet seine Augen ganz weit. Feurig rot und orange zugleich. Wunderschön und schrecklich sind sie. „Diesen Tag, vergiss ihn nie!“

Und der Mann sieht sich selbst und die Frau an der Seite, armes Leben, beide sind pleite, betteln, hoffen, frieren bei Nacht. Hilfe bei Nacht hat nichts mehr gebracht. Tod hat sie dort Boden gelegen. „Soll ich sie nun wiederbeleben? So schwör mir eins, und das soll’s sein: Ewiglanger Sonnenschein. Ewiglange Frühlingsbrise, kunterbunte Riesenwiese. Das will ich, doch soll’s nicht so sein. Der Schein vorbei, allein Daheim, allein unter’m Stein, alleinesein.“

„Was sagst du da, der übler Narr? Der Winter ist nun eben da.“ „Mir klar, du trottel, sag ich ja. Kalter Tod, hurra, hurra! Und ist’s das nicht, der frost, der Tod, gerade für dich, kein Heim, kein Brot. Schwer zu verstehen ist es nicht. So sag’s ich klar in dein Gesicht: Lass Winter sterben, wunderbar! Deine Frau auch wieder da! Und braucht’s nicht viel, ein Handschlag genügt. Dann bist auch du wieder vergnügt.“

„Doch Tier und Mensch, der Zyklus bricht!“ „Also nicht?“
„Kann’s nicht tun, leider nein.“ „So lass ich’s sein.“

Und der Dämon verschwand sodann und einsam blieb der Mann.